• Bei der Sprachfördermethode KIKUS (Kinder in Kulturen und Sprachen) geht es um das Erlernen einer Zweitsprache.
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Arbeitsbereich:
Bildung
Land/Region:
Deutschland
Dr. Edgardis Garlin vom Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V.

Nach sieben Jahren endet die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Siemens Stiftung und dem Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. (zkm). Die Verbreitung der Sprachfördermethode KIKUS stand für beide Partner im Vordergrund.

Im Gespräch berichtet Dr. Edgardis Garlin, Vorstand beim zkm und Begründerin der KIKUS-Methode, über die intensive Partnerschaft mit der Siemens Stiftung, über gemeinsame Erfolge und die nun kommenden spannenden Schritte.

Warum gibt es eigentlich KIKUS?


Vor 17 Jahren erhielt ich einen „Notruf“ von einem Kindergarten in München: Sie brauchten Unterstützung, um einigen Kindern, die in ihren Familien Türkisch, Albanisch und Spanisch sprachen, das Deutsche als Zweitsprache beizubringen – spielerisch und systematisch, aber ganz ohne Schrift. Als praxisliebende Sprachwissenschaftlerin nahm ich die Herausforderung an. Und heute ist das Thema durch die ankommenden Flüchtlingskinder aktueller denn je.

Was hat Sie mit der Siemens Stiftung zusammengebracht?

Die Entwicklung und die steigende Nachfrage von Seiten der Kindergärten zeigten ganz deutlich, dass unsere Arbeit zwar gesellschaftlich dringend erforderlich war und ist, aber dass man damit eigentlich kein Geld verdienen kann. So baten wir seinerzeit die Abteilung Caring Hands der Siemens AG um finanzielle Unterstützung für einen KIKUS-Sprachförderkurs und in Folge auch für weitere Projekte. Als die Siemens Stiftung dann 2008 gegründet wurde, bot man uns eine Kooperation an, um die KIKUS-Methode in ganz Deutschland zu verbreiten.

Was hat die Verbreitung von KIKUS für das zkm bedeutet?

Durch die Unterstützung der Siemens Stiftung konnten wir zahlreiche, kostenlose Fortbildungen für die Erzieher in den Kindertagesstätten anbieten. Dies war einer der wichtigsten Meilensteine in unserer Geschichte. Wir konnten somit zeigen, dass die Methode nicht nur in München, sondern in ganz Deutschland und letztendlich auch auf der ganzen Welt funktioniert. Sogar in Südafrika! Dort arbeiten engagierte Mitglieder vor Ort mit KIKUS Englisch, um benachteiligten Kindern so früh wie möglich die Schulsprache näher zu bringen und so ihre Chancen auf Bildung zu erhöhen. Gleichzeitig lernen englisch- und deutschsprachige Kinder die Landessprache Xhosa – ebenfalls mit KIKUS. Das macht mich sehr glücklich.

Es gab bestimmt auch Hürden auf Ihrem Weg?

Hürden gibt es immer, aber ich weiß nicht mehr, wo sie standen. Da halte ich mich an Goethe: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen“… Aber ich kann natürlich sagen, was aus meiner Sicht grundsätzlich hinderlich ist: Konkurrenzdenken und Arroganz im sozialen Bildungsbereich – das sollten wir uns alle wirklich nicht leisten!

Was war das Besondere an der Zusammenarbeit mit der Siemens Stiftung?

Das Besondere war das kontinuierliche Interagieren auf Augenhöhe, die Co-Operation im wahrsten Sinne des Wortes. Alle Projektvorschläge wurden von beiden Seiten offen aufgenommen, intensiv durchdacht und gemeinsam umgesetzt. Das beste Beispiel dafür ist die Sprach-Lern-Software „KIKUS digital“: Die Idee und die Grundlagen kamen vom zkm, aber die weitere Entwicklung und die Integration des Programms in das Medienportal der Siemens Stiftung waren definitiv ein Gemeinschaftswerk, auf das alle beteiligten Projektpartner sehr stolz sein können.

Wie gestaltet sich der Übergang in die vollständige Selbstständigkeit?

Ich denke, wir haben im zkm das Glück, dass wir ja auch schon vor unserer Partnerschaft eigenständig waren. Uns war immer bewusst, dass die Zusammenarbeit mit der Siemens Stiftung zeitlich begrenzt sein wird. Dennoch ist die Auflösung der Kooperation nach sieben Jahren intensiver Zusammenarbeit natürlich eine große Herausforderung und Umstellung. Doch auch hier nimmt die Siemens Stiftung ihre Verantwortung wahr und stellt dem zkm ein Coaching durch die Social Entrepreneurship Akademie zur Verfügung, das für uns in Bezug auf das Thema Skalierung ausgesprochen wichtig ist. Hier zeigt sich aus meiner Sicht die Professionalität der Stiftung in der Übergangsgestaltung.
Darüber hinaus hat die Siemens Stiftung eine Studie über die Wirksamkeit von Sprachförderprogrammen bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache und ganz speziell von KIKUS ermöglicht. Die Ergebnisse der Studie, die vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) durchgeführt wurde, geben uns wichtige Impulse mit auf den Weg.

Wie geht es beim zkm weiter?

Wie anfangs schon gesagt, ist unser Engagement heute wichtiger denn je. Wir arbeiten intensiv daran, unsere Ziele – Integration, Chancengleichheit und Mehrsprachigkeit und zwar für alle Kinder und von Anfang an! – auch weiterhin tatkräftig umzusetzen. Bereits bestehende KIKUS-Standorte in Deutschland möchten wir ausbauen und stabilisieren. Und natürlich neue hinzugewinnen. Unser Maskottchen „Verbi“ schicken wir daher auf Taschen und als Puppen in die Welt hinaus, um auf uns aufmerksam zu machen. KIKUS Südafrika dient uns als Vorbild für die Etablierung neuer „Niederlassungen“ weltweit. Auch planen wir zusammen mit der LOKANDO AG die Weiterbearbeitung von KIKUS digital für Türkisch, Arabisch und Tschechisch. Wir gehen zuversichtlich in die Zukunft und danken der Siemens Stiftung von ganzem Herzen für die wunderbare Zusammenarbeit! Und wie sagt man so schön: Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang – und so freuen wir uns auf unsere zukünftigen Förderer und Partner!

"Das Besondere war die Co-Operation im wahrsten Sinne des Wortes.“

Anderen Sprachen mit Wertschätzung begegnen - Interview mit Dr. Edgardis Garlin vom zkm
  • Frühkindliche Sprachförderung ist der Schlüssel zu mehr Integration und Chancengleichheit.
    © Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V., Fotograf: Anne T. Janssen
Arbeitsbereich:
Bildung
Land/Region:
International
KIKUS-Gründerin Dr. Edgardis Garlin

Interview mit Dr. Edgardis Garlin vom Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. (zkm), München

Bereits 1998 entwickelte die Sprachwissenschaftlerin Dr. Edgardis Garlin die Sprachlernmethode KIKUS, vier Jahre später folgt die Gründung des Zentrums für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. Die Kooperation mit der Siemens Stiftung ebnete den Weg für die deutschlandweite und internationale Verbreitung der Methode. Gemeinsam entwickelten die Partner darüber hinaus die interaktive Software KIKUS digital und erarbeiteten Kombinationsansätze von Sprachförderung und Experimentieren.

Sprachförderprogramme für Kinder im Vorschulalter gibt es mittlerweile recht viele. Was ist das Besondere an KIKUS?

Zum einen ist es die Ausgewogenheit von Theorie und Praxis: Alle Grundsätze, die in unserer Arbeit zum Tragen kommen, basieren auf einem stabilen sprachwissenschaftlichen Fundament, wurden aber durchweg in der Praxis entwickelt und erprobt. Eine zweite Besonderheit ist, dass wir die Kinder von der ersten Stunde an bewusst in die Sprecherrolle bringen. Am wichtigsten ist jedoch, dass wir die Erstsprachen der Kinder in den Sprachförderprozess integrieren.

Die Erstsprachen werden insbesondere über die Zusammenarbeit mit den Eltern einbezogen. Welche Rolle spielen die Eltern konkret?

Die Eltern sind die Profis in ihren Sprachen und wir binden sie aktiv ein. Etwa über Hausaufgaben, die sie gemeinsam mit ihren Kindern in ihrer Herkunftssprache bearbeiten.  Das ist wichtig für die kognitive Entwicklung der Kinder und spiegelt auch die wertschätzende Haltung wider, mit der wir den Familien, ihren Sprachen und ihren Kulturen begegnen. Die Rückmeldungen sprechen für die Nachhaltigkeit unseres Ansatzes: Eine Mutter erzählte mir kürzlich von ihrer Tochter, die vor elf Jahren an einem KIKUS-Kurs teilgenommen hat und ihre Schulzeit bisher ohne sprachliche Probleme durchlief. Die Familie ist sehr froh über diese Entwicklung.

Wieso ist es so wichtig, früh anzusetzen?

Dreijährige beispielsweise befinden sich an einem wichtigen Übergang in ihrem Spracherwerbsprozess. Sie sind noch sehr unbedarft und nehmen Unterstützung und Korrekturen ganz selbstverständlich an. Andererseits bringen sie bereits ein Fundament in ihrer Erstsprache mit, ein Wissen, auf dem sie aufbauen können. Mit dem Eintritt in den Kindergarten schleifen sich oft Fehler bei den Kindern ein, denen wir durch eine frühe Förderung entgegenwirken können.

Die Siemens Stiftung möchte mit ihrem Engagement die Chancengleichheit von Kindern unterschiedlicher Herkunft fördern. Was kann Sprachförderung dafür bewirken?

Alles. Viele Kinder „versagen“ deshalb im hiesigen Schulsystem, weil sie der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind. Die Defizite werden häufig erst in der zweiten oder dritten Klasse bemerkt: Wer keinen differenzierten Wortschatz hat, kann bestimmte Dinge nicht erzählen; wer keine deutschen Erzählstrukturen abrufen kann, kann keine guten deutschen Aufsätze schreiben. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun, aber alles mit Sprache. Auf dieses Problem wird bis heute nicht angemessen reagiert.

Und wie passt nun die Sprachförderung mit dem Experimentieren und dem Einsatz von digitalen Medien zusammen?

Sprache ist das Vehikel, mit dem wir uns durch unsere Lebenswelten bewegen. Mithilfe von Sprache(n) drücken wir unsere Gefühle aus, erklären wir anderen unsere Vorstellungen und Ergebnisse. Wenn wir z.B. Sprachförderung und Experimentieren kombinieren, erarbeiten wir uns nicht nur einen differenzierten Fachwortschatz, sondern üben sprachliche Handlungsmuster wie Vermuten, Beschreiben und Erklären sowie die damit verbundenen grammatischen Strukturen. Die Kinder lieben Experimente, weil sie dabei etwas tun. Ihr Tun und ihre Erkenntnisse möchten sie mit anderen teilen. Dieses Phänomen erleben wir auch in der Arbeit mit digitalen Medien. So ist z.B. der Einsatz der Sprach-Lern-Software KIKUS digital am interaktiven Whiteboard vor allem deshalb interessant, weil es den Kindern Spaß macht, mit diesen Medien zu arbeiten. Diese Faszination können wir für die Spracharbeit nutzen. Der wichtigste Aspekt bei einer frühen Sprachförderung ist, Kinder überhaupt zum Sprechen zu motivieren – sowohl das Experimentieren als auch digitale Medien sind hervorragende Anreize dafür.

KIKUS wird in den kommenden beiden Jahren – gefördert von der Siemens Stiftung – durch das TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen evaluiert. Wie erleben Sie diesen Prozess und wie stehen Sie der Evaluierung gegenüber?

Eine Evaluierung ist immer eine große Chance, vor allem für gemeinnützige Organisationen wie das zkm. Denn eine wissenschaftliche Evaluierung ist normalerweise „unbezahlbar“. Wir selbst würden uns nie erlauben, Spendengelder in eine Evaluierung zu investieren, so lange noch ein Kind unserer Hilfe bedarf. Deshalb ist es wie ein Geschenk, dass die Siemens Stiftung dieses Projekt finanziert. Andererseits bin ich natürlich auch kritisch: Als Sprachwissenschaftlerin weiß ich, dass es keine „objektiven“ Messmethoden und Ergebnisse gibt. Qualitative Studien würden womöglich weiterführen als die gängigen Testverfahren, aber das wäre noch erheblich aufwändiger und teurer. Ich denke, dass die Mitarbeiterinnen des ZNL gute, sich ergänzende Erhebungsverfahren zusammengestellt haben, um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen. Über alles Weitere können wir nur in der Zukunft diskutieren.

"Der wichtigste Aspekt bei einer frühen Sprachförderung ist, Kinder überhaupt zum Sprechen zu motivieren – sowohl das Experimentieren als auch digitale Medien sind hervorragende Anreize dafür."

  • Frühkindliche Sprachförderung ist der Schlüssel zu mehr Integration und Chancengleichheit.
    © Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V., Fotograf: Anne T. Janssen
Arbeitsbereich:
Bildung
Land/Region:
International
KIKUS-Gründerin Dr. Edgardis Garlin

Interview mit Dr. Edgardis Garlin vom Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. (zkm), München

Bereits 1998 entwickelte die Sprachwissenschaftlerin Dr. Edgardis Garlin die Sprachlernmethode KIKUS, vier Jahre später folgt die Gründung des Zentrums für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. Die Kooperation mit der Siemens Stiftung ebnete den Weg für die deutschlandweite und internationale Verbreitung der Methode. Gemeinsam entwickelten die Partner darüber hinaus die interaktive Software KIKUS digital und erarbeiteten Kombinationsansätze von Sprachförderung und Experimentieren.

Sprachförderprogramme für Kinder im Vorschulalter gibt es mittlerweile recht viele. Was ist das Besondere an KIKUS?

Zum einen ist es die Ausgewogenheit von Theorie und Praxis: Alle Grundsätze, die in unserer Arbeit zum Tragen kommen, basieren auf einem stabilen sprachwissenschaftlichen Fundament, wurden aber durchweg in der Praxis entwickelt und erprobt. Eine zweite Besonderheit ist, dass wir die Kinder von der ersten Stunde an bewusst in die Sprecherrolle bringen. Am wichtigsten ist jedoch, dass wir die Erstsprachen der Kinder in den Sprachförderprozess integrieren.

Die Erstsprachen werden insbesondere über die Zusammenarbeit mit den Eltern einbezogen. Welche Rolle spielen die Eltern konkret?

Die Eltern sind die Profis in ihren Sprachen und wir binden sie aktiv ein. Etwa über Hausaufgaben, die sie gemeinsam mit ihren Kindern in ihrer Herkunftssprache bearbeiten.  Das ist wichtig für die kognitive Entwicklung der Kinder und spiegelt auch die wertschätzende Haltung wider, mit der wir den Familien, ihren Sprachen und ihren Kulturen begegnen. Die Rückmeldungen sprechen für die Nachhaltigkeit unseres Ansatzes: Eine Mutter erzählte mir kürzlich von ihrer Tochter, die vor elf Jahren an einem KIKUS-Kurs teilgenommen hat und ihre Schulzeit bisher ohne sprachliche Probleme durchlief. Die Familie ist sehr froh über diese Entwicklung.

Wieso ist es so wichtig, früh anzusetzen?

Dreijährige beispielsweise befinden sich an einem wichtigen Übergang in ihrem Spracherwerbsprozess. Sie sind noch sehr unbedarft und nehmen Unterstützung und Korrekturen ganz selbstverständlich an. Andererseits bringen sie bereits ein Fundament in ihrer Erstsprache mit, ein Wissen, auf dem sie aufbauen können. Mit dem Eintritt in den Kindergarten schleifen sich oft Fehler bei den Kindern ein, denen wir durch eine frühe Förderung entgegenwirken können.

Die Siemens Stiftung möchte mit ihrem Engagement die Chancengleichheit von Kindern unterschiedlicher Herkunft fördern. Was kann Sprachförderung dafür bewirken?

Alles. Viele Kinder „versagen“ deshalb im hiesigen Schulsystem, weil sie der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind. Die Defizite werden häufig erst in der zweiten oder dritten Klasse bemerkt: Wer keinen differenzierten Wortschatz hat, kann bestimmte Dinge nicht erzählen; wer keine deutschen Erzählstrukturen abrufen kann, kann keine guten deutschen Aufsätze schreiben. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun, aber alles mit Sprache. Auf dieses Problem wird bis heute nicht angemessen reagiert.

Und wie passt nun die Sprachförderung mit dem Experimentieren und dem Einsatz von digitalen Medien zusammen?

Sprache ist das Vehikel, mit dem wir uns durch unsere Lebenswelten bewegen. Mithilfe von Sprache(n) drücken wir unsere Gefühle aus, erklären wir anderen unsere Vorstellungen und Ergebnisse. Wenn wir z.B. Sprachförderung und Experimentieren kombinieren, erarbeiten wir uns nicht nur einen differenzierten Fachwortschatz, sondern üben sprachliche Handlungsmuster wie Vermuten, Beschreiben und Erklären sowie die damit verbundenen grammatischen Strukturen. Die Kinder lieben Experimente, weil sie dabei etwas tun. Ihr Tun und ihre Erkenntnisse möchten sie mit anderen teilen. Dieses Phänomen erleben wir auch in der Arbeit mit digitalen Medien. So ist z.B. der Einsatz der Sprach-Lern-Software KIKUS digital am interaktiven Whiteboard vor allem deshalb interessant, weil es den Kindern Spaß macht, mit diesen Medien zu arbeiten. Diese Faszination können wir für die Spracharbeit nutzen. Der wichtigste Aspekt bei einer frühen Sprachförderung ist, Kinder überhaupt zum Sprechen zu motivieren – sowohl das Experimentieren als auch digitale Medien sind hervorragende Anreize dafür.

KIKUS wird in den kommenden beiden Jahren – gefördert von der Siemens Stiftung – durch das TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen evaluiert. Wie erleben Sie diesen Prozess und wie stehen Sie der Evaluierung gegenüber?

Eine Evaluierung ist immer eine große Chance, vor allem für gemeinnützige Organisationen wie das zkm. Denn eine wissenschaftliche Evaluierung ist normalerweise „unbezahlbar“. Wir selbst würden uns nie erlauben, Spendengelder in eine Evaluierung zu investieren, so lange noch ein Kind unserer Hilfe bedarf. Deshalb ist es wie ein Geschenk, dass die Siemens Stiftung dieses Projekt finanziert. Andererseits bin ich natürlich auch kritisch: Als Sprachwissenschaftlerin weiß ich, dass es keine „objektiven“ Messmethoden und Ergebnisse gibt. Qualitative Studien würden womöglich weiterführen als die gängigen Testverfahren, aber das wäre noch erheblich aufwändiger und teurer. Ich denke, dass die Mitarbeiterinnen des ZNL gute, sich ergänzende Erhebungsverfahren zusammengestellt haben, um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen. Über alles Weitere können wir nur in der Zukunft diskutieren.

"Der wichtigste Aspekt bei einer frühen Sprachförderung ist, Kinder überhaupt zum Sprechen zu motivieren – sowohl das Experimentieren als auch digitale Medien sind hervorragende Anreize dafür."