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OneDollarGlasses Bolivien

Erschwingliche Brillen für die ländliche Bevölkerung

Eine ausgebildete Mitarbeiterin der „Consulta Optica“ überprüft die Sehstärke und passt die Brille gleich vor Ort an.
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Für Schülerinnen und Schüler gibt es die Brillen kostenlos – denn nur wer alles auf der Tafel erkennen kann, hat eine Chance auf Bildung.
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Gefahr gebannt: Sonnenbrillen verhindern, dass das starke UV-Licht den Augen schadet.
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Vor allem schlecht erschlossene ländliche Regionen stehen im Fokus der Versorgung von sehbehinderten Menschen.
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Die Siemens Stiftung arbeitet seit 2012 mit dem Verein EinDollarBrille zusammen. Der Gewinner des ersten empowering people. Awards baut in Entwicklungsländern Strukturen zur dauerhaften Versorgung von sehbehinderten Menschen mit günstigen, vor Ort hergestellten Brillen auf. Mehr als 150 Millionen Menschen auf der Welt leiden unter einer Sehschwäche, die sich mit einer Brille korrigieren ließe, die sie sich aber nicht leisten können. Nun unterstützt die Siemens Stiftung den Verein beim Ausbau seiner Aktivitäten in Lateinamerika.

Arbeitsgebiet:

Entwicklungskooperation

Region/Land:

Bolivien

Etwa die Hälfte der über 11 Millionen-starken Bevölkerung Boliviens lebt in ländlichen Gebieten. Doch außerhalb der urbanen Zentren gibt es wenige bis gar keine Augenärzte und Optiker. Der Verein EinDollarBrille hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Versorgung mit Brillen in diesen ländlichen Gebieten Boliviens zu verbessern und bietet seit 2013 zusammen mit der lokalen Institution Lentes al Instante (LAI) augenoptische Untersuchungen an. Das Besondere an dem Angebot ist, dass die Brillen in Bolivien produziert und der Kundschaft direkt vor Ort angepasst werden. Zudem betreibt LAI ein Ausbildungszentrum in Santa Cruz de la Sierra, in dem bis zu 20 Auszubildende zeitgleich in optischer Konsultation ausgebildet werden und ein Diplom erhalten. Bisher durchliefen rund 50 Teilnehmende die Ausbildung. Somit bietet LAI rund 10 Brillen-Produzenten und 17 Assistenten in der „Consulta Óptica“ Arbeit und lokales Einkommen, wie auch internationalen Freiwilligen ein soziales Engagement – zum Beispiel in „weltwärts“, einem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst der DRK-Gesellschaft Volunta, initiiert und gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Überzeugender Startschuss in Burkina Faso

Über die letzten Jahre hat die Siemens Stiftung den Verein beim strategischen Ausbau seiner Aktivitäten, insbesondere in Burkina Faso, unterstützt. Inzwischen ist der Verein EinDollarBrille in Burkina Faso mit 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein großer Arbeitgeber des Landes und operiert sehr erfolgreich und unabhängig von Spendengeldern.

Unser Ziel ist, möglichst viele Schülerinnen und Schüler mit Sehschwäche zu unterstützen. Denn Erfahrungen zeigen, dass etwa ein Drittel aller Schulkinder mit einer Sehschwäche zu kämpfen hat und somit dem Unterricht nicht folgen kann. Für 2019/20 sind Kampagnen an vierzig Schulen in Bolivien angedacht. Als Grundlage für eine aktive Teilnahme am Unterricht werden die Brillen kostenlos an die Schülerinnen und Schüler vergeben.

Nach Möglichkeit finden weitere Kampagnen in den Gemeinden der ausgewählten Schulen statt, bei denen die Brillen (nach Sehtest), umgehend mit individuellen Dioptrien angepasst, zu einem Preis von etwa Euro 10,00 an die Dorfbevölkerung vor Ort verkauft werden. Das Geschäft in den ländlichen Gegenden Boliviens ist trotzdem nicht selbsttragend, da der logistische Aufwand, die Dörfer zu erreichen, sehr hoch ist. Dies auf den Kunden umzulegen, ist nicht realistisch, da die Zielgruppe ja genau die Ärmsten der bolivianischen Bevölkerung umfasst. Um den Verkaufspreis möglichst niedrig halten zu können, arbeitet LAI mit Freiwilligen zusammen, die im Rahmen ihres Engagements auch die Ausbildung zur optischen Konsultation absolvieren.

Max Steiner, Fotograf: Isabella Bilger

»Bereits in den ersten Jahren konnten wir über 30.000 Patienten aus abgelegenen Gebieten versorgen.«

Im Verlauf des Jahres 2019 möchte LAI vierzig Grund- und weiterführende Schulen in den Außenbezirken von Santa Cruz, in La Paz, Tarija und Yacuiba-Chaco mit Kampagnen erreichen. Diese Kampagnen beinhalten Sehtests, vor Ort angepasste Brillen für Schülerinnen und Schüler sowie die Überweisung für eine augenärztliche Untersuchung, falls eine Brille nicht helfen sollte (zum Beispiel bei Hornhautverkrümmung). Die Anpassung vor Ort ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, sich auch die Form und Farbe der Brille auszusuchen. So wird diese zu einem individualisierten Mode-Accessoire, auf das die jungen Menschen stolz sind.

© CIA Factbook / Public Domain

Eine ernstzunehmende Gefahr für die Sehkraft stellt in Bolivien außerdem die intensive Sonneneinstrahlung dar. Ohne Schutz durch Sonnenhut oder getönte Gläser kann sie eine extrem schädliche Wirkung auf das menschliche Auge haben. Daher werden neben normalen Brillen auch Sonnenbrillen mit Dioptrien angeboten.

Interdisziplinäre Unterstützung

Eingebettet ist das Projekt in eine Kooperation zwischen der Siemens Stiftung und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die darauf abzielt, an genau diesen Schulen die Qualität des Unterrichts in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern sowie in Hygiene- und Umwelterziehung zu verbessern. Neben den Kampagnen wird hier das Bildungsprogramm Experimento um neue Lehr- und Lerninhalte ergänzt und das gesamte Programm als Lehrerweiterbildung in den Lehrplan der Universität integriert.

Sie interessieren sich für die Erfahrungen beim Aufbau lokaler Strukturen eines Sozialunternehmens oder möchten OneDollarGlasses in anderen Regionen unterstützen? Kontaktieren Sie uns!

Projektleitung OneDollarGlasses Bolivien
Christine Janezic

+49 89 540487 301

Ansprechpartner OneDollarGlasses Bolivien
Max Steiner
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