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WeTu

Soziales Geschäftsmodell mit neuen Technologien

WeTu – Swahili für „unseres“ – startet mit 13 Mitarbeitern an sechs Standorten entlang des Viktoriasees in Kenia.
© WE!Hub Victoria Ltd

Das von der Siemens Stiftung gegründete Sozialunternehmen WeTu arbeitet entlang der Küste des Viktoriasees an innovativen Lösungen zur Energie- und Trinkwasserversorgung. Gleichzeitig kommen für den ländlichen Raum Afrikas entwickelte elektrische Fahrzeuge erstmals zum Einsatz. Sie sollen zusammen mit sozialen und ökologischen Geschäftsmodellen die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort verbessern, Jobs schaffen und neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen.

Arbeitsgebiet:

Entwicklungskooperation

Region/Land:

Kenia

Unter dem Markennamen „WeTu“, Swahili für „unseres“, arbeitet das neue Unternehmen an den Standorten Mbita, Sindo, Nyandiwa, Sori, Ragwe Honge und Uhanya entlang des Viktoriasees. Das Kerngeschäft basiert auf dem Verleih von eigens entwickelten solarbetriebenen Fischerlaternen, dem Vertrieb von sauberem Trinkwasser sowie zukünftig der Bereitstellung von E-Mobility-Lösungen. Zielsetzung ist es, das operative Geschäft sowie Wartung und Instandhaltung der technischen Anlagen nachhaltig aus den Einkünften finanzieren zu können. Mögliche Gewinne bleiben im Unternehmen und dienen dem weiteren Ausbau des Sozialunternehmens und der damit einhergehenden Verstärkung der positiven gesellschaftlichen Wirkung.

 

In der Region am Viktoriasee haben knapp 35 Prozent der kenianischen Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser, lediglich 20 Prozent sind an ein zentrales Energienetz angeschlossen. Der Transport von Menschen und Waren ist in den ländlichen Gebieten oft nur sehr mühsam möglich. Eine weitere große Herausforderung für das Land ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit von über 20 Prozent, wobei jährlich 800.000 Schulabgänger auf den Arbeitsmarkt drängen. Start-ups und Sozialunternehmen schaffen jedoch gerade unter diesen Bedingungen nachhaltige Arbeitsplätze und stellen gleichzeitig die Grundversorgung in vielen Bereichen des täglichen Lebens sicher.

 

Das Unternehmen hat seine Verwaltung im neuen Gründerzentrum „LakeHub“ in Kisumu, wo lokale digitale Start-ups ansässig sind. In Kooperation mit diesen Initiativen sollen digitale Anwendungen rund um neue Geschäftsmodelle entwickelt werden.

 

Begleitet wird der neue Fokus Elektromobilität von einer deutsch-kenianischen Forschungspartnerschaft, die von der Siemens Stiftung derzeit aufgebaut wird.

»In Zukunft müssen Ansätze entwickelt werden, die die Fähigkeiten von mehreren Stakeholdern bündeln.«

Die Siemens Stiftung hat bereits praktische Erfahrung mit sozialunternehmerischen Ansätzen im Wasser- und Energiebereich in Kenia gesammelt. Unter anderem war sie auch beim WE!Hub Projekt, dem Vorgängermodell von WeTu am Viktoriasee, aktiv beteiligt. Dadurch besteht fundiertes Wissen über die Region, die Gemeinden und mögliche Geschäftsmodelle. WeTu basiert somit auf technischen Lösungen, die genau geprüft und auf die Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort abgestimmt sind.

WePower

Fischerleuchten für den Einsatz auf dem Viktoriasee wurden eigens für WeTu entwickelt. Sie sind extrem widerstandsfähig und ersetzen mit ihren Lithium-Ionen-Batterien die derzeit oft verwendeten Bleibatterien, die bei stürmischen Bedingungen auf den Seegrund sinken und somit eine hohe Umweltbelastung darstellen. Die NIWA und Windsor Laternen sind an den jeweiligen WeTu Standorten aufzuladen und leicht zu transportieren. Mit einer Leuchtdauer von bis zu 12 Stunden und 500 Aufladungszyklen zeichnen sie sich als besonders langlebige und nachhaltige Produkte aus.

Die mobilen GreenPack Batterien können ebenfalls an den WeTu Hubs entliehen und in E-Mobility Fahrzeugen oder als mobile Energiequelle für kleinere Handwerksbetriebe und Geschäfte eingesetzt werden.

WeMobility

Im Bereich E-Mobility werden an den WeTu Standorten verschiedene Produkte getestet, die für den Einsatz in ländlichen Gebieten besonders geeignet sind und eine umweltfreundliche Alternative zu bestehenden Transportmöglichkeiten bieten:

  • Das „aCar“, ein elektrisches Mehrzweckfahrzeug vom Münchner Start-up „EVUM“, einer Ausgründung der Technischen Universität München. Mit diesem E-Fahrzeug sollen neben der Auslieferung von WeTu Wasser auch weitere Einsatzmöglichkeiten für Güter und Personentransport an schwer zugängliche Orte erprobt werden. Die einfache Bauweise ermöglicht eine Produktion vor Ort und wird in Zukunft Arbeitsplätze schaffen können.
  • Die elektrischen Lastenräder von „Anywhere.berlin“ wurden ebenfalls für eine lokale Produktion entworfen, sodass der Großteil der Wertschöpfung vor Ort stattfinden kann. Mit einer Traglast von 160 kg sind sie für eine Vielzahl von Logistikaufgaben einsetzbar.
  • Die elektrischen Bootsmotoren von „Torqeedo“ sind bereits in ihrer Produktion ressourcen- und klimaschonend. Bei einer Nutzung von mehr als 200.000 Fischern auf dem Viktoriasee können sie die Verschmutzung des Seewassers erheblich verringern.

WeWater

Sicheres gefiltertes Trinkwasser steht jeden Tag rund um die Uhr an den vier Standorten Mbita, Sindo, Sori und Nyandiwa zur Verfügung. Bei der Wasserfiltration haben wir uns für ein Produkt der SolarSpring GmbH entschieden, eine Ausgründung vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, die robuste und wartungsarme Wasserfiltrationsanlagen speziell für ländliche Entwicklungsregionen herstellt. Mit ihrem mehrstufigen Filtrationsprozess ist die Anlage ideal, um konstant bestes und sicheres Trinkwasser anzubieten, sie. kann täglich bis zu 15.000 Liter Wasser reinigen. Mit verschiedenen Social Marketing Maßnahmen werden die Kunden außerdem darauf aufmerksam gemacht, wie es zu Verunreinigungen im häuslichen Gebrauch kommen kann und welche Auswirkungen das verschmutzte Trinkwasser auf die Gesundheit hat. Als Wasserquelle dienen Regenwasser sowie Wasser aus dem Viktoriasee, sodass bei Trockenperioden und großer Nachfrage eine stetige Versorgung mit sauberem Trinkwasser sichergestellt werden kann. Kunden können das Wasser jederzeit über ein ATM System beziehen und mit einem Token bezahlen, der entweder bar an den WeTu Hubs oder anhand des mobilen Bezahlsystems MPESA aufgeladen werden kann.

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Projektleitung WeTu Kenia

Tilmann Straub

+49 89 540487 318

Webseiten

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