Sprache mit KIKUS spielerisch vermitteln - Studien untersuchen u.a. die Wirkung der Sprachfördermethode
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So groß der Bedarf an frühkindlicher Sprachförderung ist, so viele unterschiedliche Ansätze, Projekte und Meinungen gibt es. Was fehlt, ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung zu ihrer Wirksamkeit. Deshalb hat die Siemens Stiftung Forschungsvorhaben zur Sprachförderung und zur KIKUS-Methode unterstützt.

Evaluierungsstudie des TransferZentrums für Neurowissenschaften und Lernen

Insbesondere zu den längerfristigen Entwicklungsprozessen von mehrsprachig aufwachsenden Kindern in Deutschland gibt es wenig wissenschaftliche Aussagen. Die dreijährige Studie, die das TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) mit Unterstützung der Siemens Stiftung durchführt hat, verfolgte das Ziel, die Wirksamkeit der KIKUS-Methode bei mehrsprachigen Kindern zu untersuchen. Außerdem sollten Faktoren identifiziert werden, die für ein erfolgreiches Erlernen der deutschen Sprache bei bi- oder multilingual aufwachsenden Kindern zentral sind. Dazu analysierten die Wissenschaftler die Sprachfertigkeiten von rund 200 Kindern im Alter von drei und vier Jahren. Ein Vorhersagemodell bündelte die Merkmale, die mehrsprachige Kinder beeinflussen. Einige davon wurden erstmals in einer Studie miteinbezogen, etwa die Qualität der Interaktion zwischen Erzieherin und Kind oder die Bedeutung der Gleichaltrigen. Zu den Ergebnissen der Studie geht es hier: www.znl-ulm.de

Studie zur Wirkung naturwissenschaftlicher Bildung auf sprachliche Kompetenzen

Wie hängen frühe naturwissenschaftliche und sprachliche Bildung zusammen? Dieser Frage geht ein interdisziplinäres, dreijähriges Forschungsprojekt zur naturwissenschaftlichen Frühbildung in Deutschland erstmals auf den Grund. Die Studie EASI Science-L (Early Steps into Science and Literacy) untersucht, wie sich naturwissenschaftliche Bildungsangebote auf die Sprachkompetenz von Kindern auswirken. Gefördert wird das Forschungsvorhaben von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, der Siemens Stiftung und der Baden-Württemberg Stiftung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite "Haus der kleinen Forscher".

Discussion Paper des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung

Im Januar 2012 veröffentlichten das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und die Siemens Stiftung das Discussion Paper „Dem Nachwuchs eine Sprache geben – Was frühkindliche Sprachförderung leisten kann“. Darin wurden Hauptursachen für Sprachdefizite identifiziert und neun Kriterien formuliert, die für eine gelungene Sprachförderung zentral sind. Ein wesentlicher Grund für sprachliche Defizite von Kindern ist dem Discussion Paper zufolge das fehlende „Sprachbad“. Dieser tägliche Umgang mit der deutschen Sprache ist im Leben vieler Kinder keine Selbstverständlichkeit. So geht ein Drittel der nicht-deutschsprachigen Kinder in eine Kita, in der die Mehrheit der anderen Kinder ebenfalls nicht mit Deutsch als Muttersprache aufwächst. Zu den Kernelementen für eine erfolgreiche Sprachförderung gehört es folglich, das Sprachbewusstseins der Erzieherinnen und Erzieher kontinuierlich zu schärfen. Ebenso wichtig ist es, die Kinder entsprechend ihres Sprachentwicklungsstandes individuell zu fördern und ihre Erstsprache systematisch einzubeziehen.