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»Die Macht der Technologie kann jede Hürde überwinden, wenn sie im Dienste der Menschen und nicht des Profits steht.«

Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger Tweet
Technologie für Entwicklungsregionen

Lokal angepasste Lösungen mit gesellschaftlicher Wirkung

Technologie hat großes Potenzial, globale Herausforderungen zum Wohle aller zu meistern. Davon sind wir als Siemens Stiftung überzeugt. Mit unserer Arbeit fördern wir ihren Einsatz in benachteiligten Regionen. Die richtigen Technologien sorgen dort für eine verbesserte Grundversorgung und schaffen Voraussetzungen für ressourcenschonendes Verhalten.

Das Wasserrad der Barsha Pump nutzt die Energie der Flussströmung um Wasser kostengünstig und ohne Strom zu pumpen.
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Das GravityLight verwandelt Erdanziehungskraft mithilfe eines Sandsacks, einem Seil und einer Dynamobox in sauberen Strom.
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Den empowering people. Award 2016 gewann das Social Enterprise Bempu, das die Säuglings-Sterblichkeitsrate senken will.
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Die EinDollarBrille ist auch für Menschen mit geringem Einkommen erschwinglich und kann bereits nach einer kurzen Ausbildung vor Ort gefertigt werden.
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Die digitale Bibliothek NABU.org Library for All liefert qualitativ hochwertige Bildungsmaterialien, wo es an Büchern mangelt.
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Das ReMotion Knee ist eine erschwingliche, sehr bewegliche Knieprothese, auch für unwegsames Gelände geeignet ist.
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Das einfache Geldverwaltungs-Tool InSight ermöglicht Kleinunternehmern die tägliche Buchhaltung via Mobiltelefon.
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„Nahezu keines der Nachhaltigkeitsziele kann ohne technische Lösungen erreicht werden“, so Iana Aranda, Präsidentin von Engineering for Change (E4C). In der Tat bewirken Techniklösungen überall auf der Welt positive soziale, ökologische und wirtschaftliche Veränderungen. Technische Lösungen in der Entwicklungszusammenarbeit müssen sich an den Menschen und ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten orientieren, damit sie wirklich nachhaltig sein können. Die Zunahme von individualisierten und digitalen Lösungen ermöglicht im besonderen Maße nutzerorientiertes Denken. Gerade für den ländlichen Bereich sind diese Innovationen wichtig, so zum Beispiel für die Gesundheitsvorsorge, die Landwirtschaft oder das bargeldlose Bezahlen.

Die Siemens Stiftung orientiert sich an den von E4C entwickelten Kriterien für angepasste Technologien.

Uns geht es nicht um hochtechnologische Innovationen. Im Vordergrund steht die gesellschaftliche Wirkung, die eine Technologie in einem ganz bestimmten Umfeld erzielen kann. Und dabei kann eine ebenso neue wie eine bereits seit Jahren erprobte Technologie lokale Verhältnisse deutlich verbessern. Ebenso wichtig ist für uns, dass die Technologien ressourcenschonend und umweltverträglich eingesetzt werden und Ansatzpunkte für die wirtschaftliche Entwicklung einer Gemeinde bieten. Die Erfahrung zeigt: Technologien sind immer dann wirksam, wenn sie optimal an die Bedingungen vor Ort angepasst sind und keine Abhängigkeiten entstehen.

Technologiebereiche, in denen wir uns engagieren:

  • Abfallwirtschaft
  • Aus- und Weiterbildung
  • Energie
  • Ernährung & Landwirtschaft
  • Finanztechnologie
  • Gesundheitswesen
  • Mobilität & Infrastruktur
  • Wasser & Hygiene
© Siemens Stiftung

»Für abgelegene Regionen, mit geringer Infrastruktur, sind angepasste Technologien der Schlüssel zur Lösung.«

Wir betrachten es als eine unserer Aufgaben, bereits existierende und oft lokal entwickelte Technologien mit Potenzial für nachhaltige Entwicklung zu finden, zu verbreiten und sie für möglichst viele Menschen nutzbar zu machen. Vernetzung und Technologietransfer ist dafür ebenso wichtig wie Kompetenzvermittlung. Im Mittelpunkt unserer eigenen operativen Arbeit steht zudem das Thema nachhaltige Energie- und Wasserversorgung.

Scouting: Wie findet man geeignete Technologien für Entwicklungsregionen?

Mit unserem empowering people. Award (epA) identifizieren wir einfache, aber intelligente Techniklösungen, die die Grundversorgung von Menschen in Entwicklungsregionen verbessern können. Neben einer überzeugenden technischen Entwicklung im Dienste des Menschen ist dabei entscheidend, dass sich die Produkte und Lösungen auf Basis von Geschäftsmodellen vor Ort realisieren lassen, Arbeitsplätze schaffen und somit den Menschen eine nachhaltige Zukunftsperspektive bieten. Unsere internationale Jury hat inzwischen gemeinsam mit Expertenteams aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit und Technologie die gesellschaftliche Wirkung von über 1.600 Lösungen aus aller Welt anhand klarer Kriterien bewertet. Rund 80 davon sind in unserer Datenbank abrufbar.

Gute Ideen verbreiten: Adaption und Wissenstransfer

Viele Technologien, die lokal entstanden sind, haben das Potenzial, Lebensbedingungen auch an anderen Orten zu verbessern. Andere wiederum wurden von Organisationen entwickelt, die bereits von Anfang an einen Einsatz an mehreren Orten geplant hatten. Doch um einen erfolgreichen Einsatz an einem anderen Ort zu gewährleisten, ist sowohl eine Anpassung an lokale Gegebenheiten nötig als auch ständiger Erfahrungsaustausch. In den Workshops unseres empowering people. Network (epN) bieten wir Anknüpfungspunkte für Technologie- und Wissenstransfer. Erfindern technologischer Lösungen bieten wir Angebote zur Weiterentwicklung ihrer Organisationen.

Operative Projekte in den Bereichen Wasser und Energie

Unsere operativen Erfahrungen beruhen auf der Arbeit in den Bereichen Wasser und Energie. Hier sind wir mit eigenen Projekten in Ostafrika und Teilen Lateinamerikas aktiv. Zum Einsatz kommen hier einfache off-grid Technologien, die nachhaltig und umweltschonend zur Wasser- und Energieversorgung kleinerer Gemeinden beitragen. Dabei haben wir gelernt: Die beste Technologie hilft nichts ohne Menschen, die sie anzuwenden wissen. Bei Projekten wie dem Safe Water Enterprises steht deshalb die Community im Mittelpunkt jeder gelungenen Lösung. Ihr vermitteln wir das ausreichende Wissen zur Bedienung und Wartung der Technologie. Die Community selbst ist dabei immer wichtigster Teil der Lösung, denn relevante Anregungen für technische oder anwendungsspezifische Verbesserungen kommen von ihr selbst.

Hintergrundmaterial

Burrell, J.: Material Ecosystems: Theorizing (Digital) Technologies in Socio-Economic Development,
Berkeley School of Information, 2016

„More than Water” über Konzept, Methoden, Fortschritt und Herausforderungen der Safe Water Enterprises, 
Water Solutions, 2017

empowering people.Network:Low-tech Solutions Fight Hunger, 2018
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