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TeamUp Uganda

Verbesserte Lebensperspektiven für junge Menschen

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Der Mityana Distrikt in Zentraluganda ist die Pilotregion für das bislang einmalige Projekt TeamUp in Uganda. (Video in Englisch)
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Zusammen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und den beiden deutschen Stiftungen Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und der Hanns R. Neumann Stiftung eröffnet das Programm TeamUp jungen Menschen in ländlichen Räumen Ostafrikas neue Zukunftsperspektiven.  Ein ganzheitlicher Ansatz unterstützt sie dabei, Jobmöglichkeiten auszuloten, aktiv am öffentlichen und politischen Leben teilzunehmen und ein gesundes und selbstbestimmtes Leben zu führen.

 

Arbeitsgebiet:
Entwicklungskooperation

Region/Land:

Uganda

Das Programm erarbeitet effiziente Lösungen in Uganda, die sowohl strukturell relevant als auch breitenwirksam sind. Uganda hat eine der jüngsten und am schnellsten wachsenden Bevölkerungen der Welt. Betrug sie im Jahr 1990 noch 16,7 Millionen, war sie bis 2014 bereits auf 34,6 Millionen angewachsen1. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre2.  TeamUp erkennt die Lebensrealitäten von Jugendlichen im ländlichen Uganda, um ihre Zukunftsperspektiven nachhaltig zu verbessern. Das Programm antwortet auf die Komplexität der Herausforderungen für junge Menschen mit einem ganzheitlichen Ansatz, welcher wirtschaftliche, soziale, gesundheitliche, pädagogische und infrastrukturelle Komponenten integriert.

Das Pilotprogramm in Uganda erreicht ca. 50.000 junge Frauen und Männer im Alter von 15 bis 30 Jahren sowie ihre Familien in fünf Unterbezirken des Distrikts Mityana. Damit soll auch die Migration in urbane Zentren verringert werden. Aufgrund der Nähe zur Hauptstadt migrieren derzeit circa 30 Prozent der in Mityana lebenden Jugendlichen3.

In erster Linie sollen die Lebensbedingungen von jungen Menschen durch gesteigertes Einkommen und eine zuverlässige Gesundheitsversorgung, einschließlich einem barrierefreien Zugang zu Familienplanungsberatung, verbessert werden. Die Jugendlichen werden darin unterstützt, fundierte Entscheidungen für ein gesundes und selbstbestimmtes Leben zu treffen sowie auch entwicklungspolitische Prozesse aktiv mitzugestalten.

TeamUp setzt auf einen multisektoralen Ansatz. Die Partnerschaft zwischen Stiftungen und BMZ zielt darauf ab, Synergien zu nutzen, um gemeinsam bessere und ganzheitliche Ergebnisse zu erzielen. Dazu kombinieren die teilnehmenden Partner im Rahmen des Programms erstmalig ihre jeweiligen Stärken und bündeln ihr Innovationspotenzial, um die positive Wirkung ihrer lokalen Aktivitäten zu erhöhen und um mehr Menschen zu erreichen. Der gemeinsame Programmansatz verbindet Ressourcen von Staat und Zivilgesellschaft, die international und lokal effizient und effektiv zusammengefasst werden, um Strukturen nachhaltig zu verbessern.

Dazu bringt die Initiative deutsche und ugandische Entwicklungspartner zusammen und ist als langfristige Kooperation angelegt, die skalierbar und offen für weitere Partner ist. Private und öffentliche Partner für Finanzierung und Umsetzung können den multisektoralen Ansatz mit ihrer Expertise erweitern und Teil des Konsortiums werden. TeamUp wird je zur Hälfte von den beteiligten Stiftungen und dem BMZ finanziert. Für das Pilotprogramm in Uganda stehen sechs Millionen Euro für die ersten drei Jahre zur Verfügung.

Im Pilotprgramm in Uganda unterstützt die Siemens Stiftung unter anderem die Entwicklung eines nachhaltigen und innovativen Ansatzes für Wasserinstandhaltung. Denn derzeit hat in Mityana nur jeder dritte Haushalt und nur 40 Prozent der Schulen Zugang zu einer funktionsfähigen Wasserquelle. Die größte Herausforderung ist Instandhaltung. Ein Großteil der vorhandenen Quellen sind, aufgrund von fehlenden Management- und Wartungsstrukturen, außer Betrieb.

Des Weiteren arbeitet die Siemens Stiftung mit den lokalen Partnern an der Verbesserung sanitärer und hygienischer Bedingungen in Schulen und an verbesserten Bewässerungsmöglichkeiten für Kleinbauern. Auch die Entwicklung gemeinsamer Ansätze zu Kleinunternehmertum und Einkommensgenerierung für junge Menschen ist im Programm verankert. Dabei greift die  Siemens Stiftung  auf ihre Expertise und ihr Netzwerk in den Bereichen Wasser und Hygiene, Technik und Sozialunternehmertum zurück.

Whave Solutions als starker Partner vor Ort

Lokaler Partner für die zuverlässige Versorgung ländlicher Schulen, Kliniken und Häuser mit sauberem Wasser ist das ugandische Sozialunternehmen Whave Solutions. Whave arbeitet mit lokalen Behörden und Gemeinden zusammen, um stabile Strukturen für öffentlich-private Partnerschaften zu schaffen, die der nationalen Regierungspolitik für eine sichere Wasserversorgung entsprechen. Die Richtlinie sieht vor, dass professionelle Wartungsdienstleister von der lokalen Regierung ernannt werden. Die Dienstleister erheben von den Wasserausschüssen der Gemeinden erschwingliche Gebühren, damit die Wasserversorgung in den Gemeinden zuverlässig funktioniert. Whave wurde von vielen kommunalen Wasserbehörden als Wartungsdienstleister beauftragt und schult lokale Techniker im Bereich der präventiven Wartung und Reparatur. Allen Gemeinden, die das Sozialunternehmen betreut, stellt es eine gebührenfreie Telefonleitung zur Verfügung und setzt sich dafür ein, dass Frauen in den Wasserausschüssen der Gemeinden führende Positionen einnehmen. Mit der Einführung regelmäßiger, professioneller Wartungsarbeiten durch die ugandische Regierung wird das Problem der häufigen und langandauernden Ausfälle der Wasserversorgung angegangen. Seit vielen Jahren sind diese einer der Hauptgründe für Schulversäumnisse von Mädchen und damit einhergende frühe Mutterschaft, mangelnde Hygiene in ländlichen Gegenden und Kindersterblichkeit durch wasserbedingte Krankheiten. In Uganda ist Whave der führende Wartungsdienstleister. Das Sozialunternehmen setzt ein Beispiel für Kosteneffizienz und Leistungsfähigkeit, hilft anderen Dienstleistern bei der Aufnahme ihrer Arbeit in anderen Regionen, unterstützt die Regierung bei der Umsetzung der nationalen Ziele für die Wartung und Instandhaltung der Wasserversorgung und sorgt dafür, dass hunderte von Gemeinden täglich mit sicherem Wasser versorgt werden.

Die Grafik zeigt, wie der Wartungsdienst funktioniert.
© Whave Solutions

Das Programm TeamUp dokumentiert von Anfang an Ergebnisse und Lernerfolge. Dabei wird es zusätzlich durch ein externes, wissenschaftliches Institut für Evaluation systematisch begleitet, um die Ergebnisse für weitere Aktivitäten zu nutzen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Quellen

1 State of Uganda Population Report 2017
2 National Population and Housing Census 2014
3 National Population and Housing Census 2014

Projektleitung TeamUp Uganda
Christine Janezic

+49 89 540487301