Pressemitteilung | Grundversorgung & Social Entrepreneurship 16.12.2013

Wasserstationen „Safe Water Enterprises“ mit neuen Partnern in Ostafrika

© Siemens Stiftung

Die Siemens Stiftung baut 15 weitere Wasserstationen in Kenia, Uganda und Tansania gemeinsam mit ausgewählten Entwicklungsorganisationen wie SOS-Kinderdörfer weltweit, AMREF (African Medical and Research Foundation) und dem Hunger Projekt. Das Konzept wurde gemeinsam mit der australischen SkyJuice Foundation entwickelt, die auch die Filtrationstechnik sowie die vorgefertigten Kioskmodule einbringt. Die Modellstationen können so in entlegenen Gebieten innerhalb von nur zwei Tagen aufgebaut und in Betrieb genommen werden. Die Versorgung von insgesamt rund 10.000 Familien mit sauberem Trinkwasser ist das Ziel dieser Entwicklungsphase. Trainings zu Hygiene und Unternehmertum für die Gemeindemitglieder verbessern die gesundheitliche Situation und tragen wesentlich dazu bei, dass ein Safe Water Enterprise ein sich selbst tragendes Kleinunternehmen wird.

Seit rund drei Jahren engagiert sich die Siemens Stiftung für die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in abgelegenen Gebieten Afrikas und Lateinamerikas. Mit den Safe Water Enterprises ist es gelungen, moderne Filtrationstechnik an lokale Gegebenheiten anzupassen und eine replizierbare Komplettlösung anzubieten. Das Herzstück des rund sieben Quadratmeter großen Kiosks ist ein SkyHydrant Wasserfilter, der täglich ohne Einsatz von Chemikalien bis zu 10.000 Liter Rohwasser zu Trinkwasser verarbeitet. Das Wasser fließt mittels natürlichen Drucks aus einem Tank durch die Membran, somit sind weder Strom noch aufwendige Wartung erforderlich - beides ist wichtig für den langfristigen Einsatz in entlegenen Gebieten. Das Wasser wird ausschließlich in desinfizierten Behältern an die Bevölkerung abgegeben, um eine Wiederverkeimung des Wassers zu verhindern. Rund 500 Familien pro Tag können dann ihr Trinkwasser zu einem für sie erschwinglichen Preis von dem Kiosk beziehen.

Wirtschaftlichkeit sichert die langfristige und eigenständige Versorgung mit Trinkwasser
Die lokale Bevölkerung entscheidet, wer den Kiosk betreibt. Gewinne aus den Wasserverkäufen dienen dazu, die operativen Kosten zu decken. „In dieser Entwicklungsphase ist es wichtig, erfolgreiche Muster zu identifizieren um das Produkt Safe Water Enterprise skalierbar zu machen“, so Christine Weyrich, Projektleiterin der Siemens Stiftung. „Dazu gehören zum Beispiel die Standardisierung von Betreibermodellen, Produktportfolio und Marketingmaßnahmen, die bestmöglichst auf die Kunden abgestimmt sein sollten. Nur wenn sich das Safe Water Enterprise langfristig finanziell selbst trägt, können wir sicherstellen, dass die Gemeinden auch nachhaltig mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Gleichzeitig schafft der Zugang zu Trinkwasser durch verbesserte Gesundheit und Ernährung die Voraussetzungen für weitere wirtschaftliche Entwicklung und dient schließlich auch als Grundlage für die Ansiedlung weiterer Kleinunternehmen.“

Bildung und Training sind Grundlage für Akzeptanz und weitere Entwicklung
Bisherige Evaluierungen haben gezeigt, dass vor allem Bildung und Training für den Erfolg des Safe Water Enterprise Programms eine entscheidende Rolle spielen. Daher entwickelt die Siemens Stiftung Gesundheitstrainings für Gemeinden und Schulen, die mit interaktiven Lehrmethoden und Experimenten auch schwierige Themen spielerisch angehen. Diese Trainings sollen dazu beitragen, die hygienischen Bedingungen zu verbessern und das Bewusstsein für die Bedeutung von sauberem Trinkwasser zu erhöhen.

Die Rolle des Kioskmanagers ist dabei sehr wichtig, denn die Verantwortung für ein Safe Water Enterprise verlangt breitgefächerte Fertigkeiten, darunter unternehmerisches Denken, Kenntnisse in Buchhaltung und Recht sowie Werbung und Kundenakquise. Um diese Anforderungen zu meistern, unterlaufen die Kioskmanager unternehmerische Trainings, die derzeit von der Siemens Stiftung gemeinsam mit der kenianischen Kenyatta University ausgebaut werden. Die soziale  Wirkung dieser Trainings wird zusätzlich erhöht, indem nicht nur Kioskmanager, sondern auch andere Gemeindemitglieder teilnehmen. Ein Coaching- und Mentorenprogramm sichert die langfristige Unterstützung der Kioskmanager in ihrer Tätigkeit.

Eröffnung des ersten Safe Water Enterprise in Uganda gemeinsam mit dem Hunger Projekt

„Erfahrene Partner wie SOS-Kinderdörfer, AMREF und das Hunger Projekt tragen dazu bei, das Safe Water Enterprise auf die Bedürfnisse von verschiedenen Gemeinden anzupassen und bestmöglich in die lokalen Strukturen zu integrieren“, so Christine Weyrich.

Für die Partnerorganisationen bedeutet das Safe Water Enterprise eine wichtige Ergänzung ihrer bestehenden Arbeit mit lokalen Gemeinden. So konnte im November 2013 das erste Safe Water Enterprise in Kooperation mit dem Hunger Projekt in Uganda eröffnet werden. „Leichter Zugang zu sauberem Trinkwasser ist für die Menschen in unseren Zentren eines der wichtigsten Anliegen. Sauberes Wasser bedeutet nicht nur bessere Gesundheit, sondern auch eine Zeitersparnis für die Frauen, die das Wasser holen. Dank des Safe Water Enterprise können die Menschen darauf vertrauen, dass das Trinkwasser auch wirklich sicher ist. Ein Kleinunternehmer aus der Gemeinschaft gewährleistet den reibungslosen Betrieb des Wasserkiosks. Dies schafft Einkommen, eigene Verantwortung und Unabhängigkeit“, sagt Leni Rieppel, Direktorin des Hunger Projekts in Deutschland.

Weitere Partner, die dauerhaft an einem geeigneten Standort arbeiten und sich für ein Safe Water Enterprise interessieren, können sich an info@siemens-stiftung.org wenden. Standortkriterien sind hier zu finden. Weitere Informationen zum Safe Water Enterprise Projekt finden Sie auf unserer Projektseite.

Die SkyJuice Foundation ist eine gemeinnützige, karitative Organisation aus Australien. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, kostengünstige, nachhaltige Lösungen zur Wasseraufbereitung für humanitäre Projekte sowie Notfall- und Katastrophenhilfe bereitzustellen. Die SkyJuice Foundation verwendet die weltweit anerkannte Ultra-Filtration Membrantechnologie um eine sichere und nachhaltige Trinkwasserversorgung zu ermöglichen, die erschwinglich und dadurch insbesondere für ländliche, stadtnahe sowie urbane Gemeinden in Entwicklungsländern geeignet ist. 

Weitere Informationen unter www.skyjuice.com.au

Siemens Stiftung
ENCOURAGE. empowering people. Die Siemens Stiftung will Menschen in die Lage versetzen, sich aktiv gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen. Gemeinsam mit Kooperationspartnern konzipiert und realisiert sie lokale sowie internationale Projekte mit der Zielsetzung, Eigenverantwortung und Selbständigkeit zu fördern. Die Stiftung engagiert sich in den Bereichen Ausbau der Grundversorgung und Social Entrepreneurship, Förderung von Bildung sowie Stärkung von Kultur. Sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und steht für verantwortungsvolle, wirkungsorientierte und innovative Projektarbeit.

Weitere Informationen unter www.siemens-stiftung.org