Meldung | Grundversorgung & Social Entrepreneurship 02.04.2012

Gute Ausbildung – das Fundament für nachhaltige ländliche Entwicklung in Kolumbien

Im Osten des Departments Antiochia in Kolumbien engagiert sich die Siemens Stiftung in dem Projekt „Fruqueña“. Das Projekt unter Koordination der Fundación El Cinco zielt auf die wirtschaftliche und soziale Stärkung der Familien und Dorfgemeinschaften und umfasst derzeit 600 Obstbauern und ihre Familien in 13 Gemeinden, die jahrzehntelang unter dem latenten Bürgerkrieg und der wechselnden Präsenz von Guerilla und paramilitärischen Gruppierungen gelitten haben. Für die Siemens Stiftung liegt der Schwerpunkt ihres Engagements dabei auf der Ausbildung der jungen Generation. Dafür finanziert sie Aufbau und Betrieb der „Escuela hortofrutícola Fruqueña“. Im März 2012 hat nun der erste Jahrgang seine zweijährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Im Rahmen einer offiziellen Feier im Auditorium des Geschäftszentrums San Nicholás in der Nähe von Medellin, an der mehr als 150 Gäste teilnahmen, erhielten 47 Agrartechniker und 19 Farm-Manager ihre Zertifikate. Unter den Laudatoren waren unter anderen Liliana Gaitán Pérez, Direktorin der Fundación El Cinco, die das Projekt „Fruqueña“ initiiert hat, Sergio Velázquez Fernández, Sekretariat für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Regierung der Provinz Antioquia sowie Ulrike Wahl, Geschäftsführender Vorstand der Siemens Stiftung.

„Der integrierte Projektansatz „Modelo de Solidaridad Productiva“ der Fundación El Cinco schafft eine realistische, attraktive Zukunftsoption für die nächste Generation und Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum“ – so Ulrike Wahl in ihrem Statement bei der Veranstaltung. „Das Modell der Zusammenarbeit von privaten und öffentlichen Partnern – Public Private Partnership (PPP) – ist sehr gut auf andere Regionen und Länder übertragbar.“ Diesen Projektansatz unterstützt auch die Regierung von Antioquia, um die regionalen wirtschaftlichen und sozialen Strukturen wirksam zu stärken.
In der Fachschule für Obst- und Gartenbau werden Jugendliche zu landwirtschaftlichen Nachwuchsunternehmern und Agrarberatern ausgebildet. Das Schulungsprogramm, zertifiziert vom Servicio Nacional de Aprendizaje (SENA), vermittelt landwirtschaftliches Fachwissen für moderne, umweltgerechte Anbaumethoden im Obstanbau, Organisationskenntnisse, Marketingwissen und kaufmännische Kompetenzen und eröffnet so den jungen Menschen attraktive Berufswege und aussichtsreiche Lebensperspektiven als landwirtschaftliche Unternehmer und Berater in der Region.

Zur Ausbildung gehören neben Fachwissen auch soziale Kompetenzen, wie zum Beispiel Gemeindearbeit. Eine besondere Herausforderung haben sich die Jugendlichen selbst gesetzt: ein sich selbst tragendes Sozialunternehmen aufzubauen, das Beratungsleistungen in der Landwirtschaft der Region anbietet. Mit der Gründung der „Asociación LIDERA“ haben die jungen Fachleute diese schwierige Aufgabe erfolgreich begonnen. Das Unternehmen der Jugendlichen wird fortgeführt und von der Fundación el Cinco weiterhin betreut – vor allem in den Bereichen Strategie, Design, Logistik und Umsetzung der Marketingpläne.