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MINT-Bildung in Peru

Bildung für bessere Chancen

Der neunjährige Benjamin wohnt im Valle Sagrado. Für die Hütte seiner Familie hat er im Physikunterricht eine Solarlampe gebaut.
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Ein Blick ins Urubambatal: Für viele Kinder ist hier Bildung der einzige Weg aus der Armut.
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Mittagessen an der Schule Niños del Arco Iris. Das Instituto Apoyo arbeitet mit ihren Programmen hier bereits seit 2013.
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„Lernen mit allen Sinnen“: Die Versuche vermitteln nicht nur Wissen, sondern fördern auch Kreativität und Teamarbeit.
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Im WEF Ranking Maths and Science belegt Peru Platz 125 von 137. Ein nationales Bildungsprogramm will hier nun aufholen.
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Nur wenn alle Akteure zusammenarbeiten, können möglichst viele junge Leute mit guter MINT-Bildung erreicht werden.
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Fünf Minuten nur, dann öffnet sich für den neunjährigen Benjamin das Tor zu einer anderen Welt. Der peruanische Junge lebt mit seinen vier Geschwistern ganz in der Nähe der berühmten Ruinenstadt Machu Picchu, in einer provisorischen Hütte und bescheidenen Verhältnissen. Fünf Minuten, das ist die Wegstrecke zu seiner Schule, der anderen Welt: Mit sauberem Wasser, gesundem Essen und vor allem guter Bildung.

Bildung ist für Kinder wie Benjamin die bestmögliche Chance, Wissen und Kompetenzen aufzubauen, ihre Persönlichkeit zu entfalten und ihr Leben frei zu gestalten. Im multikulturellen und vielfältigen Peru aber ist der Zugang zu guter Bildung vornehmlich in den ländlichen Regionen und für die indigenen Bevölkerungsteile häufig versperrt. Es fehlt an ausreichend Schulen, gut ausgebildeten Lehrern und einer qualitativ hochwertigen Bildung, die auch den Anforderungen einer globalen und digitalen Welt entspricht.

  • Zweistufiges Schulsystem: Grundschule (Educación primaria: 6 Jahre), weiterführende Schule (Educación secundaria: 5 Jahre)
  • Ausgaben für Bildung: 3,8 % des BIP (2016)
  • WEF Ranking Maths and Science: Platz 125 von 137 (2017-2018)
  • PISA-Studie 2015: Platz 65 von 71
  • Wichtige Themen: Implementierung des Nationalen Programms zur Popularisierung von Naturwissenschaften, Technik und Innovation

Naturwissenschaftlich-technische Bildung hat in Peru zunehmend an Bedeutung gewonnen und sich in der politischen Agenda des Landes fest etabliert. MINT-Bildung soll individuelle Perspektiven der zunehmend jungen Bevölkerung fördern und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes innovativ vorantreiben. 2016 wurde dazu das bildungspolitische Programm „Programa Especial de Popularización de la Ciencia, la Tecnología y la Innovación“ („Nationales Programm zur Popularisierung von Wissenschaft, Technologie und Innovation“) verabschiedet. Es trägt zur Popularisierung von Naturwissenschaften, Technologie und Innovationen bei und wurde unter Mitwirkung von Mitgliedern des Foro Nacional STEAM (Nationalen STEAM-Forums) erarbeitet.

Die Siemens Stiftung unterstützt die bildungspolitischen Entwicklungen Perus und setzt sich gemeinsam mit Partnern und durch aktive Gremien- und Netzwerksarbeit für eine lebensnahe MINT-Bildung ein:

Internationales Bildungsprogramm Experimento

Seit 2013 leisten wir in Peru mit unserem internationalen Bildungsprogramm Experimento einen Beitrag zu einer qualitativ hochwertigen Aus- und Weiterbildung von Lehrern. Vor Ort arbeiten wir mit dem Instituto Apoyo und der Universidad Cayetano Heredia zusammen. Renommierte Institutionen, die sich mit ihren schulischen und außerschulischen MINT-Programmen „Ciencia para todos-Experimento“ („Wissenschaft für alle – Experimento“) und „Diviértete y aprende“ („Hab Spaß und Lerne“) im peruanischen Bildungsgeschehen innovativ engagieren. Instituto Apoyo hat Experimento für den Grundschulbereich im Sinne des nationalen Curriculums adaptiert und führt seit 2013 Weiterbildungen für Lehrkräfte in den Regionen Piura im Norden, Gran Lima, im Urubambatal sowie in Ilo und Moquegua im Süden Perus durch. Die Universidad Cayetano Heredia schult angehende Lehrkräfte im Rahmen der universitären Ausbildung, und bietet vor allem im außerschulischen Bereich kreative MINT-Workshops zu verschiedensten Themenbereichen für Kinder und Jugendliche an.

 

Das Foro Nacional STEAM

Ziel des Foro Nacional STEAM ist es, durch gemeinsame und verstärkte Zusammenarbeit die STEAM-Bildung in Peru deutlich zu verbessern. Das Akronym STEM (science, technology, engenieering and mathematics) wurde dazu um ein „A“ wie „arts“ erweitert: Nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltagsleben soll fundiertes Wissen mit Innovation und Kreativität umgesetzt werden, um das „Lernen mit allen Sinnen“ zu aktivieren und Erfindungsreichtum und Phantasie zu fördern. Die am STEAM Forum teilnehmenden Institutionen repräsentieren die wichtigsten Bildungseinrichtungen des Landes. Initiiert wurde die Gründung 2016 vom Instituto Apoyo, der Siemens Stiftung und der TUM School of Education der TU München, gemeinsam mit Perus größten Universitäten: Pontificia Universidad Católica​, Universidad Peruana de Ciencias Aplicadas, UTEC, Instituto Pedagógico Monterrico und Universidad Cayetano Heredia. Inzwischen hat sich das STEAM-Forum zu einer festen Institution für innovative und qualitative MINT-Bildung etabliert.

STEAM Territorios (MINT-Regionen)

STEAM Territorios vereinen zivilgesellschaftliche, wissenschaftliche, wirtschaftliche und politische Akteure einer Region und kanalisieren deren Anstrengungen, um die STEAM-Bildung eines definierten Gebietes kontextbezogen zu fördern und somit eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung anzustoßen.

In Peru existieren bereits zwei STEAM Territorios, der Stadtteil Miraflores der Hauptstadt Lima sowie die Region Tacna im Süden des Landes. Beide Gebiete sind mit sehr unterschiedlichen Situationen und Herausforderungen konfrontiert, die in den STEAM Territorios kontextbezogen analysiert werden, um jeweils passende Lösungen für die Region umzusetzen. 

Red STEM Latinoamérica

Seit 2011 unterstützt die Siemens Stiftung mit ihrem internationalen Bildungsprogramm Experimento Pädagogen und Lehrkräfte in acht Ländern Lateinamerikas dabei, das STEM-Verständnis von Kindern und Jugendlichen zu fördern und ihr Interesse an naturwissenschaftlich-technischen Zusammenhängen zu stärken. Die spanische Website Red STEM Latinoamérica informiert umfassend über das Engagement und fördert die Netzwerksaktivitäten der einzelnen Akteure.

Bildung in Lateinamerika

Ulrike Wahl

+569 6176 7041

PISA-Studie 2015

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