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MINT-Bildung für Innovation

Bildungsinitiative in Lateinamerika

Die Bildungsinitiative MINT für Innovation begegnet den Herausforderungen unserer Zeit: von COVID-19 bis Klimawandel.
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Wegen der Pandemie bleiben weltweit Schulen geschlossen. In Lateinamerika betrifft das laut UNESCO rund 160 Millionen Schülerinnen und Schüler.
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Wie lässt sich über Distanz erfolgreich unterrichten? Diese Frage bewegte Bildungsvertreter in ganz Lateinamerika.
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Unser Ansatz: Die Bildungsinitiative für Blended Learning – eine Kombination aus Offline- und Online-Formaten zu Naturwissenschaft, Technik, Nachhaltigkeit und Klimawandel
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Gemeinsam mit 14 lokalen Partnerinnen und Partnern adaptieren wir analoge Schulungsinhalte und -methoden für den digitalen Unterricht.
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Wie keine Krise zuvor hat die COVID-19-Pandemie die Notwendigkeit digitaler Lehr- und Lernmaterialien für den Schulunterricht sichtbar gemacht. Anlässlich dieser Herausforderung haben wir zusammen mit unseren Partnerinnen und Partnern in Lateinamerika die Initiative MINT-Bildung für Innovation (Spanisch: Educación-STEM para la Innovación) ins Leben gerufen. Mit der finanziellen Unterstützung von Siemens Caring Hands e. V. stellen wir innerhalb eines Jahres die Weichen für innovative Bildungsformate – von virtuellen Schulungen für Lehrkräfte über digitales Unterrichten im MINT-Bereich bis hin zu interaktiven Klimawandel-Karten sowie Videos und Podcasts zu den Themen Gesundheit und Hygiene – für jetzt, zu Pandemie-Zeiten, und für nachhaltige Bildung in der Zukunft.

Arbeitsgebiet:

Bildung

Region/Land:

Lateinamerika

Wie können Lehrkräfte in Pandemie-Zeiten erfolgreich unterrichten, wenn sie nicht mit ihren Schülerinnen und Schülern im Klassenraum sitzen, sondern Zuhause, lediglich verbunden durch einen Computer, ein Tablet, ein Handy oder ganz ohne Kontakt? Gemeinsam mit verschiedenen Partnerinstitutionen und Bildungsministerien aus Lateinamerika begegnen wir als Siemens Stiftung dieser Herausforderung: Von Dezember 2020 bis Dezember 2021 entwickeln wir mit lokalen Expertinnen und Experten die Grundlagen für die digitale Bildungsinitiative MINT-Bildung für Innovation in sieben Ländern Lateinamerikas.

»Nachhaltige Bildung kann nur gemeinsam gelingen. Mit unserer Initiative entsteht ein starkes lateinamerikanisches Netzwerk - für jetzt und für die Zukunft.«

Dr. Nina Smidt, Vorständin der Siemens Stiftung

Innovative MINT-Bildung für den digitalen Unterricht

In den Ländern Chile, Kolumbien, Mexiko, Argentinien, Peru, Brasilien und Ecuador adaptieren wir mit unseren Partnerinnen und Partnern innerhalb eines Jahres Schulungsinhalte und -methoden rund um die MINT-Themenbereiche Naturwissenschaften, Technik, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Gesundheit und Digitalisierung für den digitalen Einsatz im Unterricht. Dabei entstehen:

  • 250 digitale und analoge Unterrichtsmedien für die gesamte Bildungskette (Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen) unter offener Lizenz (OER – Open Education Resources)
  • 100 Aus- und Fortbildungen für Lehrkräfte
  • regionale Workshops für die Verbesserung der Lehre zu MINT-Themen, Klimawandel, Gesundheit und Nachhaltigkeit
  • lernen durch naturwissenschaftliche und technische Experimente
  • ein kooperatives Netzwerk für Lehrkräfte, Universitäten und Bildungsinstitutionen

Die Krise als Anlass, nachhaltige Bildung als Ziel

Mit den Onlineschulungen können bis zu 20.000 Lehrkräfte erreicht werden und somit circa 450.000 Schülerinnen und Schüler in sieben Ländern Lateinamerikas. Nach Ablauf der Pilotphase im Dezember 2021 arbeiten die Projektpartnerinnen und -partner weiter daran, die Inhalte in die Lehrpläne von Bildungsministerien und in die Lehreraus- und Fortbildung an Universitäten in Lateinamerika fließen zu lassen. Sie werden zudem im lateinamerikanischen Bildungsportal der Siemens Stiftung, dem CREA (Centro Recursos Educativos Abiertos), digital und frei zur Verfügung stehen. So können letztlich Millionen von Lehrkräften und deren Schülerinnen und Schüler auf dem Kontinent erreicht werden.

Insgesamt werden 14 Projekte umgesetzt, davon sechs Projekte in Chile, drei in Kolumbien sowie jeweils eines in Ecuador, Argentinien, Mexiko, Peru und Brasilien. Die Kooperationsstrukturen und Lernmaterialien sind darauf ausgelegt, in Zukunft weitere Projektpartnerinnen und -partner aus südamerikanischen Ländern aufzunehmen. Bereits jetzt arbeiten die Projektträger mit Partnerinstitutionen verschiedener Länder zusammen und fördern so von Projektbeginn an interregionale Kooperationen.

In dem Projekt Centro de Investigación Didáctica de las Ciencias y Educación STEM (CIDSTEM) der Pontifica Universidad Católica de Valparaíso (PUCV) werden in einem ersten Schritt Lehrkräfte der Naturwissenschaften in sieben Ländern Lateinamerikas über einen Fragebogen systematisch zu ihren Erfahrungen im Unterrichten in Pandemie-Zeiten befragt. Die Auswertung der Best-Practice-Erkenntnisse werden zunächst über pädagogische Netzwerke verbreitet. In einem zweiten Schritt fließen sie zudem in die Entwicklung von Unterrichtsmaterial ein. Dafür bearbeitet ein pädagogisches Team aus den teilnehmenden Regionen unter Koordination des CIDSTEM vorhandene analoge Experimento-Medien und Blended-Learning-Schulungsformate zu den Themen Umwelt, Gesundheit und Energie, die für deutsche Lehrkräfte entwickelt wurden, erweitert sie mit Beiträgen aus der Region, adaptiert sie für den digitalen Unterricht unter Pandemie-Bedingungen und passt sie den Gegebenheiten des jeweiligen Einsatzorts an. Nach Abschluss werden die Inhalte in die Datenbank CREA frei verfügbar eingestellt und über das von der Siemens Stiftung etablierte Netzwerk Red STEM Latinoamérica bekannt gemacht.

Centro de Investigación Didáctica de las Ciencias y Educación STEM (CIDSTEM)

Das Projekt der Pontifica Universidad Católica de Valparaíso (PUC) nutzt MICA, eine interaktive Karte zum Klimawandel. Sie wurde 2018 von Geografinnen und Geografen, Digitalisierungsexpertinnen und -experten sowie dem Centre of Research and Didactics of Sciences and STEM Education (CIDSTEM) der Pontifica Universidad Católica de Valparaíso erschaffen und besteht aus druckbaren Faltkarten, einer Smartphone-App mit Texten, Videos, Audiodateien, Bildern, 3D-Objekten und Links zu regionalen Informationen über den Klimawandel. Diese Materialen lassen sich im Unterricht, aber auch im Remote Learning-Kontext einsetzen. Kinder und Jugendliche lernen, Sachverhalte zu beobachten und zu dokumentieren. Durch aktive Mitarbeit erfahren sie, wie sich der Klimawandel auf konkrete Regionen auswirkt. Für die Bildungsinitiative sollen die vorhandene Prototypen von MICA auf fünf Territorien in vier Ländern ausgeweitet werden und 70 Lernboxen mit je sechs Klimakarten und 24 Lernsequenzen zusammengestellt werden. Sechs Apps zu den sechs Regionen werden anschließend kostenlos in gängigen App-Stores verfügbar sein.

Pontifica Universidad Católica de Valparaíso (PUC)

KEICA (Kit Escolar de Investigación Científico Ambiental) ist ein wissenschaftliches, technologisches und pädagogisches Programm, das die schulische wie auch gesellschaftliche Erforschung lokaler sozio-ökologischer Probleme sowie die Teilnahme an Umweltmessungen und Umweltüberwachungsprozessen fördert. Es verwendet Methoden aus der MINT-Bildung, die das projektbasierte Lernen und die curriculare Verknüpfung mit einem engen Bezug zur lokalen Umgebung verbessert. Für die Initiative MINT-Bildung für Innovation schlägt KEICA SpA die Entwicklung einer offenen digitalen Plattform vor, um allgemeine sozio-ökologische Probleme in Lateinamerika kennenzulernen, anhand offizieller Umweltdaten zu lernen und Fähigkeiten in der wissenschaftlichen Kommunikation zu entwickeln. Die teilnehmenden Schulen werden wiederum Teil des KEICA-Netzwerks und -Programms, das in seiner ursprünglichen Version aus Vorschlägen der Experiences and Scientific Forschung, einer Reihe kostengünstiger Sensoren und einem virtuellen Klassenzimmer zur Unterstützung der Lehrkräfte besteht. An dem Pilotprojekt nehmen insgesamt zwölf Schulen aus Chile, Kolumbien, Peru und Mexiko teil. Die Open Digital Platform (KEICA WEB) ist aus der Zusammenarbeit zwischen KEICA SpA und der Pontificia Universidad Católica de Valparaíso (PUCV) entstanden.

Pontifica Universidad Católica de Valparaíso (PUCV)

Dies ist ein Projekt des Centro de Investigación de Estudios Avanzados de Educación (CIAE). Es adaptiert und entwickelt mit weiteren Bildungsinstitutionen digitale Medien rund um das Thema Klimawandel für den Blended-Learning-Unterricht an Schulen und Bildungsbehörden. Dafür nutzt es unter anderem die Inhalte der beiden Internationalen Konferenzen über Bildung zum Klimawandel, die von der Universidad de Chile, CR2, Siemens Stiftung, OCE und UNESCO organisiert wurden. Neben den frei zugänglichen Unterrichtsmaterialien, online wie offline, soll ein digitaler Blended-Learning-Kurs für Lehrkräfte entwickelt werden.

Centro de Investigación de Estudios Avanzados de Educación (CIAE)

Dies ist ein Projekt der Facultat de Educación der Pontifica Universidad Católica de Chile. In Zusammenarbeit mit Lehrkräften werden digitale Medien und Schulungsformate für alle Schulstufen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) entwickelt: Podcasts mit Interviews zu innovativen Ideen für das digitale Unterrichten unter Pandemie-Bedingungen, Erklärvideos zur Erstellung kostengünstiger Instrumente zur Messung von Umweltdaten wie Wasserqualität, Energiemodelle und Luftverschmutzung, Videos, in denen naturwissenschaftliche und pädagogische Expertinnen und Experten sozio-ökologische Herausforderungen in verschiedenen Ökosystemen vorstellen, und Audiokapseln, die Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern erklären, wie sie innovative Forschungsmethoden nutzen können. Dieses Projekt wird koordiniert von
CIDS (Complejo Interdisciplinario para el Desarrollo Sostenible) des PUC Campus Villarrica

Dies ist ein Projekt der Facultad de Educación der Pontifica Universidad Católica de Chile. Das Projekt legt den Grundstein für den Aufbau eines Netzwerks lateinamerikanischer Dekaninnen und Dekane der Bildungsfakultäten wichtiger lateinamerikanischer Universitäten. Ziel des Netzwerks soll es unter anderem sein, digitale MINT-Bildung relevanter in die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung und deren Weiterbildung zu bringen. Gleichzeitig soll ein Ort geschaffen werden für Diskussion und Kollaboration bei innovativen Lehrpraktiken, ein Ort für die Erforschung von Bildung allgemein und insbesondere für die Ausbildung von Lehrerinnen- und Lehrern, und ein Ort, an dem relevante regional- und nationalpolitische Fragen diskutiert werden können – in Zeiten der Pandemie und im Anschluss an sie.

Facultad de Educación

Dies ist ein Projekt der Universidad de Antioquia. Computational Thinking, computergestütztem Denken, soll in den kommenden Jahren verstärkt in den Lehrplan der jeweiligen Schulform eingeführt werden. Das heißt, Schülerinnen und Schüler werden sich mit dem Denkkonstrukt von Computern auseinandersetzen und diese Vorgehensweise beim Lösen bestimmter Probleme anwenden. Dafür entwickelt die Universidad de Antioquia in Kolumbien digitale Unterrichtsinhalte und Workshops, die Lehrkräfte dabei unterstützen, Unterrichtsmodule zu computergestütztem Denken zu entwickeln und durchzuführen. Dazu gehören Open Educational Resources für Schülerinnen und Schüler, also frei verfügbare Bildungsmedien, wie beispielsweise die Lehrmittel von Experimento I 10+. Die Ergebnisse des Pilotprojekts fließen in eine Forschungspublikation ein, so dass sie systematisiert und verbreitet werden können.

Universidad de Antioquia.

Dieses Projekt ist eine Zusammenarbeit der medizinischen und der pädagogischen Fakultät der Universidad de la Sabana. Prosalud trägt zu einer ganzheitlichen Gesundheitsstrategie bei, die darauf abzielt, über das in der Schule erworbene Gesundheitswissen in Familien und somit in die Gemeinschaft hineinwirken zu können. Sie umfasst neben Ernährung, körperlicher Aktivität, Erholung und Umweltbewusstsein auch politische und gesellschaftliche Kenntnis und Teilnahme. Das Projekt der Universidad de la Sabana in Kolumbien erschafft digitale Medien (Videos, Podcasts) und didaktische Handreichungen (Workshops, Anleitungen) für Lehrkräfte sowie deren Schülerinnen und Schüler. Diese Materialien sollen dabei unterstützen, Gesundheits- und Gesellschaftsthemen wie Ernährung, Wasser, Pandemien etc. nach dem Prosalud-Prinzip zu bearbeiten und zu verinnerlichen. Um diese Erkenntnisse auch in die Familien zu tragen, werden weitere Workshops und Anleitungen für die Eltern der Kinder entwickelt. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit regionalen Bildungs- und Gesundheitsbehörden, so dass das Projekt langfristig auch für andere Regionen repliziert werden kann.

Universidad de la Sabana.

In diesem Projekt kooperiert die Pontificia Universidad Bolivariana mit der PUC Valparaíso (Chile), mit dem Ziel, ein virtuelles Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte aus fünf Ländern Lateinamerikas durchzuführen. Sie lernen dabei die Bedeutung innovativer Unterrichtsmethoden und wie sie MINT-Inhalte kollaborativ und digital lehren können. Ziel ist es, den STEM-Unterricht in diesen Ländern zu verbessern. Gleichzeitig vernetzt es die Pontificia Universidad Bolivariana in Medellin mit anderen universitären Lehrkräftenetzwerken des Kontinents, unter anderem dem der Universität Valparaiso in Chile. Das Projekt unterstützt somit bei der Entwicklung eines regionalen Lehrkräftenetzwerkes mit dem gemeinsamen Fokus auf STEM-Lehre und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) mit Informations- und Kommunikationstechnik.

Pontificia Universidad Bolivariana

PUC Valparaíso (Chile)

Dieses Projekt der Universidad San Francisco de Quito verbindet Erkenntnisse und Methoden aus der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) mit indigenem Wissen von Ecuadors Ureinwohnern. Nach dem Vorbild eines ähnlichen Projekts in Kolumbien sollen neue Medien und MINT-Schulungsformate (Videos, didaktische Anleitungen, interaktive Elemente) mit den Schwerpunkten Biodiversität und indigene Kultur ihren Weg in die ecuadorianischen Lehrpläne finden. Die entwickelten Materialien sind für Schülerinnen und Schüler zwischen 8 und 15 Jahren. Die Universität stimmt sich in der Projektentwicklung mit einem kolumbianischen, multidisziplinären Expertinnen- und Expertenteam in Kolumbien und Chile ab.

Universidad San Francisco de Quito

Dieses Projekt wird von der Fundación Siemens Argentina angeleitet. Siemens Solid Edge ist eine Software zur Gestaltung und Herstellung von Produkten. Sie beinhaltet Werkzeuge für 3 D-Design, Simulationen, Herstellung, Datenverwaltung und mehr. Eine kostenlose Version von Solid Edge wird bereits in 70 Ländern verwendet und erreicht mehr als eine Million Lernende. In dem Projekt der Fundación Siemens Argentina soll ein frei zugänglicher Online-Kurs entwickelt werden, mit dessen Hilfe Lehrkräfte und ihre Schülerinnen und Schüler Siemens Solid Edge Software kennen- und nutzen lernen. Das Projekt soll die Technikbildung in den weiterführenden Schulen Argentiniens stärken, mit besonderem Fokus auf digitale Kompetenzen. Innerhalb des Projekts arbeitet die Fundación Siemens Argentina außerdem mit Siemens Mexiko zusammen.

Fundación Siemens Argentina

Dieses Projekt wird von der non-profit Initiative INNOVEC durchgeführt, die sich der Förderung qualitativ hochwertiger Wissenschaftsbildung an öffentlichen Schulen verschrieben hat. In einer Serie von Online-Seminaren sollen Lehrkräfte darin geschult werden, wie sie digitalen Unterricht – auch kombiniert mit analogen Inhalten –   gestalten können. Dafür werden sie im Umgang mit dem Portal CREA (Centro Recursos Educativos Abiertos – Open Educational Resource Center) geschult; es werden Unterrichtsinhalte vorgestellt, die auf die Lehrpläne der jeweiligen Länder zugeschnitten sind. Zusätzlich werden Workshopmodule für den Einsatz in ganz Lateinamerika erarbeitet und zur Verfügung gestellt. Beginnen wird dieses Projekt in Mexiko.

INNOVEC

Die Bildungsfakultät der Pontificia Universidad Católica del Perú koordiniert die Entwicklung und Implementierung einer zertifizierten Weiterbildung für Lehrkräfte anhand von Online-Selbstdidaktik-Modulen. Diese bestehen aus fünf Kursen mit insgesamt 120 Stunden Fortbildung, die MINT-Kompetenzen (digitale Kompetenzen, kritisches Denken, ethisches und verantwortungsvolles Handeln) in den Lehrmethoden fördern sollen. Ein besonderes Anliegen des peruanischen Bildungsministeriums ist es, eine erste Gruppe von Lehrkräften zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren heranzubilden, um train-the-trainer Kompetenz in verschiedenen Regionen des Landes aufzubauen.

Pontificia Universidad Católica del Perú

Vertreterinnen und Vertreter der Associação do Laboratório de Sistemas Integráveis Tecnológico (LSI-TEC), einer Vereinigung, die der Universität von São Paulo angegliedert ist, des Bildungsministeriums des Bundesstaates São Paulo und des brasilianischen Nationalen Industrieverbandes gründeten ein lokales Bildungsnetzwerk namens STEAM Territororio São Paulo. Ziel des Netzwerks ist der Austausch, die Zusammenarbeit und die Verbesserung des Schulunterrichts zu den Themen Naturwissenschaften, Technik, Informatik, Kunst und Mathematik (engl. Kurzform STEAM). Die Zusammenarbeit soll die STEAM-Bildung im Bundesstaat São Paulo nachhaltig stärken. Der Anschluss an bereits etablierte Bildungsnetzwerke auf dem lateinamerikanischen Kontinent fördert zudem die Entwicklung in der Region. Neben dem Aufbau des Netzwerks sind im Rahmen des STEAM Territory São Paulo drei weitere Bildungsprojekte vorgesehen: ein ganzjähriger Fortbildungskurs für Lehrkräfte im Innovationszentrum für Grundschulbildung, die Erstellung und Verbreitung eines Onlinekurses zu STEAM-Bildung und die Verbreitung von Best-practice-Lehrmaterialien.

Associação do Laboratório de Sistemas Integráveis Tecnológico (LSI-TEC)

Gemeinsam schaffen wir innovative MINT-Bildung – für jetzt, zu Pandemie-Zeiten, und für eine nachhaltige Bildung in der Zukunft.
© istockphoto.com, Fotograf*in: FG Trade

Die COVID-19-Pandemie hat das Lehren und Lernen weltweit auf den Kopf gestellt. Von heute auf morgen mussten Lehrkräfte lernen, mit ihren Schülerinnen und Schülern virtuell in Kontakt zu treten – nicht nur technisch, sondern vor allem auch methodisch eine echte Herausforderung! Seit Dezember 2020 sind im Rahmen der lateinamerikaweiten Initiative MINT-Bildung für Innovation mit der finanziellen Unterstützung von Siemens Caring Hands e.V. zahlreiche Projekte sowie innovative Lehr- und Lernmaterialien entstanden, die bereits intensiv in Kindergarten und Schule zum Einsatz kommen. Fünf Pädagoginnen berichten nun in unserer Interviewreihe #STEMeducation4innovation, wie die Pandemie ihren Berufsalltag verändert hat – und zeigen Perspektiven auf, wie digitale Bildung in Zukunft gelingen kann.

...und lernen, zwischen sichtbaren und unsichtbaren Verunreinigungen zu unterscheiden.

Wenn Kreativität Neugier auch digital entfacht

María Marcela Vargas Fernández unterrichtet 32 Kinder im Vorschulalter an der Schule República de Brasil in Santiago, Chile. „Dieses Jahr ist ‚Full Zoom‘“, berichtet sie. „Leider hat mein Kindergarten keine Lizenz gekauft, also agieren wir mit dem Gratis-Zoom, unsere Stunden sind maximal 40 Minuten lang. Man könnte meinen, das ist sehr lang für die Aufmerksamkeitskapazität von Fünf- bis Sechsjährigen, aber hier gab es eine Überraschung: Mit den Monaten haben sich immer mehr Kinder zugeschaltet, es wuselt inzwischen auf dem Bildschirm, das Ganze ist unheimlich interaktiv!“

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Keine leichte Aufgabe: Die richtigen Materialien zu finden, mit denen man Schülerinnen und Schüler auch im Distanzunterricht motiviert und ihre Neugier weckt.

Schon das kleinste Miteinander schafft großen Zusammenhalt

Emma Janelle UC Artigas koordiniert die Bildung und Fortbildung von Lehrkräften für das Staatssekretariat für Grundschulbildung, das zum Bildungsministerium von Veracruz, Mexiko, gehört. Im Interview berichtet sie: „Die Lehrerinnen und Lehrer reagierten zunächst unterschiedlich. Die meisten dachten, die Pandemie sei bald vorbei, aber als sie merkten, dass sie noch viel länger andauern würde, verspürten sie Angst und Nervosität. Viele litten unter Depressionen.“

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Virtuell reiste Jessica Espinoza Fuentes mit ihrer Grundschulklasse an die chilenische Antarktis: Eine Idee, die sie vielleicht ohne Schulschließungen gar nicht gehabt hätte.

Willkommen in der Antarktis – Reisen, die ohne Schulschließung nie stattgefunden hätten

Vor kurzem sagte Jessica Espinoza Fuentes: „Kinder, heute lernen wir, was es mit Wasser und seinen Formen auf sich hat. Wir folgen der Einladung des Leiters der Militärbasis in der chilenischen Antarktis. Dort ist es sehr kalt, noch viel kälter als morgens in San Sebastián, wenn die Vaguada, der feuchte dichte Küstennebel, die Straßen hochzieht. Alle ziehen sich jetzt dick an. Mütze, Schal und gefütterte Jacke nicht vergessen.“ Sie zog sich all diese Dinge vor dem Bildschirm an und sah, wie die Kinder es ihr nachmachten.

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Viele der Schülerinnen und Schüler können dem Unterricht nur auf dem Handybildschirm folgen. Doch auch dies ist teils unmöglich.

Ein Glücksgefühl, wenn Kinder über sich hinauswachsen

Irene del Carmen Santos Cruz unterrichtet in einem Vorort von Xalapa City im Bundesstaat Veracruz, Mexiko. Ihre Schüler*innen kommen aus Familien ohne festes Einkommen. „Ich habe letztes Jahr, als Corona zuschlug, eine Umfrage durchgeführt und herausgefunden, dass nur zwei meiner Schülerinnen und Schüler einen Computer besitzen. Der Rest musste ein Handy benutzen, um am Unterricht teilzunehmen, das sie in vielen Fällen auch mit anderen Mitgliedern ihrer Familie teilen müssen.“

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Ein kleiner Pfad über Felder führt in das Klassenzimmer der Ramón López Velarde Grundschule.

Ohne Internet und Handyempfang: Unterrichten im mobilen Klassenzimmer

Selene Esparza unterrichtet Kinder von Wanderarbeiter*innen in Mexiko, die oft nicht mal einen Klassenraum zur Verfügung haben, geschweige denn Internet oder Handyempfang. „Die Kinder und Jugendlichen stehen für rund 50 Prozent der Schüler*innen Lateinamerikas. Sie haben keine Möglichkeit für digitalen Unterricht“, erzählt sie. „An meinem ersten Tag bekam ich den Schlüssel ausgehändigt. Ich schloss den Eisenbahnwaggon auf und musste mich erstmal setzen. Ich dachte: Das ist also die Realität – ich sitze fernab zwischen Tomaten, Bohnen und Chili. Kein Computer und kein Internet werden hier funktionieren.“

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Die Bildungsinitiative wird finanziell durch den COVID-19-Hilfsfonds des Vereins Siemens Caring Hands e. V. gefördert, welcher auf Initiative der Siemens AG ins Leben gerufen wurde. Die von Siemens Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gespendete Summe wurde von der Siemens AG verdoppelt und wird nun für spezifische, wohltätige COVID-19-Hilfsprojekte eingesetzt. Das Auswärtige Amt unterstützt die lateinamerikaweite Bildungsinitiative im Rahmen seines Engagements für Kultur und Bildung in der Region.

»Bildung ist der Grundstein für eine stabile und zukunftsstarke internationale Gemeinschaft. Die Initiative fügt sich ein in unsere Arbeit in der Region.«

Heiko Maas, Außenminister der Bundesrepublik Deutschland

»Spätestens jetzt ist der Moment gekommen, um innovative Lernmethoden zu fördern, die allen Kindern und Jugendlichen eine Chance auf hochwertige Bildung ermöglichen.«

Prof. Dr. Stephan Frucht, Vorstandsmitglied Siemens Caring Hands e. V.

»Ich freue mich, dass unsere Spenden aus dem Hilfsfonds unter anderem für dieses großartige Bildungsprojekt in Lateinamerika eingesetzt werden.«

Judith Wiese, Mitglied des Vorstands sowie Chief Human Resources
Officer der Siemens AG
Leiterin Regionalbüro Lateinamerika
Ulrike Wahl

+49 89 540487 0

Leitung Arbeitsgebiet Bildung
Dr. Barbara Filtzinger
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