• Auf welcher gemeinsamen Basis können sich Menschen austauschen? Wie und woher beziehen wir gemeinsames Wissen und welche Erfahrungen teilen wir? Denn das bestimmt nicht zuletzt, wie wir zusammenleben.
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Terreno Común I Common Ground bietet Künstlern aus Lateinamerika und Europa einen gemeinsamen Arbeitsraum, in dem unterschiedliche Sichtweisen und Ansätze aufeinandertreffen und neue Ideen entstehen. Ausgehend von einem vielmaschigen Verständnis von Kultur, steht die Frage nach dem „common ground“ – einer gemeinsamen Basis – im Zentrum.

Künstlerische Forschung im Grenzverkehr zwischen Kulturen

Wenn das Besondere an der Kunst ist, dass sie uns entdecken lässt, was wir nicht wissen und nicht verstehen, braucht es dafür gerade im Grenzverkehr zwischen den Kulturen Möglichkeiten der Interaktion. Denn die Künste bieten ein Experimentierfeld, in dem unterschiedliche Wahrnehmungsmuster, Diskurse und soziale Strukturen aufeinandertreffen und sich neues Wissen erschließen lässt. Auf Initiative der Siemens Stiftung entsteht daher in Zusammenarbeit mit Naves Matadero – Centro Internacional de Artes Vivas Madrid und weiteren Partnern ein professioneller „Makerspace“ für künstlerische Forschung und Entwicklung. Er umfasst Künstlerresidenzen, urbane Interventionen, Interaktionen mit lokalen Künstlern. Aus diesen Begegnungen entsteht im Laufe des Jahres eine Reihe von Kollaborationsprojekten, die jeweils gemeinsam von Künstlern aus Lateinamerika und Europa entwickelt werden.

Projektideen und neue Werke

Schriftzug „Werden wir es wagen, zu tun, was wir sagen?“ vor dem Palacio Real in Madrid.
„Werden wir es wagen, zu tun, was wir sagen?“ diese Frage stellten sich die Bewohner vor dem Palacio Real in Madrid.
Ein rebellischer Stadtteil wechselt den Kontinent

Im Rahmen von Terreno Común haben die kubanische Autorin und Theatermacherin Laura Liz Gil Echenique und das spanische Kollektiv Los Bárbaros in Matadero Madrid eine gemeinsame Theaterproduktion entwickelt. Das Stück entstand nach Künstlerresidenzen und Arbeitsaufenthalten in Madrid/Spanien und La Habana/Kuba, in denen die Künstler wechselseitig einen anderen Blick auf die Kontinente warfen. Ausgangspunkt der Recherche war die Geschichte des Madrider Stadtteils Cerro Belmonte aus dem Jahr 1990. Dessen Bewohner, unzufrieden mit den politischen Verhältnissen, erklärten die Unabhängigkeit ihres Viertels von Spanien, beantragten Asyl in Kuba und wurden dort anerkannt. Es war ihre Art, gegen eine ungerechte Enteignung zu kämpfen.

Die Auseinandersetzung mit dieser Geschichte brachte die Künstler zu der Frage: Wenn alles unmöglich erscheint, wie viele Möglichkeiten können wir uns vorstellen? Atlantis ist eine dieser Möglichkeiten, eine Form des Widerspruchs, von der aus sich eine andere Welt bauen lässt, oder von der man unsere wiederaufbauen kann.

Aus dieser Überlegung entstand das Theaterstück "Atlántida", das am 30. November 2018 in Naves de Matadero in Madrid uraufgeführt wird.

Weitere Aufführungen: 1. und 2. Dezember 2018, 20 Uhr
Ort: Nave 10. Sala Max Aub, Naves Matadero, Centro Internacional de Artes Vivas, Paseo de la Chopera, 14, 28045 Madrid

Im Rahmen von Terreno Común haben die kubanische Autorin und Theatermacherin Laura Liz Gil Echenique und das spanische Kollektiv Los Bárbaros in Matadero Madrid eine gemeinsame Theaterproduktion entwickelt. Das Stück entstand nach Künstlerresidenzen und Arbeitsaufenthalten in Madrid/Spanien und La Habana/Kuba, in denen die Künstler wechselseitig einen anderen Blick auf die Kontinente warfen. Ausgangspunkt der Recherche war die Geschichte des Madrider Stadtteils Cerro Belmonte aus dem Jahr 1990. Dessen Bewohner, unzufrieden mit den politischen Verhältnissen, erklärten die Unabhängigkeit ihres Viertels von Spanien, beantragten Asyl in Kuba und wurden dort anerkannt. Es war ihre Art, gegen eine ungerechte Enteignung zu kämpfen.

Die Auseinandersetzung mit dieser Geschichte brachte die Künstler zu der Frage: Wenn alles unmöglich erscheint, wie viele Möglichkeiten können wir uns vorstellen? Atlantis ist eine dieser Möglichkeiten, eine Form des Widerspruchs, von der aus sich eine andere Welt bauen lässt, oder von der man unsere wiederaufbauen kann.

Aus dieser Überlegung entstand das Theaterstück "Atlántida", das am 30. November 2018 in Naves de Matadero in Madrid uraufgeführt wird.

Weitere Aufführungen: 1. und 2. Dezember 2018, 20 Uhr
Ort: Nave 10. Sala Max Aub, Naves Matadero, Centro Internacional de Artes Vivas, Paseo de la Chopera, 14, 28045 Madrid

Fiktive Inselgruppe zwischen den Kulturen
Wie lassen sich die Beschreibungen eines „Anderen“ überwinden?, fragen sich der Musiker Julián Mayorga und der kolumbianische Künstler Andrés Gualdrón.

Inwieweit sprechen wir bei der Beschreibung der Anderen in Wirklichkeit über uns selbst?, fragen sich der in Spanien lebende Musiker Julián Mayorga und der kolumbianische Künstler Andrés Gualdrón, die derzeit am Centro Etopia de Zaragoza und anschließend in Kolumbien arbeiten. Erzählerische Achse ihres gemeinsamen Projekts „Islas Atlánticas“ ist die Entstehung eines neuen Inselarchipels im Atlantischen Ozean. In dieser Parallelwelt zwischen den Kontinenten gehen die Künstler Fragen der Migration, der Besiedlung und der kulturellen Verflechtungen nach. Geplant sind ein Buch, eine CD-Produktion und eine Konzertaufführung, die zuerst von 15. – 16. Februar 2019 in Matadero in Madrid zu sehen sein wird.

Wie lassen sich die Beschreibungen eines „Anderen“ überwinden?, fragen sich der Musiker Julián Mayorga und der kolumbianische Künstler Andrés Gualdrón.

Inwieweit sprechen wir bei der Beschreibung der Anderen in Wirklichkeit über uns selbst?, fragen sich der in Spanien lebende Musiker Julián Mayorga und der kolumbianische Künstler Andrés Gualdrón, die derzeit am Centro Etopia de Zaragoza und anschließend in Kolumbien arbeiten. Erzählerische Achse ihres gemeinsamen Projekts „Islas Atlánticas“ ist die Entstehung eines neuen Inselarchipels im Atlantischen Ozean. In dieser Parallelwelt zwischen den Kontinenten gehen die Künstler Fragen der Migration, der Besiedlung und der kulturellen Verflechtungen nach. Geplant sind ein Buch, eine CD-Produktion und eine Konzertaufführung, die zuerst von 15. – 16. Februar 2019 in Matadero in Madrid zu sehen sein wird.

Übersetzung von Schrift in Bewegung

Mit Übersetzungsprozessen beschäftigt sich die chilenische Regisseurin und Schauspielerin María Siebald. In einer ersten Recherchephase im Juni und Juli 2018 arbeitet sie in Madrid mit Communities von Gehörlosen an einer Interpretation von Texten zeitgenössischer spanischer Autoren in Gebärdensprache. Aufbauend darauf, ist eine zweite Arbeitsphase mit Tänzern der Compañía Nacional de Danza geplant, in der sie sich mit der Übersetzung und Verkörperung der Artikel der Menschenrechte befasst.

Mit Übersetzungsprozessen beschäftigt sich die chilenische Regisseurin und Schauspielerin María Siebald. In einer ersten Recherchephase im Juni und Juli 2018 arbeitet sie in Madrid mit Communities von Gehörlosen an einer Interpretation von Texten zeitgenössischer spanischer Autoren in Gebärdensprache. Aufbauend darauf, ist eine zweite Arbeitsphase mit Tänzern der Compañía Nacional de Danza geplant, in der sie sich mit der Übersetzung und Verkörperung der Artikel der Menschenrechte befasst.

Was teilen Kontinente?

Über Geographie, Benennung oder Klima? In Chile beschäftigt sich das spanische Künstlerduo Rosa Casado und Mike Brookes mit Common Grounds im wörtlichen Sinn – den Berührungspunkten der Kontinente. Unterstützt von chilenischen Forschern nähern sie sich der bioklimatischen Landschaft als gemeinsamer Basis anstelle eines Mosaiks von Nationen – gleichsam der Luft, die wir teilen. Einen Raum des geteilten Wissens schließlich, in dem Objekte unterschiedlicher Natur koexistieren und unseren Blick wenden, wird die spanische Choreographin Maria Jerez mit Künstlern am Kulturzentrum Nave in Santiago de Chile entwickeln. Die entstehenden Produktionen werden schließlich auf beiden Kontinenten zu sehen sein.

Über Geographie, Benennung oder Klima? In Chile beschäftigt sich das spanische Künstlerduo Rosa Casado und Mike Brookes mit Common Grounds im wörtlichen Sinn – den Berührungspunkten der Kontinente. Unterstützt von chilenischen Forschern nähern sie sich der bioklimatischen Landschaft als gemeinsamer Basis anstelle eines Mosaiks von Nationen – gleichsam der Luft, die wir teilen. Einen Raum des geteilten Wissens schließlich, in dem Objekte unterschiedlicher Natur koexistieren und unseren Blick wenden, wird die spanische Choreographin Maria Jerez mit Künstlern am Kulturzentrum Nave in Santiago de Chile entwickeln. Die entstehenden Produktionen werden schließlich auf beiden Kontinenten zu sehen sein.

Stadtraum wird zum Aktionsraum

Von 11. bis 22. Juli 2018 arbeitete das interdisziplinäre chilenische Kollektiv Mil M2 gemeinsam mit dem spanischen Künstler Javier Cruz im öffentlichen Raum von Madrid. In acht Stadtteilen bot die urbane Intervention „Proyecto Pregunta“ Möglichkeiten des Austauschs – die Künstler befragten die Bürger über das soziale Leben in der Stadt und gaben den Fragen einen öffentlichen Resonanzraum. Das Projekt wurde in Kooperation mit Veranos de la Villa umgesetzt und generierte eine Debatte über das Zusammenleben.

Von 11. bis 22. Juli 2018 arbeitete das interdisziplinäre chilenische Kollektiv Mil M2 gemeinsam mit dem spanischen Künstler Javier Cruz im öffentlichen Raum von Madrid. In acht Stadtteilen bot die urbane Intervention „Proyecto Pregunta“ Möglichkeiten des Austauschs – die Künstler befragten die Bürger über das soziale Leben in der Stadt und gaben den Fragen einen öffentlichen Resonanzraum. Das Projekt wurde in Kooperation mit Veranos de la Villa umgesetzt und generierte eine Debatte über das Zusammenleben.

Migration von Objekten
Für das Projekt „Correspondencia“ schrieb das Künstlerkollektiv Briefe an unbekannte Adressaten – Chroniken aus alltäglichen Beobachtungen, politischen Kommentaren und gesellschaftlichen Themen.

Den ersten professionellen „Makerspace“ gestaltete das „Colectivo Traficantes“ von 25. Juni bis 24. Juli 2017 in Madrid. Die Gruppe von Künstlern aus Argentinien, Kolumbien, Kuba, Peru und Uruguay hatte sich während Experimenta Sur 2016 in Bogotá gegründet. Seine künstlerische Praxis entwickelt das multi-disziplinäre Kollektiv auf der Basis von Kommunikationstools wie Skype, handschriftlichen Briefen oder dem Versenden von Objekten. Denn unzählige Dinge wandern täglich über den Erdball – in Form von Handelswaren, auf Computerbildschirmen oder im Gepäck von Migranten. Folgt man ihren Bewegungsverläufen, lässt sich viel über die Wandlungsfähigkeit von Gesellschaften erfahren. In einem Rechercheprojekt untersuchte das Kollektiv diese komplexen Verflechtungen von persönlichen und politischen Realitäten und entwickelte unter dem Titel „Correspondencia“ eine Reihe von Aktionen, mit denen sie Handel und Kommunikation neue Bedeutungen gaben. Ergebnisse wurden in einem öffentlichen Projektraum mit einer Ausstellung, Diskussion und performativen Elementen von 18. bis 21. Juli 2017 im Kulturzentrum Matadero gezeigt. Im Anschluss wurde das Projekt als work-in-progress in Buenos Aires fortgesetzt.

Colectivo Traficantes:

-       Mercedes Halfon (Argentina)

-       Laura Liz Gil Echenique (Cuba)

-       Adriana Bermúdez Fernández (Colombia)

-       Diego Alejandro Garzón (Colombia)

-       Jorge Tadeo Baldeón (Perú)

-       Leonor Courtoisie (Uruguay)

Für das Projekt „Correspondencia“ schrieb das Künstlerkollektiv Briefe an unbekannte Adressaten – Chroniken aus alltäglichen Beobachtungen, politischen Kommentaren und gesellschaftlichen Themen.

Den ersten professionellen „Makerspace“ gestaltete das „Colectivo Traficantes“ von 25. Juni bis 24. Juli 2017 in Madrid. Die Gruppe von Künstlern aus Argentinien, Kolumbien, Kuba, Peru und Uruguay hatte sich während Experimenta Sur 2016 in Bogotá gegründet. Seine künstlerische Praxis entwickelt das multi-disziplinäre Kollektiv auf der Basis von Kommunikationstools wie Skype, handschriftlichen Briefen oder dem Versenden von Objekten. Denn unzählige Dinge wandern täglich über den Erdball – in Form von Handelswaren, auf Computerbildschirmen oder im Gepäck von Migranten. Folgt man ihren Bewegungsverläufen, lässt sich viel über die Wandlungsfähigkeit von Gesellschaften erfahren. In einem Rechercheprojekt untersuchte das Kollektiv diese komplexen Verflechtungen von persönlichen und politischen Realitäten und entwickelte unter dem Titel „Correspondencia“ eine Reihe von Aktionen, mit denen sie Handel und Kommunikation neue Bedeutungen gaben. Ergebnisse wurden in einem öffentlichen Projektraum mit einer Ausstellung, Diskussion und performativen Elementen von 18. bis 21. Juli 2017 im Kulturzentrum Matadero gezeigt. Im Anschluss wurde das Projekt als work-in-progress in Buenos Aires fortgesetzt.

Colectivo Traficantes:

-       Mercedes Halfon (Argentina)

-       Laura Liz Gil Echenique (Cuba)

-       Adriana Bermúdez Fernández (Colombia)

-       Diego Alejandro Garzón (Colombia)

-       Jorge Tadeo Baldeón (Perú)

-       Leonor Courtoisie (Uruguay)