• Wasserverkauf am „Safe Water Enterprise” am Howa Mwana Damm. Nach 12 Monaten Dürre wurden die Wasserquellen auch dort knapp.
    Wasserverkauf am „Safe Water Enterprise” am Howa Mwana Damm. Nach 12 Monaten Dürre wurden die Wasserquellen auch dort knapp.
    © Siemens Stiftung
  • Die Wasserquelle des Kiosks war fast versiegt.
    © Imran Jalalkhan
  • Nach einer langen Durststrecke plagen jetzt Überflutungen die Region.
    Nach einer langen Durststrecke plagen jetzt Überflutungen die Region.
    © Stephen Njuguna Wamuyu
Arbeitsbereich:
Grundversorgung & Social Entrepreneurship
Land/Region:
Kenia
Projektleiterin Caroline Weimann und Kioskmanager Umazi Mwakera
Projektleiterin Caroline Weimann und Kioskmanager Umazi Mwakera

Dürre in Ostafrika – und wie die Siemens Stiftung helfen kann

Seit Monaten hat es in Ostafrika nicht mehr geregnet, jetzt plagen die Region heftige Überschwemmungen  – mit fatalen Folgen für die lokale Bevölkerung. Um einige der negativen Auswirkungen zu kompensieren, arbeitet die Siemens Stiftung zusammen mit Gemeinden an der Einrichtung von Safe Water Kiosks in Kenia und Uganda. Caroline Weimann, Projektmanagerin der Stiftung, war vor Ort und berichtet darüber, wie Techniklösungen helfen könnten, einige der Probleme in Angriff zu nehmen.

Im Februar 2017 rief Präsident Uhuru Kenyatta wegen der schweren Dürre offiziell den Notstand in Kenia aus. Wie ist die Lage vor Ort?


In den betroffenen Regionen herrschen verheerende Zustände. Wir mussten unsere Reise wegen schwerer Überschwemmungen teilweise absagen. Einige unserer Projektgebiete sind aufgrund der Regenfälle unzugänglich geworden, und wir hoffen, dass nicht allzu viele Gemeinden betroffen sind. In Zeiten wie diesen nehmen die durch verunreinigtes Wasser verursachten Krankheiten stark zu. Vor allem Kinder sind davon betroffen. Die starken Regenfälle zerstören zudem Ernten und führen zu einer hohen Zahl an Vieheinbußen.

Die Überschwemmungen richten deshalb so große Schäden an, weil sie auf eine harte und lange Dürreperiode folgen, die über ein Jahr andauerte. Dazu muss man wissen: In Kenia gibt es zwei Regenzeiten: die Regenzeit mit langen Regenfällen, die normalerweise von März bis Mai dauert, und die Zeit der kurzen Regenfälle zwischen Oktober und Dezember. Aufgrund des Klimaphänomens El Niño war die Lage besonders ernst und es hat im vergangenen Jahr in großen Teilen Kenias überhaupt keine langen Regenfälle gegeben. Besonders davon betroffen waren die Gemeinden im Norden Kenias und an der Küste. Die Menschen hatten auf die kurzen Regenfälle gehofft, die normalerweise im Oktober beginnen. Aber auch sie setzten nicht ein. Leider treten diese Dürrephasen immer häufiger auf und werden auch  in Zukunft eine große Herausforderung bleiben.

Welche Auswirkungen hatte die Dürre für die Bevölkerung?

Wasser- und Nahrungsmangel sind ein großes Problem, unter dem die Bevölkerung sehr leidet. In ländlichen Gebieten sind einige Stämme auf der Suche nach Wasser und Nahrung für sich und ihr Vieh aufgebrochen, um an andere Orte zu ziehen. Dadurch haben aber auch die Konflikte zwischen den Stämmen zugenommen, ebenso die unter den Hirten und Großgrundbesitzern. Wir mussten uns eine Zeit lang aus einigen Gebieten fernhalten. Die Situation ist besonders angespannt, da Parlamentswahlen anstehen, und viele politische Führer es vorziehen, nicht in diese Konflikte einzugreifen. In den Städten sieht die Situation nicht besser aus. In Nairobi ist der Hauptstaudamm für die Versorgung der Stadt derzeit nur zu 20 Prozent gefüllt. Die Nairobi Water Company rationiert deshalb das Wasser und die meisten Menschen in der Stadt werden nur einmal pro Woche mit Wasser versorgt. Die Landwirtschaft hat sehr gelitten und die Preise für Wasser und Nahrungsmittel sind natürlich gestiegen. Der Milchpreis hat sich von 40 Kenia-Schilling (KES) für 500 ml Milch im Zeitraum von sechs Monaten auf 65 KES erhöht. Maismehl, eines der Grundnahrungsmittel, hat sich von 115 auf 160 KES pro Kilogramm verteuert.

Sind auch Regionen betroffen, in denen die Siemens Stiftung tätig ist? Können Sie ein wenig mehr über das Safe Water Enterprises-Projekt erzählen?

Die Dürre betrifft tatsächlich alle Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten! Im Rahmen des „Safe Water Enterprises“-Projekts arbeiten wir mit Gemeinden im gesamten Land an der Verbesserung ihres Trinkwassers. In vielen Regionen ist Oberflächenwasser verfügbar, aber es ist verunreinigt und nicht als Trinkwasser geeignet. Die Safe Water Enterprises sollen dieses Wasser für den menschlichen Gebrauch verfügbar machen. Sie sind mit einer Filteranlage ausgestattet, die Trübungen, Bakterien und Viren aus dem Wasser entfernt. Der Kiosk wird von einem Komitee betrieben, das dafür geschult ist, den Kiosk als Sozialunternehmen zum Wohl der Gemeinschaft zu betreiben. Eine Person wird ausgewählt, um den Kiosk zu bedienen und die Technik zu warten. Dieser „Operator“ und das Managementteam müssen zusammenarbeiten, um die langfristige finanzielle und technische Nachhaltigkeit zu sichern. Natürlich hat es Auswirkungen auf den Kioskbetrieb, wenn Wasser plötzlich knapp wird. Viele Wasserquellen sind vom Regenfall abhängig.

Hat die Dürre Konsequenzen für den Betrieb der Safe Water Enterprises?

Einige der Wasserkioske waren von der Dürre stärker betroffen als andere, z. B. die Kioske, die Wasser aus Staudämmen und Flüssen nutzen. Wenn der Wasserstand der Dämme und Flüsse deutlich absinkt, wird das Wasser trüber und schlammiger. Außerdem nimmt die Konzentration von krankheitserregenden Bakterien zu. Deshalb mussten wir in einigen der Kioske Vorfilter installieren.

Auch die Wasserverfügbarkeit ist eine große Herausforderung. Die Wasserquellen einiger Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten, haben sich drastisch verkleinert. Einer unserer „jüngsten“ Kioske in Howa Mwana im Kwale County nutzt zum Beispiel Wasser aus einem Damm. Wir hätten nie gedacht, dass dieser Damm jemals austrocknen würde. Und tatsächlich war dieser Damm im letzten Jahr der letzte in der gesamten Region, der trotz der Dürre noch Wasser führte. Aber nach neun Monaten ohne Regen und dem zunehmenden Bedarf aus den umliegenden Gemeinden trocknete auch er aus, und der Kiosk musste schließen. Er war der erste Kiosk, an dem das passierte und wir wurden ein bisschen davon überrumpelt. Glücklicherweise gab es im März einige kleine Regenfälle, so dass der Kiosk wieder öffnen konnte. Erfreulich ist, dass die Kioske, die über die trockenen Monate hinweg geöffnet blieben, noch mehr Menschen mit sicherem Trinkwasser versorgen konnten. Da viele andere Wasserquellen bei fehlendem Regen versiegen, kommen mehr Menschen von weiter entfernten Orten, um Wasser an den Safe Water Enterprises zu kaufen. Auf diese Weise erleben mehr Menschen die Vorteile von sicherem Wasser gegenüber anderen Quellen. Das ist besonders in Zeiten wichtig, in denen durch Wasser übertragene Krankheiten sich stark ausbreiten.

Wie haben die Gemeinden und Kioskmanager auf die Situation reagiert? Machen sie sich Sorgen, dass kein sauberes Wasser mehr verfügbar ist? Machen sie sich Sorgen um die Nachhaltigkeit der Kioske? Könnten damit auch ihre Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen?


Natürlich haben sich einige der Gemeinden und Kioskmanager Sorgen gemacht, als sie sahen, wie das Wasser weniger wurde und die Möglichkeit bestand, dass es komplett versiegt. Wir haben das Thema mit den Wasserkomitees besprochen und sie dafür sensibilisiert, dass sie Notpläne für Dürrezeiten benötigen. An einigen Standorten war es beispielsweise nötig, alternative Wasserquellen zu nutzen, wenn die Hauptquelle nicht ausreichend Wasser spendete. Die Kioske in Korumba und Tinderet in Kisumu County und Nandi County haben das getan. An anderen Standorten mussten technische Anpassungen vorgenommen werden, etwa die Installation einer Pumpe, die tiefer in den Fluss oder den Damm hineinreicht. An Standorten, an denen die Kundenzahl sich in Trockenphasen erhöht, müssen die Teams Lösungsansätze entwickeln, um die Verfügbarkeit von sicherem Wasser zu erhöhen, indem sie z. B. größere Speichertanks installieren. Diese Anpassungen verursachen Kosten und wir helfen den Managementteams dabei, ihre Finanzplanung zu überprüfen und sich darauf vorzubereiten.

Welche langfristigen Veränderungen sind vorhersehbar, und sind zusätzliche oder neue Technologien erforderlich?

Die regulären Dürrezyklen sollen laut Prognosen häufiger auftreten. Sie werden schwerwiegender werden – auch aufgrund des Klimawandels, der Veränderung des Grundwasserstands und des zunehmenden Bedarfs durch die wachsende Bevölkerung. Die Situation war insgesamt sehr besorgniserregend, und natürlich sind umfangreiche und langfristige Anpassungen in verschiedenen Bereichen der Industrie, Landwirtschaft, bei Nahrungsmitteln und Wasser erforderlich. Was Trinkwasser in abgelegenen Gebieten – also unser aktuelles Arbeitsthema – angeht, werden Projekte wie Safe Water Enterprises, bei dem Oberflächenwasser trinkbar gemacht wird, noch weiter an Bedeutung gewinnen. Aber es wird auch erforderlich sein, weitere und bessere Ansätze für den Umgang mit Brackwasser und wasserverschmutzenden Chemikalien, wie etwa Fluorid, zu finden. Die Siemens Stiftung sieht sich nach solchen technischen Lösungsansätzen um und prüft Berichte dazu, welche Erfahrungen Nutzer damit bisher gemacht haben.

An einigen Standorten war es beispielsweise nötig, alternative Wasserquellen zu nutzen, wenn die Hauptquelle nicht ausreichend Wasser spendete.

Kunden statt Hilfsempfänger
  • „Ideen, die unser Leben verändern könnten“ – ARD-Beitrag zu den Safe Water Enterprises in Kenia
Arbeitsbereich:
Grundversorgung & Social Entrepreneurship
Land/Region:
Kenia
Safe Water Enterprises
Benard Olemo und Caroline Weimann

Kunden statt Hilfsempfänger

In den kenianischen Gemeinden Korumba und Soko Kogweno gab es im Oktober 2016 Grund zu Feiern. Seit zwei Jahren versorgen dort zwei Safe Water Enterprises der Siemens Stiftung die Menschen mit sauberem Trinkwasser. Von Anfang an haben die örtlichen Betreiber-Teams viel gearbeitet, Trainings und Schulungen absolviert, um ihre Wasserkioske als Sozialunternehmen nachhaltig zum Erfolg zu führen. Jetzt übergab die Siemens Stiftung die Verantwortung für die Versorgungsstationen an die Gemeinden.

„Die Betreiber der Kioske filtern verschmutztes Wasser mit der SkyHydrant-Membrantechnologie und verkaufen das saubere Wasser zu geringen Preisen an die Gemeinde. Ziel ist es, die Kioske auch finanziell nachhaltig zu betreiben, sodass eine langfristige Versorgung auf Gemeinde-Ebene sichergestellt werden kann“, erklärt Caroline Weimann, Projektleiterin bei der Siemens Stiftung. „Die Gewinne fließen in den Betrieb und die Instandhaltung des Kiosks und decken auch das Gehalt des Kiosk Betreibers. Mögliche Profite fließen in den Ausbau des Projekts und andere soziale Aktivitäten vor Ort.“ Obendrein leisten die Kleinunternehmer mit dem sauberen Trinkwasser einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit der Gemeinde und schaffen neue Perspektiven. Denn um die Kioske herum entstehen weitere Jobs und Gestaltungsmöglichkeiten für junge Menschen – gute Gründe gegen die Landflucht.

Reporter der ARD haben das „Safe Water Enterprise“ besucht und berichteten im Rahmen von „[W] wie Wissen: Ideen, die unser Leben verändern könnten“ über die Technologie, die Menschen, die dahinterstehen und warum Aufklärung mindestens so wichtig ist wie Logistik und Technik.

Am Anfang war es schwierig, weil die Menschen nicht wussten, wie wichtig sauberes Wasser ist. Aber das hat sich jetzt geändert.

Bernard Olemo, Kioskmanager

  • „Ideen, die unser Leben verändern könnten“ – ARD-Beitrag zu den Safe Water Enterprises in Kenia
Arbeitsbereich:
Grundversorgung & Social Entrepreneurship
Land/Region:
Kenia
Safe Water Enterprises
Benard Olemo und Caroline Weimann

Kunden statt Hilfsempfänger

In den kenianischen Gemeinden Korumba und Soko Kogweno gab es im Oktober 2016 Grund zu Feiern. Seit zwei Jahren versorgen dort zwei Safe Water Enterprises der Siemens Stiftung die Menschen mit sauberem Trinkwasser. Von Anfang an haben die örtlichen Betreiber-Teams viel gearbeitet, Trainings und Schulungen absolviert, um ihre Wasserkioske als Sozialunternehmen nachhaltig zum Erfolg zu führen. Jetzt übergab die Siemens Stiftung die Verantwortung für die Versorgungsstationen an die Gemeinden.

„Die Betreiber der Kioske filtern verschmutztes Wasser mit der SkyHydrant-Membrantechnologie und verkaufen das saubere Wasser zu geringen Preisen an die Gemeinde. Ziel ist es, die Kioske auch finanziell nachhaltig zu betreiben, sodass eine langfristige Versorgung auf Gemeinde-Ebene sichergestellt werden kann“, erklärt Caroline Weimann, Projektleiterin bei der Siemens Stiftung. „Die Gewinne fließen in den Betrieb und die Instandhaltung des Kiosks und decken auch das Gehalt des Kiosk Betreibers. Mögliche Profite fließen in den Ausbau des Projekts und andere soziale Aktivitäten vor Ort.“ Obendrein leisten die Kleinunternehmer mit dem sauberen Trinkwasser einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit der Gemeinde und schaffen neue Perspektiven. Denn um die Kioske herum entstehen weitere Jobs und Gestaltungsmöglichkeiten für junge Menschen – gute Gründe gegen die Landflucht.

Reporter der ARD haben das „Safe Water Enterprise“ besucht und berichteten im Rahmen von „[W] wie Wissen: Ideen, die unser Leben verändern könnten“ über die Technologie, die Menschen, die dahinterstehen und warum Aufklärung mindestens so wichtig ist wie Logistik und Technik.

Am Anfang war es schwierig, weil die Menschen nicht wussten, wie wichtig sauberes Wasser ist. Aber das hat sich jetzt geändert.

Bernard Olemo, Kioskmanager

Unternehmerischer Ansatz zur Trinkwasserversorgung
  • Maji Safi Water Kiosk
    Neben der Wasserversorgung ermöglichen die Safe Water Enterprises auch neue Einkommensmöglichkeiten für die Gemeinde.
    © Siemens Stiftung
Arbeitsbereich:
Grundversorgung & Social Entrepreneurship
Land/Region:
Kenia
Portrait Paul Njuguna
Paul Njuguna ist lokaler Koordinator der Safe Water Enterprises.

Für viele Dorfbewohner scheint es völlig normal, dass sie regelmäßig durch Wasser übertragene Krankheiten haben. Ihnen zu zeigen, dass sich das mit sauberem Wasser verhindern lässt, hat sich Paul Njuguna zur Aufgabe gemacht.

Manchmal staune ich über die guten Ideen, die um unser Programm herum entstehen: In einer ländlichen Gemeinde bei Kisumu zum Beispiel bildet sich gerade eine Partnerschaft zwischen dem Wasserkiosk, der 
den Ort mit sauberem Trinkwasser versorgt, und der benachbarten Schule. Gegen einen kleinen monatlichen Betrag sollen dort Wasserspender in den Klassen aufgestellt werden, damit die Kinder immer sauberes Wasser trinken können. Auf die Idee kommt man nicht unbedingt so ohne Weiteres – ich selbst bin zum Beispiel in der Hauptstadt Nairobi zur Schule gegangen, da ist es nicht so heiß wie in dieser Gegend, sodass wir nicht so viel trinken mussten. Vor allem aber gibt es das Problem mit dem schmutzigen Wasser nicht in dieser Form.

Seit einem guten Jahr beschäftige ich mich mit den Safe Water Enterprises. Vorher habe ich unter anderem bei den Vereinten Nationen gearbeitet. Dort war ich für ein Projekt zuständig, in dem es um Energieversorgung für ländliche Gegenden geht. Als ich dann zum ersten Mal von den Wasserkiosken der Siemens Stiftung gehört habe, war ich begeistert: Sauberes Trinkwasser wird so dringend benötigt – und vor allem ist die Technik dahinter ungemein praktisch. Es reicht ein Filter, der Wasser aus einem Fluss säubert; mehr braucht man nicht. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Technik so einfach wie möglich sein muss, wenn man in ländlichen Regionen arbeitet. Zum einen lässt sie sich dann leicht erklären. Und vor allem stecken keine Komponenten drin, die man nicht ersetzen könnte, wenn einmal etwas kaputtgeht.

In meiner Arbeit bin ich viel unterwegs: Immer wieder reise ich in die Gemeinden, mit denen wir einen Wasserkiosk aufgebaut haben. Zu unseren Prinzipien gehört, dass wir eng mit den Gemeinden zusammenarbeiten, damit das Projekt eine breite Unterstützung erhält. Wir ermutigen die Dorfgemeinschaft, einen Betreiber mit einer unternehmerischen Denkweise zu benennen, der dann das entsprechende Training dazu bekommt. Das funktioniert im Regelfall sehr gut; bisweilen aber kommt es zu Streitigkeiten zwischen verschiedenen Lagern in einem Ort. Dann bin ich zur Stelle, um mit den Beteiligten zu sprechen und um zu helfen, Streit zu schlichten – schließlich teilen eigentlich alle das gleiche Ziel und Interesse.

Gute Erfahrungen haben wir mit den Hygiene-Trainings gemacht, die vor Kurzem an den Wasserkiosken begonnen haben. Darin geht es um den Zusammenhang zwischen verschmutztem Wasser und Krankheiten. Ich merke immer wieder: Für viele Dorfbewohner scheint es völlig normal, dass sie regelmäßig Durchfall und andere durch Wasser übertragene Krankheiten haben. Ihnen zu zeigen, dass sich das mit sauberem Wasser verhindern lässt – das ist eine wichtige Aufgabe. Dabei geht es auch um vermeintliche Kleinigkeiten: ums regelmäßige Händewaschen etwa oder darum, dass sie sauberes Wasser auch mit sauberen Gefäßen transportieren müssen.

Wie sehr unser Programm helfen kann, zeigt mir zum Beispiel ein Projekt, bei dem ein Wasserkiosk an einem Krankenhaus aufgebaut wurde. Es wurde ein Kioskbetreiber angestellt, der nun das ganze Krankenhaus mit Trinkwasser beliefern kann. Von der Station profitieren also die Patienten – und auch die Nachbarn des Krankenhauses, die sich dort auch mit sauberem Wasser versorgen können.

„Aus Erfahrung weiß ich, dass Technik in ländlichen Regionen so einfach wie möglich sein muss.“

  • Maji Safi Water Kiosk
    Neben der Wasserversorgung ermöglichen die Safe Water Enterprises auch neue Einkommensmöglichkeiten für die Gemeinde.
    © Siemens Stiftung
Arbeitsbereich:
Grundversorgung & Social Entrepreneurship
Land/Region:
Kenia
Portrait Paul Njuguna
Paul Njuguna ist lokaler Koordinator der Safe Water Enterprises.

Für viele Dorfbewohner scheint es völlig normal, dass sie regelmäßig durch Wasser übertragene Krankheiten haben. Ihnen zu zeigen, dass sich das mit sauberem Wasser verhindern lässt, hat sich Paul Njuguna zur Aufgabe gemacht.

Manchmal staune ich über die guten Ideen, die um unser Programm herum entstehen: In einer ländlichen Gemeinde bei Kisumu zum Beispiel bildet sich gerade eine Partnerschaft zwischen dem Wasserkiosk, der 
den Ort mit sauberem Trinkwasser versorgt, und der benachbarten Schule. Gegen einen kleinen monatlichen Betrag sollen dort Wasserspender in den Klassen aufgestellt werden, damit die Kinder immer sauberes Wasser trinken können. Auf die Idee kommt man nicht unbedingt so ohne Weiteres – ich selbst bin zum Beispiel in der Hauptstadt Nairobi zur Schule gegangen, da ist es nicht so heiß wie in dieser Gegend, sodass wir nicht so viel trinken mussten. Vor allem aber gibt es das Problem mit dem schmutzigen Wasser nicht in dieser Form.

Seit einem guten Jahr beschäftige ich mich mit den Safe Water Enterprises. Vorher habe ich unter anderem bei den Vereinten Nationen gearbeitet. Dort war ich für ein Projekt zuständig, in dem es um Energieversorgung für ländliche Gegenden geht. Als ich dann zum ersten Mal von den Wasserkiosken der Siemens Stiftung gehört habe, war ich begeistert: Sauberes Trinkwasser wird so dringend benötigt – und vor allem ist die Technik dahinter ungemein praktisch. Es reicht ein Filter, der Wasser aus einem Fluss säubert; mehr braucht man nicht. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Technik so einfach wie möglich sein muss, wenn man in ländlichen Regionen arbeitet. Zum einen lässt sie sich dann leicht erklären. Und vor allem stecken keine Komponenten drin, die man nicht ersetzen könnte, wenn einmal etwas kaputtgeht.

In meiner Arbeit bin ich viel unterwegs: Immer wieder reise ich in die Gemeinden, mit denen wir einen Wasserkiosk aufgebaut haben. Zu unseren Prinzipien gehört, dass wir eng mit den Gemeinden zusammenarbeiten, damit das Projekt eine breite Unterstützung erhält. Wir ermutigen die Dorfgemeinschaft, einen Betreiber mit einer unternehmerischen Denkweise zu benennen, der dann das entsprechende Training dazu bekommt. Das funktioniert im Regelfall sehr gut; bisweilen aber kommt es zu Streitigkeiten zwischen verschiedenen Lagern in einem Ort. Dann bin ich zur Stelle, um mit den Beteiligten zu sprechen und um zu helfen, Streit zu schlichten – schließlich teilen eigentlich alle das gleiche Ziel und Interesse.

Gute Erfahrungen haben wir mit den Hygiene-Trainings gemacht, die vor Kurzem an den Wasserkiosken begonnen haben. Darin geht es um den Zusammenhang zwischen verschmutztem Wasser und Krankheiten. Ich merke immer wieder: Für viele Dorfbewohner scheint es völlig normal, dass sie regelmäßig Durchfall und andere durch Wasser übertragene Krankheiten haben. Ihnen zu zeigen, dass sich das mit sauberem Wasser verhindern lässt – das ist eine wichtige Aufgabe. Dabei geht es auch um vermeintliche Kleinigkeiten: ums regelmäßige Händewaschen etwa oder darum, dass sie sauberes Wasser auch mit sauberen Gefäßen transportieren müssen.

Wie sehr unser Programm helfen kann, zeigt mir zum Beispiel ein Projekt, bei dem ein Wasserkiosk an einem Krankenhaus aufgebaut wurde. Es wurde ein Kioskbetreiber angestellt, der nun das ganze Krankenhaus mit Trinkwasser beliefern kann. Von der Station profitieren also die Patienten – und auch die Nachbarn des Krankenhauses, die sich dort auch mit sauberem Wasser versorgen können.

„Aus Erfahrung weiß ich, dass Technik in ländlichen Regionen so einfach wie möglich sein muss.“

Wasserkiosk in Githembe – Interview mit Alice Wanjiru
Arbeitsbereich:
Grundversorgung & Social Entrepreneurship
Land/Region:
Kenia
Alice Wanjiru, Managerin eines Wasserkiosks

Ein Wasserkiosk in Githembe bringt Alice Wanjiru Arbeit und ihrer Dorfgemeinschaft sauberes Wasser

Alice Wanjiru lebt in Githembe, einem kleinen Dorf in der Region Thika nördlich von Nairobi. Wie viele Kenianer, die in abgelegenen Gegenden mit schlechter Infrastruktur wohnen, tranken Alice und ihre Dorfgemeinschaft das verschmutzte Wasser aus einem nahegelegenen Fluss. Die Folge: unzählige Krankheitsfälle, hohe Kosten für Medikamente und verpasste Schulstunden.

Seit dem Jahr 2012 gibt es in Githembe einen Wasserkiosk, durch den sich die Situation geändert hat: Mobile Wasseraufbereitungsgeräte produzieren täglich bis zu 10.000 Liter sauberes Trinkwasser, das die Bewohner günstig erwerben können.

Kioskmanagerin Alice erwirtschaftet durch ihre Tätigkeit am Kiosk ein Einkommen für sich und ihre Familie. Das Safe Water Enterprise in Githembe trägt so zu einer besseren Gesundheit in der Dorfgemeinschaft bei und bietet Möglichkeiten für Einkommen.

"Die Wasserstation in Githembe ist seit Juni 2012 mein fester Arbeitsplatz und ermöglicht es mir, für meine Familie zu sorgen."

Arbeitsbereich:
Grundversorgung & Social Entrepreneurship
Land/Region:
Kenia
Alice Wanjiru, Managerin eines Wasserkiosks

Ein Wasserkiosk in Githembe bringt Alice Wanjiru Arbeit und ihrer Dorfgemeinschaft sauberes Wasser

Alice Wanjiru lebt in Githembe, einem kleinen Dorf in der Region Thika nördlich von Nairobi. Wie viele Kenianer, die in abgelegenen Gegenden mit schlechter Infrastruktur wohnen, tranken Alice und ihre Dorfgemeinschaft das verschmutzte Wasser aus einem nahegelegenen Fluss. Die Folge: unzählige Krankheitsfälle, hohe Kosten für Medikamente und verpasste Schulstunden.

Seit dem Jahr 2012 gibt es in Githembe einen Wasserkiosk, durch den sich die Situation geändert hat: Mobile Wasseraufbereitungsgeräte produzieren täglich bis zu 10.000 Liter sauberes Trinkwasser, das die Bewohner günstig erwerben können.

Kioskmanagerin Alice erwirtschaftet durch ihre Tätigkeit am Kiosk ein Einkommen für sich und ihre Familie. Das Safe Water Enterprise in Githembe trägt so zu einer besseren Gesundheit in der Dorfgemeinschaft bei und bietet Möglichkeiten für Einkommen.

"Die Wasserstation in Githembe ist seit Juni 2012 mein fester Arbeitsplatz und ermöglicht es mir, für meine Familie zu sorgen."