Speed it up! – #KonfBD2025 fordert mehr Tempo in der digitalen Bildungstransformation
Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Prof. Dr. Uta Hauck-Thum, Fabian Franz (Moderation), Kristin van der Meer, Micha Pallesche und Prof. Dr. Felicitas Macgilchrist im Gespräch auf der KonfBD25.
© Forum Bildung Digitalisierung, Fotograf: Phil Dera
Am 24./25. September 2025 versammelte die Konferenz Bildung Digitalisierung #KonfBD2025 in der Urania Berlin über 1.000 Vertreter*innen aus Bildung, Forschung, Politik und Zivilgesellschaft. Unter dem Motto „POWER UP – Souverän für die digitale Transformation“ ging es um zukunftsfähige und chancengerechte Bildung.
Deutlich wurde: An Wissen mangelt es nicht – wohl aber an Tempo in der Umsetzung. Bundesbildungsministerin Karin Prien sprach offen von Deutschlands „Schwierigkeiten mit der Implementierung“, Bildungsforscher John Hattie brachte es auf den Punkt: „Speed it up!“ – ein Appell, der zum geflügelten Satz der Konferenz wurde.
Mut zur Umsetzung gefordert
Von Demokratiebildung über Desinformation bis Künstliche Intelligenz (KI) – die Konferenz machte klar: Digitale Souveränität ist Grundlage für Bildungsgerechtigkeit und Demokratiekompetenz. Verbote allein bremsen, stattdessen braucht es Mut zum Ausprobieren und politische Rückendeckung für Lehrkräfte. Stiftungen spielen hier eine entscheidende Rolle, weil sie unabhängige Impulse setzen, neue Ansätze erproben und Akteur*innen aus unterschiedlichen Bereichen miteinander vernetzen.
Digitalität als kulturelle Bedingung von Bildung
„Wir beschäftigen uns mit Digitalität, weil wir darin einen zentralen Treiber gesellschaftlichen Wandels sehen, der Bildung, Teilhabe und Zukunftsfähigkeit komplett neu definiert“, betont Dr. Nina Smidt von der Siemens Stiftung. „Digitalität ist mehr als Ausstattung. Sie prägt eine vernetzte, fluide und algorithmisch geprägte Lebensrealität, die neue Perspektiven auf Lernen eröffnet.“ Diese Haltung bringen wir auch als Gründungspartnerin in das Forum Bildung Digitalisierung ein.
Von der Haltung zum Kompetenzerwerb: Unsere Beiträge
Im Panel „Jenseits des Instrumentellen: Bildung unter den Bedingungen der Digitalität – von der Haltung zum Kompetenzerwerb für zukünftige Generationen“ mit Klaus Hurrelmann, Felicitas Macgilchrist, Kristin van der Meer, Uta Hauck-Thum und Micha Pallesche diskutierte die Siemens Stiftung zentrale Fragen zu Bildung unter den Bedingungen der Digitalität. Die Kernbotschaften:
- Digitalität ist mehr als Technik – es geht um kulturelle Praktiken, Werte und Teilhabe. Bildung muss diese Dimension ins Zentrum rücken.
- Schulen sollten nicht nur vermitteln, sondern aktiv Orte der Auseinandersetzung mit Digitalität sein.
- Innovative Ansätze und Best Practices müssen sichtbar gemacht, geteilt und flexibel in unterschiedlichen Kontexten adaptiert werden.
- Transformation gelingt nur im Zusammenspiel von Politik, Forschung, Praxis und Zivilgesellschaft – kein Akteur allein kann die Aufgabe bewältigen.
Maker Education fördert Kreativität und Eigenverantwortung
Mit Franziska von Einem und Sabrina Konzok präsentierte die Siemens Stiftung, wie Maker Education Lernräume für Kreativität und Innovation öffnet. Ein Beispiel ist der MINT-Hub in Siemensstadt Square, ein außerschulischer Lernort für praktisches, digitales Arbeiten und Zukunftsideen.
Aktiv werden!
Die #KonfBD2025 hat gezeigt: Digitale Transformation in der Bildung gelingt nur, wenn wir sie als gemeinsame Aufgabe verstehen – über Schulen, Forschung, Politik, Zivilgesellschaft und Stiftungen hinweg. Als gemeinnützige Stiftung im Forum Bildung Digitalisierung sehen wir unsere Aufgabe darin, unabhängige Impulse zu setzen, innovative Ansätze sichtbar zu machen und Akteur*innen wirksam zu vernetzen. Jetzt gilt es, die Energie aus Berlin mitzunehmen und weiter daran zu arbeiten, digitale Souveränität und Gestaltungskraft in allen Lernorten zu stärken – damit Bildung unter den Bedingungen der Digitalität chancengerecht und zukunftsfähig wird.
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Weiterführende Links
Aktuelles
StaRK stärkt Selbstregulation in der frühen Bildung
- Wie können Kinder lernen, mit Frust, Emotionen und Herausforderungen umzugehen? Antworten darauf vermittelt der neue kostenfreie Online-Kurs „Der Turm fällt um – und jetzt?“. Er ist Teil von StaRK, einem Projekt der Stiftung Kinder forschen und der Charité. Die Siemens Stiftung fördert das Vorhaben, das Selbstregulationskompetenzen von Kindern im Kita-Alter stärkt.
Dr. Nina Smidt übernimmt den Vorsitz des Kuratoriums der Hanns R. Neumann Stiftung
- Michael R. Neumann hat den Vorsitz des Kuratoriums der Hanns R. Neumann Stiftung zum 1. Oktober 2026 an unsere Vorständin Dr. Nina Smidt übergeben. Die Verkündung der Amtsübergabe fand in Hamburg in Anwesenheit von Mitgliedern des Kuratoriums und der Geschäftsführung der Stiftung statt.
Strategischer Roundtable „Klimakompetenz stärken: Desinformation begegnen und Anpassung voranbringen“
- Im Rahmen der Climate Week NYC 2026 laden die Siemens Stiftung und das Office for Climate Education Vertreter*innen aus Politik, Nichtregierungsorganisationen, Philanthropie und internationalen Organisationen zu einem strategischen Roundtable über Klimakompetenz ein. Im Fokus steht, wie Klimawandelbildung Desinformation entgegenwirken und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels voranbringen kann.
In Kultur und lokalen Lebenswelten verwurzelt: Das V. Encuentro eröffnet Wege für die Zukunft der Bildung
- Mehr als 500 Teilnehmende aus 200 Organisationen und 14 Ländern kamen beim V. Encuentro in Lima, Peru, zusammen. Die dreitägige Veranstaltung stärkte die Zusammenarbeit und brachte innovative Bildungsansätze voran, die Antworten auf die drängendsten Herausforderungen im Bildungsbereich Lateinamerikas bieten.