Meldung | Bildung 17.02.2014

Studie erforscht Wechselwirkung von naturwissenschaftlicher und sprachlicher Bildung

Wie funktioniert ein Stromkreis? Experimente regen Kinder zum Sprechen an.
© Siemens Stiftung, Fotograf: Sebastian Isacu

Wie hängen frühe naturwissenschaftliche und sprachliche Bildung zusammen? Dieser Frage geht ein interdisziplinäres, dreijähriges Forschungsprojekt zur naturwissenschaftlichen Frühbildung in Deutschland erstmals auf den Grund. Die Studie EASI Science-L (Early Steps into Science and Literacy) untersucht, wie sich naturwissenschaftliche Bildungsangebote auf die Sprachkompetenz von Kindern auswirken. Gefördert wird das Forschungsvorhaben von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, der Siemens Stiftung und der Baden-Württemberg Stiftung.

Wissenschaftler aus den Fachbereichen Psychologie, Didaktik, Pädagogik und Bildungsforschung ermitteln, wie das Experimentieren und dessen sprachliche Begleitung die Sprachkompetenzen von Kindern beeinflusst – insbesondere, wenn sie Deutsch als Zweitsprache lernen. Zahlreiche Bildungsexperten und Pädagogen gehen davon aus, dass aktives Forschen zum Sprechen anregt, etwa wenn die Kinder Beobachtungen äußern oder Lösungsansätze formulieren. Inwieweit dieser Zusammenhang wissenschaftlich belegbar ist und bei welchen Phasen des Experimentierens sprachförderliches Handeln besonders gut möglich ist, soll die Studie klären.

In 60 Kitas in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz analysieren die Wissenschaftler dafür naturwissenschaftliche Lehr- und Lernsituationen und prüfen die sprachliche Anregungsqualität der Bildungsangebote sowie deren Wirkung auf die Fähigkeiten der Kinder. „Der frühen Bildung wird eine große gesellschaftliche Bedeutung zugeschrieben. Studien zur Wirkung früher naturwissenschaftlicher Bildung auf Ebene der Kinder stehen in Deutschland jedoch weitgehend aus“, so erläutert Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, den Ansatz der Studie. „Mit dem Forschungsvorhaben wollen wir diesem Defizit begegnen und zur Wirkungsforschung im Bereich der frühen Bildung beitragen.“