Meldung | Allgemein 20.06.2016

DIE „BRIDGING CHALLENGE“ – Integration und Innovation von Geflüchteten für Geflüchtete

Bridging Challenge
Fünfzehn Teilnehmer mit über dreißig Experten der DO School stellten sich der „Bridging Challenge“ der DO School und der Siemens Stiftung.
© The DO School

Wie können Geflüchtete besser mit deutschen Unternehmen und deren Ausbildungs- und Arbeitsplatzangeboten verknüpft werden? Die Offerten auf Seiten der Arbeitgeber sind groß. Jedoch sind viele Geflüchtete nicht in der Lage, die Integrationsmöglichkeiten wahrzunehmen. Wie lässt sich diese Kluft überwinden? Im Rahmen eines dreiwöchigen Innovations-Workshops haben Geflüchtete auf Einladung der Siemens Stiftung und der internationalen Bildungsplattform DO School einen innovativen Lösungsansatz erarbeitet, wie beide Seiten effektiver zueinander finden können. Fünfzehn Teilnehmer mit über dreißig Experten der DO School nahmen die „Bridging Challenge“ im Campus Berlin der DO School an.

Das Hauptproblem: unterschiedliche Erwartungen

Die Ergebnisse der „Bridging Challenge“ zeigen, dass Geflüchtete und Arbeitgeber meist unterschiedliche Erwartungen voneinander haben. Es bedarf daher mehr als nur eines erfolgreichen ersten Kontakts beider Seiten. Der Lösungsvorschlag der Gruppe lautet: Profee.

Profee, ein von den Teilnehmern selbst entwickelter Lösungsansatz, ist ein Online/Offline-Bewerbungstool, über das sich Geflüchtete und Arbeitgeber schrittweise kennenlernen sowie Vertrauen und gegenseitiges Verständnis füreinander aufbauen können. In jedem Level von Profee müssen Geflüchtete und Unternehmen Aufgaben erfüllen, sowohl in der digitalen Welt als auch beim persönlichen Austausch – so  z. B. Tests zur Selbsteinschätzung, Video-Pitches oder die Teilnahme an Netzwerkevents. Mit jedem Level steigt die Möglichkeit, den richtigen Arbeitgeber und -nehmer zu finden. Basierend auf der Selbstbewertung und einem Verifizierungsprozess im Hintergrund können besonders kompetente Geflüchtete auch ein oder mehrere Level überspringen und so schneller mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt kommen.

Unternehmen können diesen Prozess unterstützen, indem Mitarbeiter, die über offene Stellen und Weiterbildungsmöglichkeiten informiert sind, an Profee teilnehmen, oder indem sie ihre Mitarbeiter dazu einladen, sich ehrenamtlich als Mentoren für Geflüchtete einzusetzen.

Zum Ziel in vier Stufen:

In Level#1 bewerten die Teilnehmer ihre Sprachkenntnisse, machen Angaben zu ihren Erwartungen und ihrer Qualifizierung. Nach Abschluss dieser ersten Einstufung absolvieren die Teilnehmer, je nach Ergebnis, spezifische Aufgaben, um das nächste Level freizuschalten.

In Level#2  laden Geflüchtete und Arbeitgeber einfache Videos hoch, in denen sie sich selbst vorstellen und so Teil einer digitalen Community werden.

In Level#3 kommen ausgewählte Geflüchtete und Arbeitgeber in einem Netzwerkevent zusammen, um sich persönlich kennenzulernen. Die Teilnehmer werden dabei ermutigt, Mentoring-Beziehungen aufzubauen. Pflegen sie diese längerfristig, erhalten sie den Zugang zum nächsten Level.

In Level#4 werden Geflüchtete zu einem Workshop eingeladen, in dem Arbeitgeber auf die deutsche Arbeitskultur und Arbeitsstandards eingehen. Parallel dazu werden Mitarbeiter der Unternehmen von speziell ausgebildeten Trainern darin geschult, wie sie stereotypes Denken und Vorurteile vermeiden können.  

Wie geht es weiter – die Unternehmen sind gefragt
Um dem ganzheitlichen Anspruch der Lösung nachzukommen, wird Profee im nächsten Schritt einer Bedarfsanalyse seitens der Arbeitgeber und weiteren Stakeholdern unterzogen. Im Rahmen eines zweiten Workshops im Juli 2016 sollen die Anforderungen der Unternehmen erfasst sowie Synergien mit bereits bestehenden Maßnahmen identifiziert werden. Für diesen Austausch sind engagierte Unternehmen gefragt, die ihre Erfahrungen, Kenntnisse und Bedarfe mit einbringen und so zu einer schnellen Umsetzung und Implementierung von Profee beitragen.