Pressemitteilung | Bildung 27.04.2013

Lehrkräfte der II. Region Chiles (Antofagasta) unterrichten Naturwissenschaft nach neuer Methode aus Deutschland

Mehr als 100 Lehrkräfte werden in der untersuchungsbasierten (Inquiry-based) Unterrichtsmethode "Experimento 8" geschult, die von der Siemens Stiftung in Deutschland entwickelt und vom "Centro de Innovación en Educación de Fundación Chile" (Zentrum für Innovation im Erziehungswesen der Stiftung Fundación Chile) an die chilenische Schulrealität angepasst wurde. Es werden Lehrkräfte aus Antofagasta, Tal Tal und Calama geschult, die einen Kasten mit Exklusivmaterialien erhalten, um damit zusammen mit ihren Schülern Experimente in Naturwissenschaft und für das Umweltverständnis durchzuführen.

Nach den jüngsten Ergebnissen der PISA-Tests erreicht einer von drei Schülern in Chile nicht das Basis-Leistungsniveau in Naturwissenschaften. Dies zeigt, wie schwierig es ist, die Schüler zu unterrichten und zu motivieren, um Basiskenntnisse in den Naturwissenschaften zu erwerben.

Als Unterstützung bei dieser Aufgabe implementieren die internationale Siemens Stiftung und das "Centro de Innovación en Educación de Fundación Chile" das Projekt “Más Ciencias” (Mehr Wissenschaft), das als Piloterfahrung anfangs in zehn Schulen der Region Antofagasta umgesetzt wird.

Mit diesem Plan will man die von der Siemens Stiftung entwickelten Methodiken, Ressourcen und Lehrmaterialien aus Deutschland übernehmen und über den naturwissenschaftlichen Lehrplan für Grundschulbildung nach dem Programm "Programa Mejor Escuela" (Programm Bessere Schule) der Fundación Chile im Rahmen des chilenischen Lehrplans umsetzen. Damit soll der naturwissenschaftliche Unterricht anfangs an sechs Schulen in der Gemeinde Antofagasta, drei in Tal Tal und einer in Calama verbessert werden. Die Anpassung und Vorbereitung der Materialien sowie die Ausbildung der Lehrkräfte liegen in der Verantwortung des Fachteams des "Programa Mejor Escuela" des Zentrums "Centro de Innovación en Educación de Fundación Chile". Und alle ausgewählten Schulen nehmen an diesem Programm teil, das vom Zentrum seit sieben Jahren implementiert wird.

Die Methodik von Experimento | 8+ der Siemens Stiftung beinhaltet einen didaktischen Ansatz, zu dem auch Printmaterialien für Lehrkräfte und Multiplikatoren sowie Mittel für Experimente gehören. Über diesen Unterricht erhalten die Schüler die Chance, mit besonderem Fokus auf Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft zu lernen, was es ihnen ermöglicht, ihre Fähigkeit zur Reflexion sowie zu kritischem Denken gegenüber der Entwicklung und Auswirkung wissenschaftlicher und technologischer Aktivitäten auf die Gesellschaft und die Umwelt auszubauen. Das Angebot soll den Schülerinnen und Schülern Lernerfahrungen durch Team-Arbeit ermöglichen, um ihr Bild von der Welt mit Hilfe der Ko-Konstruktion zu entwickeln, indem die einen von den anderen lernen und sie Gedankenaustausch untereinander betreiben, zusammen neue Inhalte erarbeiten und bei der Lösung von Problemen zusammenarbeiten.

Zu den übergebenen Materialien gehört ein von einem interdisziplinären Expertenteam speziell entwickelter Kasten als Motivation und Anreiz für naturwissenschaftlichen Unterricht. Er enthält exklusive Materialien für Experimente, die die Lehrkräfte zusammen mit den Schülern durchführen.

Angélica Fuenzalida, Leiterin Technische Unterrichtsassistenz des Zentrums "Centro de Innovación en Educación de Fundación Chile", betont den Sinn dieses Projekts so: “Wir wissen, Naturwissenschaft zu unterrichten, ist nicht immer leicht für die chilenischen Lehrkräfte, speziell in Schulen, die weit von städtischen Zentren entfernt liegen und nur wenig Zugang zu Ressourcen oder Technologie haben. Dieses Projekt soll diese Lehrkräfte unterstützen und die von der Siemens Stiftung in Deutschland entwickelte und mit guten Ergebnissen implementierte Methodik anpassen. Wir möchten den Lehrkräften in Antofagasta, Tal Tal und Calama innovative und attraktive didaktische Werkzeuge an die Hand geben, damit sie bei ihren Schülern das Interesse an der Naturwissenschaft wecken.”

Ulrike Susanne Wahl, die die Projekte für die Siemens Stiftung in Lateinamerika koordiniert, betont: “Experimento ist ein pädagogisches und methodisches Konzept, um Naturwissenschaften mit dem Verstand, den Händen und dem Herzen zu lernen. Und bei dem Lehrer und Schüler gemeinsam lernen und Lösungen finden, indem sie von Fragen ausgehen, die der Neugier für das Verständnis der Umweltphänomene entspringen. Die Wissenschaft lebt.”

Das Projekt begann mit Fortbildungen für die naturwissenschaftlichen Lehrkräfte und die technischen Leiter der Schulen, die in Antofagasta (9. April), Tal Tal (11./12. April) und in Calama (15./16. April) stattfanden.

Siemens Stiftung

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