Meldung | Entwicklungskooperation 27.11.2015

Sauberes Trinkwasser für den Papst und die Gemeinschaft

Familien holen Wasser am Waterkiosk in Kangemi, betrieben vom Kangemi Resource Centre (KRC).
© Siemens Stiftung

Der Papst hat am Freitag in Kangemi, einem Slum vor den Toren Nairobis, eine starke Botschaft für den Zugang zu sauberem Trinkwasser ausgesandt.

Das Wasser für den Besuch von Papst Franziskus bei der katholischen Kirchengemeinde St. Joseph wurde vom Kangemi Resource Centre (KRC) in Flaschen mit dem Konterfei des Papsts bereitgestellt.

Der Papst wies darauf hin, dass der Zugang zu sauberem Wasser ein Grundrecht für alle Menschen sei. Vor 1.200 offiziellen Vertretern von Slums, die in Kangemi zusammengekommen waren, betonte er, dass dies entscheidend für das Überleben der Menschheit und eine wichtige Voraussetzung für die Ausübung anderer Menschenrechte sei. „Diese Welt lädt eine schwere soziale Schuld gegenüber den Armen auf sich, die keinen Zugang zum Trinkwasser haben.“

Er rief die Zuhörer und Gemeinde auf, dabei mitzuhelfen, dass jede Familie Zugang zu Trinkwasser sowie zu einer würdevollen Wohnung, einer Toilette und zur Energieversorgung erhält.
 
Laut Schätzungen haben über 70 Prozent der Bewohner von Kangemi keinen verlässlichen Zugang zu sauberem Trinkwasser – ein Zustand, wie er in vielen Regionen Kenias anzutreffen ist.
 
Diese Situation in Kangemi und in anderen Regionen zu verbessern, hat sich das ehrgeizige Safe Water Enterprise Programm, zur Aufgabe gemacht, das von der Siemens Stiftung und der SkyJuice Foundation entwickelt wurde. Safe Water Enterprises umfassen Wasserkioske und Sozialunternehmen, die von den Gemeinden zusammen mit lokalen Partnern wie zum Beispiel dem KRC betrieben werden.

„Wir freuen uns sehr, den Papst in Kangemi begrüßen zu dürfen und auch das Trinkwasser für diese Gelegenheit zur Verfügung stellen zu können. Das ist eine großartige Anerkennung unserer Arbeit im Kangemi Resource Centre“, sagt KRC-Gründerin Alix d’Ansembourg.
 
Eine Bewohnerin, die vom Projekt profitiert, ist Elizabeth Sanyisa: „Oft ist Wasser mit Bakterien verseucht; das Wasser vom KRC hingegen ist sauber und ich kann es mit gutem Gewissen meiner Familie geben.“

Kangemi Resource Center nahm im November 2013 seinen Betrieb auf und versorgt seitdem mehr als 200 Haushalte, zehn Gemsinschaftseinrichtungen und mehr als 50 Schulen täglich mit frischem Trinkwasser.

„Wir sind stolz, dass wir den Heiligen Vater und unsere Gemeinschaft mit Wasser versorgen dürfen“, sagt Pfarrer Callistus Jeje vom KRC. „Eine unserer großen Herausforderungen in Slums ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Menschen schätzen den Wert des Wasser, das sogar der Papst trinken kann.”

Die Arbeit des KRC und der Siemens Stiftung sind an den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 ausgerichtet, die im September 2015 von den Regierungen in den Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Das darin festgehaltene Ziel Nummer 6 fordert sicheren und bezahlbaren Zugang zu sicherem Trinkwasser für alle Menschen bis zum Jahr 2030, eine verbesserte Wasserqualität und die Stärkung von den Gemeinden vor Ort bei der Organisation der Wasserversorgung.

„Der Papstbesuch in Kangemi gibt Initiativen wie unserer, die sich auf praktische und effektive Entwicklungsarbeit konzentrieren, eine große Anerkennung und unterstreicht die Dringlichkeit der Bereitstellung von sicherem Trinkwasser”,  sagt Rolf Huber, geschäftsführender Vorstand der Siemens Stiftung. „Wir sind zuversichtlich, dass Ansätze wie das Safe Water Enterprise dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen.“


Kangemi Resource Centre (KRC)
Das Kangemi Resource Center ist ein Gemeindeprojekt der Nichtregierungsorganisation Orphelins sans Frontières (Waisen ohne Grenzen), das mehr als 100 Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen in Nairobis Slum Kangemi unterstütz durch Bildungsprogramme und Grundversorgungsangebote.

SkyJuice Foundation

Die SkyJuice Foundation ist eine australische Nonprofit-Organisation, die preisgünstige, nachhaltige Trinkwasserlösungen für humanitäre Projekte, für von Gemeinden betriebene Wasserkioske und für Wasserversorgung in Katastrophenfällen bereitstellt. Die Stiftung und ihre Partner setzen innovative Technologien ein, die die Lebensbedingungen der Gemeinschaften im ländlichen und im städtischen Raum von Entwicklungsländern verbessern. Die SkyHydrant Filtertechnologie entfernt Schwebstoffe, Bakterien und Viren aus dem Wasser ohne Einsatz von Elektrizität oder Chemikalien.


Informationen zum Thema Wasser in Kenia

• 2015 haben weltweit 663 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser  (Quelle)

• Rund die Hälfte der Menschen ohne zureichendem Zugang zu sauberem Trinkwasser lebt in der Region Sub-Sahara in Africa – dies sind 319 Millionen Menschen (Quelle)

• 10 Prozent der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren sind in Kenia durch Diarrhöe verursacht (Quelle)

• 17 Millionen Menschen in Kenia (das sind rund 40 Prozent der Bevölkerung) haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser (Quelle)