Durch eigenes Ausprobieren und sichtbare Effekte werden Funktionsweisen und Zusammenhänge leichter verständlich und nachvollziehbar: Hier werden Lehrer und Gemeindearbeiter in Kangemi ausgebildet.

Weltweit haben noch immer rund 663 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der Konsum kontaminierten Wassers gilt als Hauptursache für häufige Durchfall-Erkrankungen, die insbesondere für Kinder unter 5 Jahren gefährlich, sogar tödlich sein können. Jedes Jahr sterben rund 500.000 Kinder an den Folgen – das sind mehr als 1400 Kinder pro Tag. Auch in vielen Regionen Kenias spiegelt sich diese Tatsache wieder. Vielerorts mangelt es an trinkbarem Wasser. Die Siemens Stiftung arbeitet daher in ihrem Programm „Safe Water Enterprises“ an einem nachhaltigen Ansatz zur Versorgung mit sauberem Trinkwasser durch Wasserkioske in entlegenen Gebieten.

Der Zugang zu sauberem Wasser ist jedoch nur ein wichtiger Faktor für eine bessere Gesundheit, oft sind der Bevölkerung die Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Trinkwasser, hygienischen Verhalten und der eigenen Gesundheit nicht ausreichend bekannt. Dabei könnten wasser- und hygienebedingte Krankheiten erheblich reduziert werden, wenn die Menschen über Ursachen, Zusammenhänge und mögliche Präventivmaßnahmen besser aufgeklärt würden. Aus diesem Grund haben wir das praxisorientierte Hygiene-Training „Safe water, better health!“ entwickelt, das in den Gemeinden um die „Safe Water Enterprises“ erfolgreich eingesetzt wird.

Experimentier-Set als Herzstück

Herzstück der Trainings ist ein Experimentier-Set, das anhand einfacher Experimente Fragen beantwortet wie: Welchen Einfluss hat kontaminiertes Wasser auf die Gesundheit? Wie verschmutzt Wasser? Wie kann man aus schlechtem Wasser dennoch Trinkwasser herstellen? Durch eigenes Ausprobieren und sichtbare Effekte werden Funktionsweisen und Zusammenhänge leichter verständlich und nachvollziehbar. Diese erfolgreiche Lehr- und Lehrmethode wurde von unserem Bildungsprogramm „Experimento“ übernommen.

Multiplikatoren als Zielgruppe

Um das Wissen innerhalb der Gemeinden rasch zu verbreiten und direkt vor Ort zu verankern, wenden wir uns an die Multiplikatoren, die es in jeder Community gibt. Dazu zählen in erster Linie sogenannte Gemeindearbeiter (Community Health Workers), die in der Regel guten Zugang zu den Haushalten haben und werdende Mütter, Mütter mit Kleinkindern oder Kranke betreuen. Zudem sind Lehrer und Schüler oftmals gute „change agents“. Ihnen bieten wir relevante Inhalte zu den Themengebieten Wasser, Hygiene, Gesundheit, die sie innerhalb des Lehrplanes flexibel einsetzen können. Weitere Zielgruppen sind die lokale Verwaltung sowie lokale Händler, die Wasser transportieren oder an Gemeindemitglieder verkaufen.