Pressemitteilung | Bildung 16.10.2013

Deutsch-Chilenischer Austausch für eine verbesserte MINT-Bildung

TeilnehmerInnen im Fachforum zur sozialen Innovation und Bildung im Rahmen der deutsch-chilenischen Wirtschaftstage in Santiago de Chile.
TeilnehmerInnen im Fachforum zur sozialen Innovation und Bildung im Rahmen der deutsch-chilenischen Wirtschaftstage in Santiago de Chile.
© AHK Chile

Die Qualität der Ausbildung des Nachwuchses in naturwissenschaftlich-technischen Fächern ist eine Grundlage, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und im globalen Wettbewerb dauerhaft bestehen zu können. Darüber hinaus leistet MINT-Bildung einen wichtigen Beitrag zur sozialen Durchlässigkeit in Gesellschaften. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist sie ausschlaggebend für verbesserte Berufschancen von Jugendlichen. In Chile wie in Deutschland hat das Bewusstsein zur strategischen Bedeutung von MINT-Bildung in den letzten Jahren stark zugenommen. Immer mehr Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie dem Dritten Sektor und Politik finden sich zusammen, um das Interesse an MINT-Bildung sowie die Qualität der MINT-Bildung vom Vorschulalter bis zum Schulabschluss zu verbessern.

Im Rahmen der deutsch-chilenischen Wirtschaftstage, die vom 15. bis 16. Oktober von der deutschen Auslandshandelskammer in Santiago de Chile ausgerichtet werden, hat die Siemens Stiftung gemeinsam mit der Repräsentanz des Landes Bayern in Südamerika das Forum „Soziale Innovation und Bildung“ initiiert. Dr. Nathalie von Siemens, Geschäftsführender Vorstand und Sprecherin der Siemens Stiftung, sowie Vertreter des Bildungspakts Bayern und der TUM School of Education (Technische Universität München) diskutieren mit chilenischen Bildungsexperten und Wirtschaftsvertretern effiziente Modelle der Zusammenarbeit in Form von Public-Private Partnerships (PPP), um einen Beitrag zu einer strukturellen Verbesserung der MINT-Bildungsqualität zu erzielen.

Im Fokus steht dabei das Modell der „MINT-Regionen“, in denen abgestimmt auf die Bedürfnisse einer Region, die Qualität der MINT-Bildungangebote flächendeckend verbessert wird. Diese PPPs in Form von MINT-Regionen werden in Lateinamerika mit zunehmenden Interesse verfolgt, auch um eine Übertragbarkeit in lokalen Kontexten zu prüfen. Ralf Kaulfuss, Geschäftsführer der Stiftung Bildungspakt Bayern, diskutiert mit gesellschaftlichen Vertretern Chiles auf dem Fachforum „Soziale Innovation und Bildung“, um den Erfahrungsaustausch zwischen Bildungsinitiativen in Regionen Chiles und Deutschlands zu fördern. „Die Erfolge der Stiftung Bildungspakt Bayern zeigen, was es bedeuten kann, wenn Wirtschaft und Staat an einem Strang ziehen, gemeinsam die Verantwortung für die Zukunftsaufgaben der Gesellschaft tragen und offen sind, auch neue Wege zu beschreiten.“

Das internationale Bildungsprogramm der Siemens Stiftung „Experimento“ ist besonders gut geeignet, MINT-Bildung entlang der gesamten Bildungskette zu stärken und komplementäre Ressourcen von verschiedenen Kooperationspartnern zielgerichtet zu bündeln. Das pädagogische Konzept zur Verbesserung des MINT-Unterrichts ist lehrplanorientiert aufgebaut. Es basiert auf dem Prinzip des forschenden Lernens und kann vom Vorschulalter bis zum Schulabschluss eingesetzt werden. „Dabei will Experimento einen Beitrag zur gesamten Entwicklung des Kindes leisten“, betont Dr. Nathalie von Siemens, Geschäftsführender Vorstand der Siemens Stiftung. „Auch Aspekte wie soziale Kompetenzen, Sprach- und Verständnisfähigkeit sowie Urteilsvermögen werden mit Experimento gefördert.“

Experimento setzt bei den Lehrern und Erziehern an. Wie verschiedene Studien belegen, sind Pädagogen entscheidend für das Gelingen jeder Bildungsinitiative und sollten frühzeitig in die Konzepte mit einbezogen werden. Dies unterstreicht auch Professor Dr. Manfred Prenzel, Dekan TUM School of Education der Technischen Universität Muenchen: „Die Lehrkräfte sind der Schlüssel für einen erfolgreichen Unterricht, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik weckt und aufrecht erhält. Es geht darum, dass die Schülerinnen und Schüler naturwissenschaftliche Konzepte verstehen. Sie müssen Gelegenheit haben, selbst zu forschen und zu experimentieren. So zu unterrichten können MINT-Lehrkräfte lernen: in der grundständigen Lehrerbildung, in Fortbildungen oder in Qualitätsoffensiven.“

Im Rahmen der Errichtung sogenannter Experimento-Kompetenzzentren sollen auch lokale Unternehmen als Partner für eine bessere MINT-Bildung gewonnen werden. Der Austausch und Dialog mit Wirtschaft, Politik, Stiftungen und Wissenschaft auf dem Fachforum im Rahmen der deutsch-chilenischen Wirtschaftstage bietet hierfür gute Anknüpfungspunkte.

„Wir freuen uns über das positive Echo auf unsere Initiative, den Wissensaustausch zwischen Netzwerken für MINT-Bildung in Lateinamerika und Deutschland zu stärken. Gerade auch in Chile hoffen wir, gemeinsam mit unseren Kooperationspartner weitere Mitstreiter gewinnen zu können“, bekräftigt Dr. Nathalie von Siemens.

In Chile, Argentinien, Kolumbien und Peru wurden in zwei Jahren bereits über 600 Lehrkräfte sowie mehr als 21.000 Schülerinnen und Schüler mit Experimento erreicht. In Chile ermöglicht beispielsweise die Zusammenarbeit mit wichtigen Bildungsinstitutionen wie der Pontificia Universidad Católica de Chile oder der Fundación Chile eine verbesserte Qualitat der MINT-Bildung durch die breite Einführung des Programms in Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer.