• EinDollarBrille
    Eine Brille – unendliche Möglichkeiten.
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  • Biegemaschine des Vereins EinDollarBrille
    Mit der Biegemaschine des Vereins EinDollarBrille kann eine Brille in lokaler Produktion bereits in einer Viertelstunde hergestellt werden – Materialkosten: 1 US-Dollar.
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  • EinDollarBrille für fehlsichtige Kinder
    Die EinDollarBrille eröffnet fehlsichtigen Kindern Lebensperspektiven. Viele kamen vorher im Unterricht nicht mit, weil sie schlecht sehen konnten.
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  • EinDollarBrille für Berufstätige
    Menschen, deren Augenlicht zu schlecht war, um ihrem Beruf weiter nachzugehen, können ihre Arbeit wieder aufnehmen.
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  • Sehtest für EinDollarBrille
    Die Siemens Stiftung unterstützt die Ausweitung des Vertriebs der EinDollarBrillen in Burkina Faso. Vor allem schlecht erschlossene ländliche Regionen stehen im Fokus.
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  • Sehtest für EinDollarBrille
    Jeder Kunde wird sorgfältig getestet. Die Ausbildung der Mitarbeiter ist dabei ein entscheidendes Kriterium.
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Die Vision des Vereins EinDollarBrille e.V. ist eine Welt, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, sich eine Brille zu leisten. Seit 2012 baut er deshalb in Entwicklungsländern Strukturen zur dauerhaften Versorgung von sehbehinderten Menschen mit günstigen, vor Ort hergestellten Brillen auf. Die Siemens Stiftung unterstützt den Verein beim strategischen Ausbau seiner Arbeit in Burkina Faso.

Hilfe für 150 Millionen Menschen: Der Verein EinDollarBrille und seine Idee

800 Dollar pro Jahr – So hoch schätzt die WHO den wirtschaftlichen Nutzen einer Brille. Sie erleichtert den Alltag, eröffnet die Chance auf Bildung und erweitert die Möglichkeiten bei der Berufswahl. Dass für rund 150 Millionen Menschen weltweit, die unter einer Fehlsichtigkeit leiden, eine eigene Brille bislang Traum bleibt, wollte Martin Aufmuth aus Erlangen nicht hinnehmen. Er hat ein einfaches Modell entwickelt, das sich selbst Menschen leisten können, die von weniger als einem US-Dollar am Tag leben. Mit seinem Verein trägt er diese Idee nun in die Welt.

Der Aufbau eines sozialen Unternehmens spielt dabei eine entscheidende Rolle: Die „EinDollarBrille“ kann von Menschen vor Ort mit einer eigens dafür entwickelten Biegemaschine selbst hergestellt und an Landsleute verkauft werden. Die Materialkosten für eine Brille liegen bei rund einem US-Dollar, der Verkaufspreis bei zwei bis drei Tageslöhnen. Bisher konnte der Verein mit diesem Ansatz bereits über 50.000 fehlsichtigen Menschen in acht Ländern weltweit zu einer Brille verhelfen und über 100 Menschen in der Herstellung und dem Vertrieb der Brillen ausbilden. Die Expansion in weitere Länder wird durch Spenden finanziert. Durch den Verkauf der Brillen werden die Gehälter, die Aufwendungen für Infrastruktur, Transport und Marketing im Land bezahlt sowie Material für neue Brillen gekauft. Der Verein unterstützt so eine kontinuierliche, finanziell unabhängige augenoptische Grundversorgung der Bevölkerung in Entwicklungsländern.

Versorgung im ländlichen Raum: Unsere Zusammenarbeit in Burkina Faso

Kennengelernt haben wir den Verein EinDollarBrille im Rahmen unseres empowering people. Award, der einfache technische Lösungen prämiert, die nachhaltig dazu beitragen, die Grundversorgung in Entwicklungsregionen zu verbessern. Martin Aufmuth gewann 2013 den ersten Preis für seine Idee. Neben 50.000 Euro Preisgeld enthält die Organisation seitdem Beratung im Rahmen unseres empowering people. Network. Um das Angebot angepasster und bezahlbarer Brillen noch mehr Menschen zugänglich zu machen, unterstützt die Siemens Stiftung seit Oktober 2015 zudem den Ausbau der Aktivitäten des Vereins in Burkina Faso.

Der Verein ist dort seit 2013 aktiv. Seitdem wurde die lokale Organisationsstruktur stetig ausgebaut. Bis auf die Kosten für die Betreuung aus Deutschland ist das Projekt bereits weitgehend finanziell selbsttragend: Die Löhne für die Produzenten und für das Betriebspersonal, Fahrtkosten, Miete und sonstige Nebenkosten werden aus dem Verkauf der Brillen finanziert. Mehr als 16.000 Brillen wurden bislang verkauft.

Der Fokus unserer Zusammenarbeit liegt insbesondere darauf, in einem dreijährigen Pilotprojekt Vertriebsstrategien zu entwickeln, mit denen auch ländliche Regionen erreicht werden können. Dies ist besonders wichtig, da ein Großteil der Bevölkerung in Burkina Faso nach wie vor in ländlichen Gebieten lebt, in denen der Zugang zur Gesundheitsversorgung sehr eingeschränkt ist. Ziel ist es, durch eine Kombination aus stationären Brillenshops und mobilen Verkaufsteams eine möglichst flächendeckende Versorgung auf Basis eines sozialunternehmerischen Geschäftsmodells sicherzustellen.