Pressemitteilung | Entwicklungskooperation 25.08.2011

Auftakt: Wissenschaftliches Netzwerk IRENE I SEE erforscht Sozialunternehmertum in Ländern Afrikas und Lateinamerikas

Die Siemens Stiftung und die Zeppelin Universität gründen das International Research Network for Social Economic Empowerment (IRENE I SEE) zur sozialwirtschaftlichen Analyse in ausgewählten Ländern Afrikas und Lateinamerikas mit besonderem Fokus auf sogenannte Sozialunternehmen.

"Unternehmerisches Denken und innovative Lösungsansätze sind von zentraler Bedeutung, um soziale und wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig gelingen zu lassen. IRENE I SEE unterstützt die Forschung in Lateinamerika und Afrika zu den Wirkungsformen von Sozialunternehmen. Ein besonderes Anliegen der Siemens Stiftung ist es, den Wissenstransfer zwischen diesen beiden Regionen zu stärken, die viel unterscheidet, aber auch sehr viel verbindet. Wir verstehen uns als Brückenbauer, der mit konkreten Handlungsempfehlungen den Dialog mit Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zur Stärkung von Sozialunternehmern und gesellschaftlichen Transformationsprozessen erweitern möchte", erklärt Ulrike Wahl, Vorstand der Siemens Stiftung. Das Forschungsnetzwerk entsteht unter der Koordination der Zeppelin Universität in Friedrichshafen und ist dort im interdisziplinären Civil Society Center CiSoC verankert. Das Forschungsnetzwerk ist auf vier Jahre angelegt weiteren Partner-Universitäten

  • Adama University, Adama, Äthiopien
  • Universidad de los Andes, Bogotá, Kolumbien
  • EGADE Business School, Monterrey, Mexiko
  • Stellenbosch University, Cape Town, Südafrika

auf die Erforschung von Anwendbarkeit, Nutzen und Grenzen sowie langfristigen Wirkungen von "Social Economic Empowerment".

Gemeinsam werden die Partneruniversitäten in den kommenden Jahren Promotionen in der Forschung vor Ort betreuen, die Analysen über das Netzwerk hinaus fortsetzen und sie der interessierten Öffentlichkeit und Wissenschaft sowie relevanten Institutionen bereitstellen.

"Das Forschungsnetzwerk erforscht im Rahmen eines Graduiertenkollegs mit insgesamt sechs Doktoranden in den jeweiligen Ländern und einer PostDoc- Koordinationsstelle auf Basis der Wirtschafts- und Politikwissenschaften sowie der Urbanistik und der Soziologie konkrete Beispiele vor Ort, deren Anwendbarkeit und Skalierung sowie mögliche Förder- und Regulierungsbedarfe und die Nachhaltigkeit von 'Social Economic Empowerment' - in verschiedenen Ländern und verschiedenen Branchen bzw. Sektoren", erklären Prof. Dr. Stephan A. Jansen, Direktor des Civil Society Center sowie Präsident der Zeppelin Universität, und Lisa Hanley PhD, Koordinatorin des Netzwerkes.

"Social Economic Empowerment" wird dabei als der Prozess der wirtschaftlichen Selbstbefähigung durch professionelle Unterstützung verstanden. Ein verstärkter Fokus gilt dabei sogenannten "unternehmerischen Lösungen sozialer Probleme", die insbesondere im Kontext der vielfach kritisierten traditionellen Entwicklungszusammenarbeit seit einigen Jahren als neue Hoffnungsträger diskutiert werden.

Bei der Auftaktveranstaltung vom 25. bis 27. August in Berlin treffen sich im Magnus-Haus in Berlin direkt an der Museumsinsel erstmalig alle IRENE I SEE-Promovenden, die beteiligten Professoren, Koordinatoren und die Siemens Stiftung, um das Forschungsnetzwerk sowohl inhaltlich abzustecken als auch organisatorisch zu strukturieren. Kernstück der drei Tage sind vor allem die Präsentationen der insgesamt sechs Doktoranden, ihre kritische Diskussion sowie die Generierung eines gemeinsamen Projektrahmens.

Die Siemens Stiftung Encourage. Empowering People. Die Siemens Stiftung will Menschen in die Lage versetzen, sich aktiv gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen und bezieht sich dabei ideell auf die Werte von Werner von Siemens. Gemeinsam mit Kooperationspartnern konzipiert und realisiert sie lokale sowie internationale Projekte mit der Zielsetzung, Eigenverantwortung und Selbständigkeit zu fördern. Die Stiftung engagiert sich in den Bereichen Ausbau der Grundversorgung und Social Entrepreneurship, Förderung von Bildung sowie Stärkung von Kultur. Sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und steht für verantwortungsvolle, wirkungsorientierte und innovative Projektarbeit. Sie wurde 2008 gegründet und kooperiert mit den ebenfalls vom Unternehmen gegründeten Siemens Stiftungen in Argentinien, Brasilien, Frankreich, Kolumbien und den USA. Die Projektarbeit der Stiftung konzentriert sich auf die Zielregionen Afrika, Lateinamerika und Deutschland/Europa. Weitere Informationen unter www.siemens-stiftung.org

Die Zeppelin Universität und das Civil Society CenterDie Zeppelin Universität (ZU) ist eine seit 2003 vom Land Baden-Württembergstaatlich anerkannte und vom Wissenschaftsrat akkreditierte Stiftungsuniversität. Als "Universität zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik" lehrt und forscht sie - mit derzeit 851 Studierenden, knapp 200 Mitarbeitern und 70 Wissenschaftlern - konsequent interdisziplinär, individualisiert und international. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet - unter anderem 2011 mit dem Bundessieg "Hochschule in Gesellschaft" für ihr besonderes Engagement für Gesellschaft. In den relevanten Rankings wird sie seit Beginn in der Spitzengruppe geführt.

Das Civil Society Center CiSoC wurde im Jahr 2010 zur Erforschung insbesondere von Sozialen Innovationen, Sozialen Bewegungen und Sozialunternehmen mit zahlreichen fördernden Stiftungen - wie Stiftung Mercator, Siemens Stiftung oder JP Morgan Chase - gegründet. Mit derzeit fünf Mitarbeitern unter Leitung von Prof. Dr. Stephan A. Jansen und zahlreichen internationalen Partneruniversitäten werden nationale wie internationale empirische Projekte in Graduiertenkollegen durchgeführt.