Wasser 
Gemeinsam nachhaltige und klimaresiliente Wassersysteme stärken

Sicherer Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen für alle – dieses Ziel haben sich die Vereinten Nationen mit den Sustainable Development Goals gesetzt. Gemeinsam mit Sozialunternehmen, lokalen Behörden sowie Partner*innen aus Wissenschaft und internationaler Zusammenarbeit setzen wir uns für diese Vision ein.

In Ostafrika stärken wir nachhaltige und klimaresiliente Wassersysteme, die unterversorgte Gemeinden zuverlässig mit sauberem Trinkwasser und Hygieneservices versorgen und so langfristig zur Wassersicherheit beitragen.

Wasser ist die Grundlage für Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung. Als Menschenrecht ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung. Gleichzeitig trägt eine sichere Wasserversorgung nicht nur zu SDG 6 (Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen) bei, sondern auch zu zahlreichen weiteren Nachhaltigkeitszielen (UN World Water Development Report 2024).

Eine zuverlässige Wasserversorgung bedeutet:

  • weniger wasserbedingte Krankheiten
  • bessere Gesundheit und Hygiene
  • mehr Zeit für Bildung, Arbeit und Familie
  • höhere Produktivität und wirtschaftliche Entwicklung
  • mehr Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels
  • mehr Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe

Erkrankungen wie Durchfall, Typhus oder Cholera lassen sich durch eine sichere Wasserversorgung und gute Hygiene verhindern. Nach Schätzungen der WHO könnten dadurch jährlich rund 1,4 Millionen Todesfälle vermieden werden (WHO, 2023).

Klimakrise gefährdet Wasserressourcen

Die globale Klimakrise nimmt enormen Einfluss auf Wasserressourcen weltweit. Überschwemmungen, Dürren, Anstieg des Meeresspiegels, Desertifikation, Austrocknung von Gewässern, Verringerung der Wasserqualität und Wetterextreme sind die Folge. Obwohl Länder des globalen Südens am wenigsten zur Klimakrise beitragen, sind dort Menschen am stärksten betroffen, insbesondere vulnerable Gruppen. Deshalb werden nachhaltige Strukturen und eine klimaresiliente Wasserversorgung gerade in diesen Regionen immer wichtiger. Da der Klimawandel die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Wasserressourcen immer stärker beeinträchtigt, ist der Aufbau klimaresilienter Wassersysteme eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung.

Frauen und Kinder sind oft benachteiligt

Auch für Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung ist Wasserversorgung ein relevanter Faktor. Denn in 7 von 10 Haushalten ohne Wasseranschluss sind Frauen und Mädchen für das Wasserholen zuständig (WHO 2023). Sie legen dabei oft große Distanzen zurück und sind Übergriffen ausgesetzt. Dabei verlieren sie viel Zeit für Bildung, Arbeit und Freizeit.

Doch nicht nur dieser Aspekt verringert gleiche Chancen auf Bildung: Mädchen fehlen während ihrer Periode oft im Unterricht, wenn es an den Schulen keine oder unzureichende Sanitäreinrichtungen gibt. So verpassen sie in Subsahara-Afrika etwa 20% eines Schuljahres. Deshalb suchen wir nach Lösungen für den Kompetenzaufbau und Wissen über Gesundheit sowie für die Verfügbarkeit von Hygieneprodukten für Frauen und Mädchen.

© Georgina Goodwin/Siemens Stiftung
position-paper-clean-water-and-sanitation-siemensstiftung-363.jpg

Positionspapier: „From Water Scarcity to Water Security“

Wasser ist die Grundlage für Gesundheit, Bildung, wirtschaftliche Entwicklung und Klimaresilienz. Im unserem Positionspapier zeigen wir, warum die Stärkung lokaler Wassersysteme, Sozialunternehmertum und langfristige Partnerschaften entscheidend für eine nachhaltige Wassersicherheit sind.

Mit unseren Programmen und Projekten tragen wir dazu bei, einen Wandel in der Trinkwasserversorgung und der hygienischen Rahmenbedingungen in Ostafrika zu bewirken. Die Infrastruktur in den Ballungsgebieten ist überlastet und der ländliche Raum meist unzureichend erschlossen. Großteils sind die Menschen auf die Versorgung und Belieferung durch kleinere privatwirtschaftliche Wasserversorger angewiesen.

Wir verstehen Wasserversorgung dabei als ein zusammenhängendes System. Deshalb verbinden wir technologische Innovationen, Sozialunternehmertum, den Aufbau lokaler Kompetenzen und die Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen, um zuverlässige, nachhaltige und klimaresiliente Wasserversorgung langfristig zu stärken.

Innovative Geschäftsmodelle mit langfristiger Wirkung

Sozialunternehmen spielen in unserem Ansatz eine Schlüsselrolle. Sie verbinden Gemeinden, öffentliche Institutionen und Akteur*innen aus der Wirtschaft, entwickeln lokal angepasste Lösungen und tragen dazu bei, eine zuverlässige, wirtschaftlich tragfähige und klimaresiliente Wasserversorgung aufzubauen.

Durch den sozialunternehmerischen Ansatz sind die Angebote finanziell tragfähig und können Versorgungslücken langfristig schließen. Im Mittelpunkt stehen die Communities, für die Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden. So entstehen gemeinsam lokale Lösungen für soziale und ökologische Herausforderungen.

Der Aufbau widerstandsfähiger Wassersysteme gelingt nur durch eine enge Zusammenarbeit von öffentlichem und privatem Sektor. Deshalb arbeiten wir eng mit lokalen Gründer*innen und Sozialunternehmen zusammen. Wir unterstützen sie unter anderem durch:

  • Unterstützung bei der Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle
  • Finanzierungsoptionen und strategische Partnerschaften
  • Weiterbildungsangebote, Coaching und Mentoring

Starke Partnerschaften für lokale Entwicklung

Unser Fokus liegt auf den Ländern Kenia und Uganda. Zusammen mit unseren Partner*innen leisten wir dort mit unserer Arbeit einen Beitrag zu folgenden Sustainable Development Goals:

© Georgina Goodwin/Siemens Stiftung
sdg-icon-6
sdg-icon-5

Studie

Wasserkioske als Modell für nachhaltige dezentrale Trinkwasserversorgung

2012 haben wir in Kenia und Uganda das Konzept der „Safe Water Enterprises“ eingeführt – Kioske für sauberes Trinkwasser, die innovative Technologie mit einem unternehmerischen Modell verbinden. 2022 wurden elf Kioske an die örtlichen Gemeinden übergeben. Diese betreiben sie nun eigenständig in Kooperation mit Bezirksregierungen oder Wasserversorgern. 33.000 Menschen in sieben Bezirken profitieren davon. Eine Evaluation fasst zentrale Erkenntnisse und entscheidende Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige dezentrale Trinkwasserversorgung zusammen.

Sozialunternehmen WeTu: Trinkwasserversorgung um den Viktoriasee

WeTu (Suaheli für „unseres“) ist ein kenianisches Sozialunternehmen, das 2019 von der Siemens Stiftung als unabhängige, lokal betriebene Einrichtung gegründet wurde. Ziel ist es, den Zugang zu sicherem Wasser sowie sauberer Energie und Arbeitsplätzen in den Dörfern rund um den Viktoriasee zu verbessern. Neben sauberem Wasser bieten die einzelnen Hubs auch Produkte und Dienstleistungen für Solarbeleuchtung und
-ladung sowie E-Mobilität an.

Dezentrale Kiosklösungen für die lokale Wasserversorgung: Safe Water Enterprises

2013 haben wir gemeinsam mit der Sky Juice Foundation Inc. das Safe Water Enterprises Projekt gestartet. In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Communities haben wir seitdem 20 Kiosks in Uganda und Kenia aufgebaut. Durch eine nachhaltige Unternehmensstruktur  können zuvor unterversorgte Gemeinden sauberes Wasser zu einem erschwinglichen Preis kaufen, wodurch die laufenden Kosten des Unternehmens gedeckt werden.  

Allianzen für WASH: Multisektorales Kooperationsprojekt TeamUp

TeamUp Uganda eröffnet jungen Menschen im ländlichen Uganda neue Lebensperspektiven und unterstützt sie dabei, Jobmöglichkeiten auszuloten, aktiv am politischen Leben teilzunehmen und ein gesundes, selbstbestimmtes Leben zu führen. In das multisektorale Programm bringen wir unsere Expertise im Bereich Wasser und Hygiene ein. Kooperationspartner sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und die Hanns R. Neumann Stiftung sowie die lokalen Partner Action 4 Health Uganda und Whave Solutions.

Etablierung kostengünstiger Wartungssysteme: Rural Water Supply Uganda

Seit 2018 arbeiten wir mit dem Sozialunternehmen Whave Solutions Ltd . in Uganda zusammen mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit lokaler Wasserlösungen zu stärken. Aufgrund von mangelnden Wartungsarbeiten fällt ein Großteil der Wasserquellen häufig aus. Whave bietet ein kostengünstiges Wartungsservicesystem an und kooperiert dafür mit lokalen und überregionalen Regierungen. So wird der Zugang zu Trinkwasser für 330.000 Menschen gesichert.

Nachhaltige Geschäftsmodelle für Frauen-gesundheit: Female Health & Hygiene Accelerator

Der Female Health & Hygiene Accelerator (FHHA) ist ein 18-monatiges Programm, das nachhaltige Geschäftsmodelle im Bereich Frauengesundheit und -hygiene in Kenia, Uganda und Ghana fördert. Der Accelerator unterstützt vielversprechende Unternehmen dabei, ihre Lösungen zu skalieren und investitionsreif zu werden.

 

Maji Health: Rekontamination von sauberem Trinkwasser vorbeugen

Immer wieder beobachten wir, dass sauberes Trinkwasser nach der Bereitstellung durch verschiedene Faktoren wieder verunreinigt wird. In Uganda testen wir deshalb gemeinsam mit unserem Partner Whave eine Serie an innovativen Maßnahmen, die lokale Traditionen und indigenes Wissen einbeziehen, um eine Rekontamination von Trinkwasser im Haushalt zu vermeiden und so Gesundheit und Hygiene zu fördern.

WaterQuip: Trinkwasser für Schulen in Uganda

In Uganda haben viele Schulen keinen Zugriff auf sauberes Trinkwasser und kochen deshalb kontaminiertes Wasser mit Holz und Kohle ab. Zusammen mit dem Sozialunternehmen WaterQuip untersucht die Siemens Stiftung, welche soziale, gesundheitliche und ökologische Wirkung die Einführung von UV-Wasserfiltern an 30 Schulen in Uganda hat. Ziel ist neben der verbesserten Gesundheit der Schüler*innen ein verringerter CO2-Ausstoß. Untersucht wird außerdem, ob es möglich ist, die Filteranlagen durch einen Handel mit CO2-Zertifikaten mit zu finanzieren.

Partner*innen

In einem breiten Netzwerk engagieren wir uns für eine zuverlässige Wasserversorgung, Gesundheit und wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum in Afrika.

Kontakt

Wollen Sie mehr erfahren? Oder möchten Sie mit uns zur Förderung von Wasserprojekten in Subsahara-Afrika zusammenarbeiten? Wir freuen uns auf einen Austausch!

Programmleitung Wasser
Christine Meinhardt

Sie wollen tiefer ins Thema einsteigen?

projekt-sozialunternehmertum-wetu-fishinglantern.jpg

Creating impact through Social Entrepreneurship

Our water program is part of the Social Innovation Hub, a key pillar of Siemens Stiftung’s Social Entrepreneurship activities. Together with social enterprises and local partners, we develop and scale sustainable solutions that strengthen resilient, locally rooted solutions for lasting social and environmental impact.

News

Pressemitteilung

Gemeinsam für sauberes Wasser: Von globalen Zusagen zu lokalem Handeln-Positionspapier

Notiz

Das neue Positionspapier der Siemens Stiftung „Von Wasserknappheit zu Wassersicherheit“

Videos