Meldung | Bildung 19.12.2013

Auf dem Prüfstand: Was macht eine gute Sprachfördermethode aus?

© Siemens Stiftung

Förderprogramme zum Spracherwerb sind in Deutschland zahlreich vorhanden, doch verlässliche Untersuchungen über ihre Wirkung gibt es wenige. Ein guter Grund für die Siemens Stiftung, das TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) bei einer dreijährigen Studie zu unterstützen. Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die für eine gelingende Entwicklung im Deutschen bei mehrsprachigen Kindern zentral sind. Zu diesem Zweck führen Wissenschaftler derzeit Sprachstandserhebungen mit rund 200 drei- bis vierjährigen mehrsprachig aufwachsenden Kindern aus dem Großraum München durch.

„Wir hoffen, insbesondere durch den relativ langen Untersuchungszeitraum und die große Zahl der Probanden, zuverlässige Aussagen über die Entwicklungsverläufe von mehrsprachigen Kindern zu erlangen", erläutert Dr. Barbara Filtzinger, Leitung Bildung bei der Siemens Stiftung, das Untersuchungsziel. „Denn gerade diese fehlen bislang für Deutschland." So liefern bisherige deutsche Untersuchungen häufig nur Momentaufnahmen und lassen keine Rückschlüsse auf längerfristige Entwicklungsprozesse zu. Das ZNL möchte den Forschungsfokus nun erweitern, sowohl methodisch als auch inhaltlich. Ein Vorhersagemodell soll die Merkmale bündeln, die mehrsprachige Kinder beeinflussen. Einige davon werden erstmals in einer Studie miteinbezogen, etwa die Qualität der Interaktion zwischen Erzieherin und Kind oder die Bedeutung der Gleichaltrigen.

Des Weiteren untersuchen die Wissenschaftler die Wirkung von systematischer Sprachförderung auch anhand eines konkreten Beispiels: Der KIKUS-Methode (Kinder in Kulturen und Sprachen), die vom Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. (zkm) entwickelt wurde und die die Siemens Stiftung im Rahmen ihres Engagements zur Sprachförderung unterstützt. Denn Sprache ist die Grundlage für jeden Wissenserwerb, auch im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, der im Fokus des Bildungsprogramms der Siemens Stiftung steht.

Das Projektteam analysiert die sprachlichen Fähigkeiten der teilnehmenden Kinder vor und nach einer mehrmonatigen Förderung mit der Sprachlernmethode und vergleicht sie mit einer Kontrollgruppe ohne KIKUS-Förderung. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf den Kindern - auch Eltern, Erzieher und Einrichtungsleitungen werden befragt, um Einflussfaktoren möglichst ganzheitlich zu erfassen. Die Resonanz aus den beteiligten Einrichtungen ist positiv: "Unser Projektteam wird in den Einrichtungen sehr zuvorkommend unterstützt. Die Bereitschaft der Eltern ist groß und die Kinder machen gerne mit bei den spielerischen Sprachstandserhebungen", berichtet Dr. Katarina Groth, Psychologin am ZNL.