Meldung | Grundversorgung & Social Entrepreneurship 14.11.2012

Trinkwasserkiosk im kenianischen Maragua offiziell eröffnet

Die erste vorgefertigte kleine Wasserstation („Small Water Enterprise“) wurde auf dem Markt von Maragua (Region Thika) als Sozialunternehmen offiziell in Betrieb genommen. Der Kiosk stellt die Versorgung bedürftiger Gemeinden mit sauberem Wasser sicher. Das finanziell unabhängige Modell lässt sich nachhaltig betreiben und kann deshalb die langfristige Trinkwasserversorgung sichern. Der Kiosk ist Teil eines von der Siemens Stiftung, der SkyJuice Foundation und PureFlow Water Solutions aufgenommenen Modellprojekts. Dessen Pilotphase wurde kürzlich mit der Entwicklung eines skalierbaren Modells abgeschlossen. Eine Übertragung des Modells auf andere ländliche Regionen wurde ins Auge gefasst, um weitere Gemeinden in Kenia und anderen Ländern zu versorgen.

Mit der offiziellen Einweihung des kleinen Wasserversorgungsunternehmens wird ein einfaches und dennoch leistungsfähiges Modell umgesetzt, mit dem ca. 1.000 Haushalte mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Als Quelle dienen lokale Wasservorräte. David Maina von PureFlow Water Solutions merkte an: „Diese Lösung wird den Hygiene- und Gesundheitsstandard in ländlichen Gegenden entscheidend verbessern. Die Einwohner von Maragua haben die Eigentümerschaft und Verantwortung für den Wasserkiosk übernommen, und die ersten Erfolge des Kiosks zeigen deutlich, dass das Modellkonzept nachhaltig ist.“ Die Partner Siemens Stiftung, SkyJuice Foundation und PureFlow Water Solutions haben bereits die nächste Projektphase in Angriff genommen: den Bau weiterer kleiner Wasserversorger und die Entwicklung eines nachhaltigen operativen Modells.

Das „Small Water Enterprise“: Technik, Community Training und lokales Unternehmertum

„Das ‚Small Water Enterprise‘ ist eine modulare, kostengünstige Kiosklösung, die einerseits baulich hochwertig ausgeführt, andererseits aber auch in entlegenen Gegenden mobil eingesetzt werden kann“, erklärte Rhett Butler, Gründer der australischen SkyJuice Foundation. Die SkyHydrant-Wasserfilter bereiten stündlich bis zu 1.000 Liter Rohwasser auf. Sie filtern Schwebstoffe, Verunreinigungen, Bakterien und Krankheitserreger, um wasserbedingten Erkrankungen vorzubeugen. Das Filtersystem beruht auf einer Schwerkraft-Membranfilterung.

Eingeführt wird das „Small Water Enterprise“ in Verbindung mit einer technischen und unternehmerischen Schulung. „Indem die Projektpartner die Gemeinden schulen und unternehmerische Aktivitäten einführen, erschließen sich neue Einkommensmöglichkeiten für die Bevölkerung vor Ort“, erklärte Christine Weyrich, Projektleiterin der Siemens Stiftung. Ein Kioskmanager trägt die Verantwortung für den Betrieb, die Wartung und die Leistung des Wasserkiosks. Diese Manager werden für die Technik der Einrichtung und ihre geschäftliche Verwaltung geschult, um die finanzielle und technische Nachhaltigkeit des kleinen Unternehmens zu sichern.

Da die Trinkwasserstationen an andere Einrichtungen des Gemeinwesens, z. B. Marktplatz, Schule oder Krankenhaus, angegliedert sind, helfen sie auch, die oft weiten Wege zum Trinkwasser zu verkürzen. Auch wenn die Ausstattung jedes Haushalts mit einem Wasseranschluss das langfristige Ziel sein muss, ist die Wasserstation ein entscheidender Schritt auf dem Weg dorthin.

Die Projektpartner – Triebfedern der Veränderung

Mithilfe moderner Technik und gut ausgebildeten Kioskbetreibern verfolgt die Siemens Stiftung das Ziel, Menschen in entlegenen Gebieten Zugang zu Trinkwasser zu verschaffen und so den Hygiene- und Gesundheitsstandard in diesen Gebieten zu heben.

Die australische SkyJuice Foundation liefert für die kleinen Wasserbetriebe eine schlüsselfertige Lösung inklusive Filtersystem und fungiert darüber hinaus als Ratgeber der technischen Entwicklung.

Das kenianische Unternehmen PureFlow Water Solutions setzt das Projekt vor Ort um. Um die Nachhaltigkeit sicherzustellen, wird PureFlow die vielen Ausgabestellen kontinuierlich technisch unterstützen.