Kontakt

»Es beginnt damit den Armen beizustehen, ihnen zuzuhören und Potenzial dort zu erkennen, wo andere Hoffnungslosigkeit sehen.«

Jacqueline Novogratz, Acumen Fund Tweet

Community Development

Die Menschen vor Ort als Akteure des Wandels

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch – er ist es schließlich auch, der aus eigener Kraft seine Lebensbedingungen nachhaltig verbessern kann. Innovative Technologien und nachhaltige Organisationen sind zwar wirksame Faktoren, doch die beste technische Lösung und die perfekte Unternehmung scheitern, wenn sie nicht zum kulturellen Umfeld und den lokalen Möglichkeiten passen. Dann erscheinen Ansätze für Entwicklung mühsam oder gar unmöglich. Deshalb wollen wir gezielt die Ressourcen, die in einer Region oder Community vorhanden sind, produktiv machen.

Auf die Community kommt es an: Für ein erfolgreiches Projekt braucht es starke Persönlichkeiten und die Unterstützung der Gemeinde vor Ort, die das Projekt tragen.
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Die Entrepreneurship-Trainings am Viktoria See werden mit einem Community-Ansatz neu gedacht und weiterentwickelt.
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Die Entwicklungsprozesse werden direkt in den Communities geplant und umgesetzt - wie auch hier in Mutito, Kenia.
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Die Aguajira Fallstudie beschreibt Erfahrungen mit partizipativem Design bei der Einführung einer Wasserfiltrationstechnologie im Dorf Conejo in La Guajira, Kolumbien.
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Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit braucht es nicht nur eine Idee, sondern starke Strukturen und Persönlichkeiten vor Ort. Der Blick auf die vorhandenen Ressourcen, die individuellen Wünsche sowie das politische und kulturelle Umfeld muss am Anfang stehen. Und so beginnt jeder Arbeitsprozess mit Zuhören. Denn schon das Zuhören und Gehört werden verändert die Sicht auf die jeweilige Herausforderung und eröffnet neue Perspektiven.

Übergeordnet orientieren wir uns bei der Siemens Stiftung an den Prinzipien des Community-led Development“:

  • Entwicklungsprozesse werden direkt in den Communities, also in den Dorfgemeinschaften, Städten und Kommunen, geplant und umgesetzt.
  • Um langfristige, systemische Veränderungen und nicht nur kurzfristige Projekterfolge zu erreichen, ist es uns ein Anliegen, dass die Menschen vor Ort aktive Teilhabe an der Gestaltung der lokalen Politik und Führungsstrukturen erhalten.
  • Ihre Ziele definieren und verwirklichen sie selbst.

»Ein erfolgreiches nachhaltiges Entwicklungsprogramm braucht […] Partnerschaften, die sich auf Grundsätze und Werte, eine gemeinsame Vision und gemeinsame Ziele stützen, die die Menschen und unseren Planeten in den Mittelpunkt stellen.«

Sustainable Development Goals 17, Partnerships for the Goals Tweet

Egal ob eine Gemeinde noch so isoliert oder in einem fragilen Zustand ist, wir machen uns auf die Suche nach ihren versteckten Ressourcen: Manchmal sind es Individuen, oft Gruppen, Gemeindeorganisationen, kleine Unternehmungen oder Start-ups im informellen Sektor, die eine Community voranbringen können. Sie wollen wir unterstützen. Mit ihnen kooperieren wir, starten Modellprojekte oder vermitteln Wissen und Kontakte. Was sich schließlich am Ende daraus entwickelt, ist so individuell wie die Menschen, die daran beteiligt sind.

Technologietransfer – aber richtig

Da wir insbesondere mit Technologielösungen arbeiten, steht schnell auch der Wunsch im Raum, durch den Transfer einer Lösung von einem Ort an den anderen die Lebensbedingungen von noch mehr Menschen verbessern zu wollen. Replizierung und Skalierung sind dabei wichtige Schlagworte. Doch so einfach ist das nicht! Die falsche Technologie am falschen Ort kann mehr Schaden anrichten als nutzen. Und genau deshalb ist uns der ausführliche Austausch mit den Communities ein wichtiges Anliegen. Denn nur ein gemeinsames Verständnis zum Einsatz und Betrieb der Technik, zum Ziel und der geplanten Herangehensweise führen schließlich zum langfristigen Erfolg.

Entwicklung, die weitergeht

In Kenia entwickeln wir gemeinsam mit einzelnen Gemeinden Wasserkioske für sicheres Trinkwasser (siehe: Safe Water Enterprises). Dabei ergeben sich häufig zusätzliche Aktivitäten, angetrieben von den Menschen vor Ort. So nutzen zum Beispiel Krankenhäuser wie das Health Centre in Ngoliba oder das Nyangoro Health Centre das sichere Trinkwasser der Kioske für Patienten, Hotels und Geschäfte aus der näheren Umgebung für ihre Kunden. In Kisumu subventionieren z.B. die Kioske den Wasserverkauf an die lokalen Gemeinden mit dem Wasserverkauf an Hotels und Geschäfte im urbaneren Bereich. Auch in den sehr entlegenen Kiosken in Kwale an der Küste Kenias wird das Wasser in lokalen Restaurants und Bars verwendet. Einzelne Transportdienste wurden aufgebaut, sodass das Wasser mit Fahrrädern, Eselskarren und Motorrädern in weiter entfernte Gebiete transportiert werden kann. All diese Aktivitäten fördern nicht nur die Gesundheit der Verbraucher, sondern sichern auch das Einkommen einzelner Kleinunternehmer vor Ort.

© Siemens Stiftung

»Man kann eine Technologie nicht von einem Ort zum an­deren transferieren, ohne die lokalen Besonderheiten zu beachten.«

Für den Einsatz von Technologie orientieren wir uns am partizipatorischen Ansatz der MIT Practical Impact Alliance. Gemeinsam haben wir 12 Kriterien für einen erfolgreichen Technologietransfer definiert. Wie kann partizipatives Design genutzt werden, um unterversorgte Gemeinden voranzubringen?

Eine Fallstudie von MIT D-Lab und Siemens Stiftung zeigt Ansätze für einen erfolgreichen Einsatz dieser Methode im Bereich Technologietransfer.

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Weitere Artikel

Rolf Huber, Geschäftsführer der Siemens Stiftung: „Die technische Lösung muss genau zur Herausforderung passen“. Im Interview spricht Huber  u.a. über Organisationsmodelle (2019)

MIT D-Lab und Siemens Stiftung: “Aguajira: the practice of co-design for technology transfer (2018)”

David Hoffmann, empowering people. Network: „The White Elephant“. Im Interview spricht Hoffmann über seine Erfahrungen mit einem Wasserinfrastrukturprojekt in Conejo, Kolumbien und warum es so wichtig ist, die Gemeinde einzubeziehen. (2018)

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