Ein Wassersystem, das langfristig trägt

Das Safe Water Enterprise eröffnet der Gemeinde Korumba neue Perspektiven.

© Siemens Stiftung

Mehr als 8,5 Millionen Liter sauberes Trinkwasser, seit einem Jahrzehnt kein einziger Cholera-Fall und neue Perspektiven für Frauen und Familien: Die ländliche Gemeinde Korumba im Westen Kenias zeigt, was möglich ist, wenn Gemeinden, Sozialunternehmen sowie philanthropische und öffentliche Institutionen zusammenarbeiten – und gemeinsam ein nachhaltiges System aufbauen.

Seit 2015 hat sich in Korumba vieles verändert. Sauberes Wasser war plötzlich zu Fuß erreichbar. Immer weniger Bewohner*innen waren auf Wasserquellen wie verunreinigtes Flusswasser angewiesen, und die Zahl der Cholera-Fälle sank auf null. Frauen und Mädchen, die zuvor weite Wege zurücklegen mussten, um Wasser zu holen, gewannen Zeit für Bildung und bezahlte Arbeit. Wie ist das gelungen?

Internationale Partnerschaften und lokale Eigenverantwortung

Am Anfang stand eine gemeindebasierte Organisation – eine sogenannte Community-Based Organization (CBO) – mit einem klaren Ziel: eine langfristig gesicherte Wasserversorgung aufzubauen. Erfahrungen zeigen, dass viele Brunnenprojekte nach einigen Jahren scheitern, weil sie als zeitlich begrenzte Einzelmaßnahmen angelegt sind. In Korumba sollte es anders laufen.

Wie sich eine nachhaltige Wasserversorgung verwirklichen lässt, ist auch eine zentrale Frage für die Siemens Stiftung. Wir verstehen Wasserversorgung als vernetztes System. Deshalb verbinden wir Technologie, Sozialunternehmertum, den Aufbau lokaler Kompetenzen und Partnerschaften mit öffentlichen Institutionen. So stärken wir langfristig zuverlässige, nachhaltige und klimaresiliente Wasserdienstleistungen.

Der Wasserkiosk im Jahr 2016
© Siemens Stiftung/Georgina Goodwin
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«Es geht nicht darum, Gewinne zu erzielen. Die Einnahmen sollen ausreichen, um kleinere Reparaturen, Betriebskosten und die laufende Instandhaltung zu finanzieren – während die Verantwortung in den Händen der Gemeinde bleibt.»

Christine Meinhardt, Projektleiterin Safe Water Enterprises, Siemens Stiftung

Um dies sicherzustellen, ist aus der CBO eine nach kenianischem Recht organisierte Water Users Association (WUA) hervorgegangen. Sie beaufsichtigt das Safe Water Enterprise und gewährleistet Transparenz und Verlässlichkeit. Für den täglichen Betrieb sind geschulte Mitarbeitende verantwortlich. Dadurch entstehen in Korumba zugleich neue Einkommensmöglichkeiten. Die Partnerorganisation SkyJuice Foundation stellt netzunabhängige, mobile Filtersysteme bereit. Mithilfe haarfeiner Membranfasern bereiten sie das Wasser zu sauberem Trinkwasser auf.

Klimawandel erfordert neue Partnerschaften für eine sichere Wasserversorgung

Das Projekt ist erfolgreich, die Nachfrage entsprechend hoch. Gleichzeitig stellt der Klimawandel Wasserprojekte vor wachsende Herausforderungen. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung Korumbas wächst. Insbesondere in den trockenen Monaten reicht das Brunnenwasser nicht mehr aus. Zugleich werden die Niederschläge immer unberechenbarer.

Damit ist klar: Um den steigenden Bedarf zu decken, muss das Safe Water Enterprise erweitert werden. Gemeinsam mit der Siemens Stiftung und einem neuen Partner, dem kenianischen Sozialunternehmen Rural Water Management Solutions (RWMS), hat die Gemeinde Korumba eine nahe gelegene Wasserquelle ausgebaut und einen zweiten Wasserkiosk eingerichtet.

RWMS hat die Wasserversorgung deutlich verbessert. Dazu wurden Wasserautomaten – sogenannte Water ATMs – installiert, die Überwachungssysteme modernisiert und ein Abrechnungssystem eingeführt. Gemeinsam mit der WUA von Korumba stärkt das Sozialunternehmen außerdem das Management sowie den Betrieb und die Instandhaltung der Wasserkioske.

© Siemens Stiftung
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«Wenn Gemeinden Zugang zu sauberem Wasser erhalten, setzt dies einen weitreichenden sozialen und wirtschaftlichen Wandel in Gang – in der Gesundheit, bei den Bildungschancen, im Handel und in der Landwirtschaft.»

Jamlick Mutie, CEO, Rural Water Management Solutions

Kein Einzelprojekt, sondern ein nachhaltiges System

Die Partnerschaft zwischen RWMS, der WUA von Korumba und der Wasserbehörde des Kisumu County ist ein Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit. Sie orientiert sich an den Richtlinien des County und zeigt, wie sich transparente und zuverlässige Wasserdienstleistungen wirksam für die lokale Bevölkerung bereitstellen lassen.

Das gemeinschaftlich organisierte Wassermanagement hat Korumba nachhaltig gestärkt. Sauberes Wasser ist für die Bewohner*innen nicht länger nur eine Hoffnung. Die erzielten Einnahmen ermöglichen auch soziale Unterstützungsangebote und kleinere Investitionen. Über ein gemeinschaftliches Spar- und Darlehenssystem können Mitglieder Kredite aufnehmen, ihr Einkommen steigern und ihre finanzielle Stabilität verbessern.

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