Pressemitteilung | Kultur 15.12.2009

kiss – Kultur in Schule und Studium: Zeitgenössische Architektur

Die aktuelle Publikation der Projektreihe kiss – Kultur in Schule und Studium versammelt die Ergebnisse der Stipendien für angehende Kunstlehrer zum Thema „Zeitgenössische Architektur“ in der Schule. Das Heft gibt interessierten Lehrern, Referendaren und Lehramtsstudenten nicht nur Anregungen, sondern auch konkretes Unterrichtsmaterial an die Hand.

„Architektur wird eingeschult“, so lautete der Titel in der Zeitschrift Bauwelt vom 29.12.2008, der über das kiss-Stipendium berichtete. Im Herbst 2008 hatten sich Studierende der Kunstpädagogik bei einer unabhängigen Jury für Stipendien zeitgenössischer Architektur beworben. Die Architekten Prof. Peter Ebner vom Büro Ebner/Ullmann, Prof. Gunter Henn vom Büro Henn Architekten, Johannes Kuehn von Kuehn Malvezzi und Jacob van Rijs vom holländischen Architekturbüro MVRDV hatten sich bereit erklärt, als Mentoren für das Projekt zu fungieren und mit ‚ihrem’ ausgewählten Stipendiaten in mehreren persönlichen Begegnungen eine Unterrichtseinheit zu erarbeiten.

Benjamin Gladis (Universität Leipzig) machte sich mehrmals auf den Weg nach Rotterdam, um dort mit Jacob van Rijs die ungewöhnliche Arbeit von MVRDV kennen zu lernen. Rolf Kurz (Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle und Martin-Luther-Universität) wurde von Johannes Kuehn vom Berliner Architekturbüro Kuehn Malvezzi betreut, das kürzlich den Sonderpreis für seinen Wettbewerbsbeitrag zum Berliner Stadtschloss erhalten hat. Isa Lange (Universität Hildesheim) lernte bei vielen Begegnungen und Besuchen in München, Dresden und Wolfsburg die Arbeit und auch die Bedeutung von Architekturvermittlung von Prof. Gunter Henn kennen, während Johanna Riese (Technische Universität Dresden) mit dem österreichischen Architekten Prof. Peter Ebner etliche architektonische Raumerkundungen unternahm und viel über moderne Architektur als Ort der Kommunikation erfuhr.

Die von Frühjahr bis Sommer 2009 an ausgesuchten Schulen umgesetzten Unterrichtssequenzen samt den verwendeten Materialien haben im vorliegenden Heft Benjamin Gladis, Rolf Kurz, Isa Lange und Johanna Riese anschaulich zusammengestellt. Sie möchten zur Nachahmung einladen. Ein grundlegender Artikel über die Rolle der Architektur im Kunstunterricht von Riklef Rambow, der sich am Lehrstuhl für Theorie der Architektur an der TU Cottbus mit der Didaktik des Fachs beschäftigt, führt fundiert in die Publikation ein. Beispielhaft schärfen und sensibilisieren die einzelnen Beiträge die Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler für ihre gestaltete Umwelt.

Seit 2004 widmet sich das Siemens Arts Program (heute Teil der Siemens Stiftung) der Förderung der kulturellen Bildung an Schulen. Wie in den Jahren zuvor, als kiss sich der zeitgenössischen Musik, der Bildenden Kunst (Film, Fotografie und Videokunst) sowie dem Theater und der neuen Dramatik widmete, stellt die Siemens Stiftung die gestaltete Publikation dem interessierten Lehrkörper kostenlos zur Verfügung.

Und kiss geht weiter! In diesem Jahr werden im Rahmen einer seit 2008 bestehenden Kooperation mit dem BDK e.V. Fachverband für Kunstpädagogik abermals Kunstpädagogikstudenten gefördert (Bewerbungsschluss 1. März 2010). Fünf Künstlerinnen und Künstler – Christoph Girardet (Hannover), Jakob Kolding (Berlin), Gerald Nestler (Wien), Susan Philipsz (Berlin) und Katharina Zdjelar (Rotterdam) – unterstützen die Stipendiaten bei der Erarbeitung ihrer Unterrichtseinheit.

Die Siemens Stiftung wurde im September 2008 als gemeinnützige Stiftung b. R. mit Sitz in München gegründet und von der Siemens AG mit einem Stiftungskapital von 390 Millionen Euro ausgestattet. Die Stiftung setzt damit die mehr als 160-jährige Tradition des gesellschaftlichen Engagements des Unternehmens fort. Die Aufgabe der Siemens Stiftung ist es, Antworten auf weltweite gesellschaftliche Herausforderungen zu erarbeiten, Chancen aufzuzeigen und in Notfällen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Nach dem Stiftungsauftrag stehen im Fokus der Tätigkeit soziales Engagement, Bildung, Technik, Forschung und Innovation sowie Kunst und Kultur. Die Siemens Stiftung ist überwiegend operativ tätig, d. h., sie initiiert vor allem eigene Projekte und führt diese durch.

Stipendiaten
Benjamin Gladis (Universität Leipzig) Rolf Kurz (Burg Giebichenstein. Hochschule für Kunst und Design Halle und Martin-Luther-Universität Halle)
Isa Lange (Universität Hildesheim)
Johanna Riese (Technische Universität Dresden)

Architekten
Prof. Peter Ebner – Ebner/Ullmann
Prof. Gunter Henn – Henn Architekten
Johannes Kuehn – Kuehn Malvezzi
Jacob van Rijs – MVRDV

Jury
Dr. Riklef Rambow (Brandenburgische Technische Universität Cottbus)
Dr. Ernst Wagner (Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München)
Gerhard Matzig (Süddeutsche Zeitung)
Thomas Gockeln (Architekt, Basel)
Dr. Beate Hentschel (Siemens Arts Program)

Didaktische Betreuung
Dr. Riklef Rambow (Brandenburgische Technische Universität Cottbus)
Dr. Ernst Wagner (Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München)

Idee und Konzept
Dr. Beate Hentschel (Siemens Stiftung)