Rural Water Supply Uganda

Sozialunternehmertum im Wassersektor

Ein Mechaniker von Whave Solutions repariert eine Handpumpe, um die Versorgung der Gemeinde mit Wasser zu gewährleisten.
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Wasserversorgung ist zentral für gesellschaftliche Entwicklung. Doch gerade in ländlichen Gebieten haben viele Gemeinden eingeschränkten oder keinen Zugang zu sauberem Wasser. Sozialunternehmen können diese Lücke schließen. In Uganda unterstützen wir ihre Arbeit und verstärken ihre Wirkung, um die Wasserversorgung von Gemeinden nachhaltig zu sichern.

Nur 19 Prozent der ugandischen Bevölkerung haben uneingeschränkten Zugang zu sauberen Trinkwasser. Davon lebt die Mehrheit in größeren Städten, wo Wasserleitungssysteme verstärkt ausgebaut werden. Im ländlichen Uganda dagegen sind die meisten Menschen noch immer auf Handpumpen angewiesen, um an sauberes Wasser zu gelangen. Doch ein Großteil davon ist jedes Jahr von langen Ausfallzeiten betroffen. 45 % der Handpumpen funktionieren nicht und ein weiteres Drittel funktioniert lediglich eingeschränkt, sodass es beispielsweise zur Verschmutzung des Wassers kommen kann.

Wenn die Handpumpen ausfallen und der Zugang zu sauberen Grundwasser nicht möglich ist, sind viele gezwungen, auf Oberflächenwasser aus Seen oder Flüssen zurückzugreifen. Die Folge sind wasserinduzierte Krankheiten wie Cholera und Diarrhoe. Insbesondere Frauen und Kinder müssen dann oft lange Wegstrecken zurücklegen, um Wasser zu beschaffen, statt zu arbeiten oder zur Schule zu gehen. Insgesamt sinkt dadurch die Produktivität und das Entwicklungspotential in den Gemeinden.

Wasserzugang & Gesundheit

Bereits zwei Wochen nach dem Ausfall einer Handpumpe können ernsthafte gesundheitliche Folgen in einer Gemeinde auftreten.

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über unser Engagement für sicheren Zugang zu Trinkwasser und Hygiene in Ostafrika

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Um die Probleme der Wasserversorgung in Uganda zu verstehen und ihnen entgegenzuwirken, braucht es lokale Lösungen. Sozialunternehmen vor Ort können hier einen wichtigen Beitrag leisten: Sie arbeiten meist eng zusammen mit den Communities, für die sie Produkte und Dienstleistungen anbieten. Für sie stehen nachhaltige Wirkung und die Bedarfe der Nutzer*innen im Fokus. Aus dieser Überzeugung heraus arbeitet die Siemens Stiftung im Bereich der Grundversorgung mit Sozialunternehmen zusammen  seit 2018 unter anderem mit unserem Partner Whave Solutions.

Whave Solutions: nachhaltiges Wartungssystem für Handpumpen

Als Antwort auf die langen Ausfallzeiten der Handpumpen hat Whave Solutions einen professionellen Wartungsservice entwickelt. Bei diesem Ansatz liegt die Wasserversorgung rund um die Uhr in der Verantwortung eines professionellen Unternehmens, in diesem Fall Whave Solutions. Die Wassernutzer*innen schließen mit dem Sozialunternehmen einen Vertrag ab und zahlen eine erschwingliche Grundgebühr für den Wartungsservice. Whave Solutions widerum beauftragt und schult lokale Techniker*innen. Diese halten die Wasserpumpen instand: einerseits durch eine regelmäßige präventive Wartung, andererseits durch akut anstehende Reparaturen, die über eine kostenlose Telefonhotline gemeldet werden können. Mit diesem Wartungssystem gewährleistet Whave Solutions Zugang zu sauberem Wasser für über 330.000 Menschen in 17 Distrikten. 

Vernetzung mit Gemeinden und Politik

Für jede Pumpe wird in der Gemeinde ein Wasserkomitee eingerichtet, das als Ansprechpartner für die Wartungen fungiert, Gebühren einsammelt und sich zu relevanten Themen berät. Unser Partner Whave Solutions setzt sich dafür ein, dass auch Frauen in den Wasserausschüssen der Gemeinden führende Positionen einnehmen.

Auf politischer Ebene arbeitet das Sozialunternehmen mit lokalen Behörden und Gemeinden zusammen und schließt öffentlich-private Partnerschaften, die der nationalen Regierungspolitik für eine sichere Wasserversorgung entsprechen. Whave Solutions unterstützt die Regierung bei der Umsetzung der nationalen Ziele für die Wartung und Instandhaltung der Wasserversorgung und unterstützt andere Dienstleistern bei der Aufnahme ihrer Arbeit in weiteren Regionen.

Um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in ländlichen Gemeinden Ugandas nachhaltig zu sichern, arbeiten wir seit Jahren mit lokal verankterten Sozialunternehmen zusammen. Die Siemens Stiftung stärkt ihre Wirkung durch finanzielle wie auch non-finanzielle Unterstützung, unter anderem Businessberatung und Netzwerkarbeit.

Projektmanagerin
Marion Pabst
marion.pabst@siemens-stiftung.org