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Projekt abgeschlossen | Zeitraum: 2011–2018

WE!Hubs

Solarstationen für Energie, Trinkwasser & Bildung

Die Water-Energy-Hubs bringen Elektrizität und Trinkwasser in abgelegene Gebiete Kenias.
© © OSRAM, Fotograf*in: Fotograf: Gerhard Mair

Mit den Water-Energy-Hubs (WE!Hubs) förderte die Siemens Stiftung von 2011 bis 2018 den Einsatz erneuerbarer Energien in Kenia, um so die Energie- und Trinkwasserversorgung in abgelegenen Regionen zu verbessern. Die WE!Hubs sind solarbetriebene Energiestationen, die unabhängig vom Stromnetz arbeiten und so auch ländliche Regionen ohne Infrastruktur mit grünem Strom und sauberem Wasser versorgen können.

Arbeitsgebiet:

Entwicklungskooperation

Region/Land:

Kenia

Projektzeitraum:

2011–2018 (abgeschlossen)

Gegen eine geringe Gebühr konnten lokale Fischer an sieben Standorten rund um den Viktoriasee wiederaufladbare Solarlaternen ausleihen, die bezahlbar, umweltfreundlich und im Gegensatz zu den häufig verwendeten Petroleumlampen nicht gesundheitsschädlich sind. Darüber hinaus boten die WE!Hubs weitere solarbetriebene Produkte wie z.B. kleinere Solarsysteme für den Hausgebrauch an, zudem konnten Mobiltelefone aufgeladen und sauberes Trinkwasser bezogen werden. Zusätzlich boten die WE!Hubs Arbeitsplätze, Weiterbildungs- und somit Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung.

Die Energie- und Wasserversorgung in Subsahara-Afrika ist prekär. Vor allem ländliche Gebiete sind betroffen. Dort haben nur 56 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser. Zugang zu Elektrizität haben nur etwa 17 Prozent. Die häusliche Energiegewinnung erfolgt zu mehr als 80 Prozent aus Biomasse wie Kerosin oder Diesel. Dies bedeutet hohe Kosten für die Familien und hat vor allem schwerwiegende Folgen für Mensch und Umwelt. Mit unseren Konzepten im Bereich Entwicklungskooperation tragen wir dazu bei, diese Versorgungsdefizite abzubauen. Gleichzeitig schaffen wir Möglichkeiten für Beschäftigung und Ausbildung und fördern das lokale Unternehmertum.

Was ist das Konzept der WE!Hubs?

  • Netzunabhängige Stationen Die WE!Hubs arbeiten mit Solarenergie und somit netzunabhängig. So können sie auch in Gebieten ohne Infrastruktur problemlos eingesetzt werden.
  • Umweltfreundliche und kostengünstige Energieversorgung Durch moderne Solartechnologie wird in den WE!Hubs Strom gewonnen. Kunden können gegen eine geringe Gebühr Mobiltelefone laden und wiederaufladbare Leuchten und Fischerlampen ausleihen, die die weitverbreiteten, teuren, umwelt- und gesundheitsschädlichen Petroleumlampen ersetzen.
  • Trinkwassererzeugung durch moderne Technologien Jeder WE!Hub bietet zudem sauberes Trinkwasser an. Hierfür wird Regen- oder Grundwasser gesammelt und durch ein solarbetriebenes Membran-Filtersystem gereinigt.
  • Einkommensmöglichkeiten und Weiterbildung Die WE!Hubs bieten Einkommenschancen für die lokale Bevölkerung. So gibt es die Möglichkeit, in den WE!Hubs selbst zu arbeiten. Zusätzlich können die Menschen aus der Region an verschiedenen Weiterbildungen teilnehmen. Vermittelt werden unter anderem grundlegende unternehmerische Fähigkeiten sowie der Umgang mit Informations- und Kommunikationsmedien.

Aufbauend auf drei Pilotkiosken, die das Unternehmen OSRAM und der Global Nature Fund erfolgreich am Viktoriasee umgesetzt hatten, schloss sich 2011 ein Konsortium aus drei Organisationen zusammen, um – gefördert durch die Europäische Union und die Siemens Stiftung – das Projekt weiter zu entwickeln. Beschlossen wurde neben dem Ausbau der bestehenden drei Kioske auch der Neubau weiterer Solarkioske an neuen Standorten um den Viktoriasee. Die Siemens Stiftung verpflichtete sich neben ihrer Rolle als Förderer des Projektes, auch Weiterbildungsprogramme um die WE!Hubs anzubieten.

Was hat sich seit Beginn des Projekts getan?

  • Erweiterung und neue Ausstattung der bestehenden Hubs Die bereits bestehenden Hubs wurden um Computerräume erweitert und mit neuen, verbesserten Produkten ausgestattet. Außerdem wurde ein Barcode-System eingeführt, das es ermöglicht, die geleasten Produkte wie Laternen zu kontrollieren, um sie regelmäßig wiederaufzuladen und damit vor vorzeitigem Verschleiß zu schützen.
  • Start des Entrepreneurship Trainings- und Mentoringprogramms Trainings zu Entrepreneurship, Business Management, sozialen Kompetenzen, Kundenservice und Finanzmanagement sowie zum Umgang mit Informations- und Kommunikationsmedien wurden eingeführt. Ein anschließendes rund sechsmonatiges Mentoring- und Coachingprogramm begleitet die Trainees auf ihrem Weg zum erfolgreichen Kleinunternehmer. Inzwischen wurden allein in Mbita rund 500 Selbstständige und Jugendliche geschult.
  • Eröffnung der neu gebauten WE!Hubs Am 10. März 2014 wurde feierlich der erste neu gebaute Water-Energy-Hub in Honge, einem Fischerdorf am Viktoriasee, eröffnet. Die lokale Bevölkerung feierte dieses Ereignis gemeinsam mit den Repräsentanten der beteiligten Organisationen, Light for Life, Global Nature Fund, OSRAM, Thames Electricals, Siemens Stiftung und der Europäischen Union. Zugang zu erneuerbarer Energie sowie zu sauberem Trinkwasser, zu Computer und Internet sowie die Möglichkeit, an Aus- und Weiterbildungsprogrammen teilzunehmen, bieten seither den Menschen in Honge neue Perspektiven. Die WE!Hubs in Sori, Ragwe und Homa Bay starteten im Laufe des Jahres 2015.

Übernahme der Standorte von WeTu

Alle sieben Standorte wurden inzwischen von unserem Sozialunternehmen WeTu übernommen.

Projektleitung WE!Hubs
Christine Meinhardt
Projektleitung WE!Hubs
Tilmann Straub
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