Meldung | Grundversorgung & Social Entrepreneurship 18.11.2011

Welttoilettentag: Verbesserte Sanitärversorgung ist Grundlage für menschenwürdiges Leben

Mangelnde sanitäre Einrichtungen sind ein zentrales Problem in Entwicklungsländern: So haben weltweit 2,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich 1,6 Millionen Menschen auf Grund mangelnder Hygiene. Der Welttoilettentag am 19. November will international die Aufmerksamkeit auf diesen Missstand lenken. Auch Social Entrepreneurs der Community Impact Development Group (CIDG), eine Initiative der Siemens Stiftung und Ashoka, haben sich die Verbesserung der Sanitärversorgung in ihren Heimatländern zum Ziel gesetzt und tragen damit auch zu verbesserten sozialen Strukturen in den Regionen bei.

Der Sozialunternehmer David Kuria setzt beispielsweise auf den Bau von öffentlichen Toiletten an zentralen Plätzen in Kenias Großstädten. Die sogenannten „Ikotoilets“ liefern neben sauberen Toiletten für Frauen und Männer auch Waschbecken und Duschen inklusive Seife und Handtücher. Jeder Besuch kostet 5 Schilling (etwa 4 Cent). Über diese Gebühr finanziert der Unternehmer den Bau und den Unterhalt der Anlage. Die Ikotoilets sind nicht nur Ort für dringende Bedürfnisse, sondern integrieren gleichzeitig kleine Läden, sogenannte Toilet Malls. Langfristig möchte David Kuria Biogas und Dünger aus dem Abwasser gewinnen und damit weitere Einnahmen für sein Projekt generieren.

Auf die sanitäre Anbindung von ländlichen Regionen konzentriert sich der Ägypter Sameh Seif Ghali, Gründer der „Together Association for Development and the Environment“. Seine speziell auf die Anforderung der Haushalte zugeschnittenen Anlagen werden aus vor Ort verfügbaren Materialien hergestellt. Durch die Vergabe von Mikrokrediten unterstützt die Together Association die Dörfer dabei, ihre Sanitärversorgung selbstständig voranzutreiben. Bereits mehr als 37.000 Menschen konnten von diesem Projekt profitieren.

Dass es beim Thema Toiletten neben der hygienischen Entsorgung von Abwasser auch um Würde geht, beweist „Technology for Tomorrow Limited“ von Dr. Moses Kizza Musaazi. Er erkannte, dass ein Grund für Fehlstunden und Schulabbrüche von Schülerinnen in Uganda an den nicht vorhandenen Monatshygieneartikeln liegt. Durch die Versorgung mit bezahlbaren Monatsbinden erspart sein Sozialunternehmen den Mädchen Scham und Ausgrenzung und ermöglicht ihnen so einen kontinuierlichen Schulbesuch.

Diese innovativen Projekte sind beispielhaft für das Ziel, das die Siemens Stiftung und Ashoka mit der CIDG verfolgen. Unterstützt werden Social Entrepreneurs, die mit unternehmerischen Mitteln sowie innovativen Ideen und einfachen Technologien, Probleme der Grundversorgung nachhaltig lösen und somit die Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben schaffen.

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