Meldung | Bildung 26.02.2015

Die Medienkompetenz von morgen stärken – Podiumsdiskussion mit Nathalie von Siemens auf der didacta 2015

Im Forum „didacta aktuell“ in Hannover: Prof. Dr. Fthenakis, Nathalie von Siemens, Lena-Sophie Müller, Saskia Esken und Jan Hofer (v. l. n. r.)
© Siemens Stiftung

Laut einer aktuellen forsa-Umfrage nutzen nur 38 Prozent der befragten Lehrkräfte digitale Medien häufig im Unterricht. Dabei schätzen Lehrkräfte den Vorbereitungsaufwand für den Unterricht mit digitalen Medien ähnlich hoch ein wie den für den traditionellen Unterricht. Woran liegt das? Und vor allem: welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um die Medienkompetenz von Lehrern und Schülern zu stärken? Wie kann das pädagogische Potenzial digitaler Medien für das Lehren und Lernen besser ausgeschöpft werden? Diese und weitere aktuelle Fragen beschäftigte die Teilnehmer des Forums „didacta aktuell“ auf der größten europäischen Bildungsmesse, am 26. Februar in Hannover. Prof. Dr. Fthenakis, Präsident des didacta-Verbandes, diskutierte mit Dr. Nathalie von Siemens, Geschäftsführender Vorstand und Sprecherin der Siemens Stiftung, sowie weiteren Bildungs- und Politikvertretern über Konzepte für das Lernen von morgen. Aktuelle Herausforderungen an deutschen Schulen wurden auf politischer, fachlicher und technologischer Perspektive erörtert.

„Die Anforderungen sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Lehrer müssen ihren Schülern nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern auch eine Vielzahl von verschiedenen Kompetenzen, wie kritisches Denken in einem globalen Kontext oder die Fähigkeit zur Kooperation mit Menschen von unterschiedlichstem Hintergrund. Hierbei sind digitale Medien kein Garant für guten Unterricht. Pädagogisch sinnvoll eingesetzt können sie aber den Lernerfolg von Schülern signifikant unterstützen und gleichzeitig ihre Medienkompetenz schulen“, so die Podiumsteilnehmerin Nathalie von Siemens.

Ein zielgerichteter Einsatz von digitalen Lerninhalten bietet neue pädagogische Möglichkeiten, gemeinsam über soziale Schichten hinweg zu lernen und gleichzeitig auf individuelle Art und Weise jeden Schüler auf einen digitalisierten Arbeitsalltag vorzubereiten. Mit dem Medienportal setzt sich die Siemens Stiftung seit über sechs Jahren für einen binnendifferenzierten und inklusiven Unterricht ein. Die dort zur Verfügung stehenden digitalen Lehrmaterialien begleiten Lernende insbesondere im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bei allen Lernprozessstufen – von eigenständigen Lerninhalten, bis hin zu Gruppenübungen und Experimenten. Die von Pädagogen konzipierten Themen sind multiperspektivisch aufbereitet: neben naturwissenschaftlichen Grundlagen werden  Anwendungsbeispiele und gesellschaftliche Auswirkungen thematisiert. Dies fördert ein vernetztes Denken und Verständnis von globalen Zusammenhängen bei den Lernenden.

Aktuell wird das Medienportal zu einer OER (Open Education Resources) Plattform  erweitert. Ab April stehen dort anfänglich rund 300 Medien unter einer offenen Lizenz zur Verfügung. Dadurch wird für diese Medien, deren Anzahl stetig steigen wird, ein uneingeschränkter Zugriff gewährt, der Bearbeitung, Weitergabe und Wiederveröffentlichung ermöglicht. Die Siemens Stiftung unterstützt so die UNESCO-Forderung, allen Menschen eine Teilhabe an hochwertiger Bildung zu ermöglichen.