Pressemitteilung | Entwicklungskooperation 18.01.2017

Eröffnung: Connected Solar Clinic verbessert Gesundheitsversorgung in der jordanischen Flüchtlingsregion Al-Mafraq

Inauguration of Connected Solar Clinic Siemens Stiftung
Feierliche Einweihung der Connected Solar Clinic in der jordanischen Flüchtlingsregion Al-Mafraq
© Siemens Stiftung

Die Connected Solar Clinic ist die erste Klinik ihrer Art, die auch ohne externe Stromversorgung hochwertige medizinische Leistungen sicherstellen kann. Am 18. Januar wurde sie in der jordanischen Region Al-Mafraq durch einen Vertreter des jordanischen Gesundheitsministeriums eingeweiht. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Kapazitäten des Ministeriums in der Grenzregion zu Syrien, in der die medizinische Versorgung für Ortsansässige und syrische Flüchtlinge knapp ist. Die Klinik wurde von SOLARKIOSK konzipiert und realisiert. Mit ihren hochwertigen medizinischen Diagnose- und Behandlungseinrichtungen, wie z. B. einem  Ultraschallgerät und einem Hämatologie-Labor, können dort täglich bis zu 75 Patienten versorgt werden.

Seit Beginn der Syrienkrise hat eine große Zahl syrischer Flüchtlinge in den Nachbarländern Zuflucht gesucht. Heute leben laut UNHCR rund 700.000 Flüchtlinge in Jordanien. Die jordanische Region Al-Mafraq hat als grenznahes Gebiet zu Syrien einen wesentlichen Teil der migrierenden Bevölkerung aufgenommen. Viele Betroffene leben im Flüchtlingscamp Zaatari, andere sind außerhalb des Camps auf sich allein gestellt. All dies bedeutet eine erhebliche Belastung für die medizinische Versorgung der Region: Zusätzliche, mit modernen medizinischen Geräten ausgestattete Einrichtungen sind nötig, um den gestiegenen Bedarf von Bewohnern und Geflüchteten gleichermaßen zu decken.

Vor diesem Hintergrund betonte Basheer Al Qaseer, Planungsdirektor des jordanischen Gesundheitsministeriums und Vertreter des Gesundheitsministers Prof. Dr. Mahmoud Al-Sheyyab: „Die Connected Solar Clinic stellt uns die dringend benötigten Versorgungskapazitäten zur Verfügung und ermöglicht uns endlich, sowohl für syrische Flüchtlinge als auch für die Ortsansässigen in der Region Al-Mafraq die notwendigen medizinischen Versorgungskapazitäten sicherzustellen. Es ist ohne Zweifel ein Referenzprojekt und wir hoffen auf weitere internationale Unterstützung für die schwierige Situation vieler Regionen in Jordanien.“

Möglich gemacht hat das Projekt die Siemens Stiftung gemeinsam mit ihrem Realisierungspartner SOLARKIOSK. Die Connected Solar Clinic basiert auf einem preisgekrönten Konzept, das zum Ziel hat, die Gesundheitsversorgung zu verbessern und Spannungen in einer äußerst sensiblen Aufnahmeregion abzubauen.

Rolf Huber, geschäftsführender Vorstand der Siemens Stiftung, erklärte: „Globale Flüchtlingsströme sind eine der großen Herausforderungen unserer Zeit, politisch, wirtschaftlich und sozial. Mit der Connected Solar Clinic und ihrer hochwertigen medizinischen Diagnose- und Behandlungsausstattung wollen wir einen positiven Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen in der Region leisten.“

Die Connected Solar Clinic arbeitet vollständig autark vom öffentlichen Stromnetz und versorgt mehrere medizinische Geräte durch die weiteren Projektpartner DOAA Trading Establishment und First National Medical Service (FNMS). Darüber hinaus wird mit dem Solarstrom, der die Klinik versorgt, auch eine Breitbandverbindung zur digitalen Gesundheitsplattform des jordanischen Gesundheitsministeriums unterhalten.

„Das Konzept von SOLARKIOSK ermöglicht eine Reihe von Funktionalitäten, die in humanitären Krisenzeiten von essentieller Bedeutung sind: Energie, Gesundheitsversorgung und digitale Kommunikation. Mit der Connected Solar Clinic haben wir eine Lösung entwickelt, die energetisch autark arbeitet und sich nach dem Baukastensystem überall dort unkompliziert einsetzen lässt, wo Menschen – Flüchtlinge oder nicht – drin gend medizinische Versorgung benötigen“, so Andreas Spiess, CEO und Mitbegründer von SOLARKIOSK.

Mit dem Ziel, zu weiteren humanitären Aufgaben, wie beispielsweise einer autarken Wasseraufbereitung beitragen zu können, hat die Siemens Stiftung gemeinsam mit SOLARKIOSK 2015 die SolarFountain gGmbH gegründet.

Siemens Stiftung – Als gemeinnützige Unternehmensstiftung setzt sich die Siemens Stiftung für nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung ein. Eine gesicherte Grundversorgung, hochwertige Bildung und Verständigung über Kultur sind dafür Voraussetzung. In ihrer internationalen Projektarbeit unterstützt die Stiftung deshalb Menschen darin, diesen Herausforderungen unserer Zeit eigeninitiativ und verantwortungsvoll zu begegnen. Mit Partnern entwickelt die Siemens Stiftung Lösungsansätze und Programme und setzt diese gemeinsam um. Eine zentrale Rolle spielen dabei technologische und soziale Innovationen. Transparenz und Wirkungsorientierung bilden die Basis des Handelns der Siemens Stiftung.

SOLARKIOSK – Mit seinem breiten Portfolio an autarken Energieversorgungslösungen, zu denen auch die Connected Solar Clinic gehört, sowie seiner Expertise bei der Konzeption, Realisierung und technischen Unterstützung hat sich das in Berlin ansässige Unternehmen SOLARKIOSK als zuverlässiger Partner zahlreicher Wirtschaftsunternehmen, NGOs und Regierungsorganisationen für autarke Energieversorgung und autarke Kommunikationslösungen in Medizin, Bildung, Handel, Wasseraufbereitung sowie einigen anderen Einsatzbereichen etabliert. Bei der Aufgabe, Menschen, die von der öffentlichen Energieversorgung abgeschnitten sind, Zugang zu Energie, Kommunikation, finanziellen Möglichkeiten und nachhaltigen Konsumgütern zu verschaffen, agiert SOLARKIOSK mithilfe eines wachsenden Netzwerks von rund 200 Kiosken, die über ganz Afrika verteilt arbeiten, zudem als letzte Meile in der Versorgung unterversorgter Regionen.