Meldung | Kultur 28.11.2011

Junge Solisten: Konzertreihe ab 13. Dezember 2011

Die Reihe Junge Solisten bietet seit nunmehr zehn Jahren ein ungewöhnliches Forum der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik: Hochbegabte Studentinnen und Studenten der Hochschule für Musik und Theater in München präsentieren neben ausgewählten Werken des 20. und 21. Jahrhunderts jeweils eine Uraufführung eines jungen Komponisten oder einer jungen Komponistin aus den Klassen von Prof. Jan Müller-Wieland oder von Prof. Moritz Eggert.

Wegen Baumaßnahmen in den Gebäuden der Siemens AG wird die moderierte Konzertreihe in der Spielzeit 2011/12 im Sophiensaal des Bayerischen Landesamtes für Steuern fortgesetzt. Der Sophiensaal befindet sich in der Sophienstraße 6, schräg gegenüber dem Parkcafé, in Fußnähe zum Stachus und zur Hochschule für Musik und Theater München.

Bereits das erste Konzert kann in den neuen Räumlichkeiten veranstaltet werden:

Dienstag, 13. Dezember 2011, 17:30 Uhr
Viola, Akkordeon
Wen Xiao Zheng, Viola; Marija Kandic, Akkordeon
Werke von Yūji Takahashi (*1938), Stefan Beyer (*1981)
Uraufführung von Henrik Ajax (*1980)
Kompositionsklasse Prof. Jan Müller-Wieland

Das Werk Like Swans Leaving the Lake (1995) von Yūji Takahashi, verwendet die außergewöhnliche Besetzung Viola und Akkordeon und überträgt eine asiatisch anmutende Klangsprache auf das europäische Instrumentarium. Stefan Beyers Solo-Akkordeon-Stück notoriously pyratish entstand 2007 für Luka Juhart, den Solisten der Uraufführung. Es huldigt dem in Vergessenheit geratenen maritimen Sozialcharakter des Akkordeons: dem Schifferklavier. „Dieses ist in instrumentaler Hinsicht von großer, geradezu frivoler Vielseitigkeit – eine Unbegrenztheit, in der es dem Matrosen (zumal dem Piraten) gleicht.“ (Stefan Beyer). 

Der junge Komponist der Uraufführung am 13. Dezember, Henrik Ajax (*1980 in Katrineholm, Schweden), kam nach seinem Klavierstudium an der Ecole Normale de Musique de Paris (2002 – 2005) nach Würzburg, um in der Klasse von Prof. Heinz Winbeck Komposition zu studieren. Im Juli 2009 erhielt er dort sein Diplom. Derzeit studiert er in der Meisterklasse bei Prof. Müller-Wieland an der Hochschule für Musik und Theater München. Über sein Werk Vertigo sagt Henrik Ajax: „Als offensichtliche Metapher für Vertigo (lat. Schwindel) dient der Anfang des Stückes, der auf extremer Höhe der beiden Instrumente basiert. Der groß-formale Plan des Stückes beschreibt einen langsamen Prozess des Herabsteigens, oder möglicherweise des Fallens, und so hört das Ganze in der extremen Tiefe auf. Gleichzeitig zu dieser Dramaturgie des Fallens findet auf der strukturellen Ebene zweimal ein Wandel statt: Zu Beginn ist die Textur pur klanglich, atmosphärisch und die Instrumente eher ‚anonym’ behandelt, da die beiden Klangfarben sich miteinander mischen, ineinander fließen. Allmählich trennen sie sich aber und der mittlere Teil der Komposition weist Strukturen auf, die mit klassischen Mitteln wie Harmonik und Stimmführung arbeiten. Dies nur, um bei der Ankunft in der Tiefe wieder ins Klangliche zu gehen, bevor sie ‚verschwinden’“. 

Junge Solisten ist eine Konzertreihe der Siemens Stiftung in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München. Der Eintritt zu den ca. 45-minütigen Konzerten ist frei.