Solar Küche
Technische Innovationen wie diese Solarküche verbessern die soziale und wirtschaftliche Situation von Kleinbauern in Peru.

Wo setzt Sierra Productiva an?

Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre herrscht in Peru ein erhebliches soziales Ungleichgewicht: Während in den Städten der Armutsanteil gesunken ist, leben in ländlichen Gebieten über die Hälfte der Menschen ohne Zugang zu öffentlicher Gesundheits- und Wasserversorgung und in Armut. Vor allem die indigene Bevölkerung ist vom Wirtschaftswachstum weitgehend ausgeschlossen.

Im Projekt Sierra Productiva, was übersetzt so viel bedeutet wie „ertragreiches Andenhochland“, setzen wir und das Instituto para una Alternativa Agraria (IAA) gemeinsam mit Kleinbauern aus den ärmsten Regionen Perus 18 einfache technische Innovationen um, die ihre Situation verbessern. Ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte werden gleichermaßen einbezogen.

Was macht Sierra Productiva aus?

  • 18 Innovationen zur Stärkung der landwirtschaftlichen Kleinproduktion

    Über drei Jahre hinweg werden zusammen mit den Kleinbauern 18 verschiedene Entwicklungsschritte, beispielsweise in den Bereichen Bewässerung, Energieversorgung oder Landbewirtschaftung, umgesetzt. Althergebrachtes Wissen aus dem eigenen Kulturraum wird mit neuen Erkenntnissen kombiniert. Dies erhöht den Ertrag und ermöglicht den Bauern, ihre Produkte am Markt zu verkaufen und so ihr Einkommen zu steigern.

  • Fokus der Siemens Stiftung auf die Bereiche Wasser und Energie

    Die Siemens Stiftung konzentriert sich dabei vor allem auf Wasser und Energie – Bereiche, in denen wir bereits in anderen Regionen wertvolle Erfahrungen sammeln konnten. Konkret unterstützen wir die Bevölkerung bei der Bewässerung, der Optimierung von Kochgelegenheiten durch den Einsatz von Solartechnik, der Gewinnung von sauberem Trinkwasser und der Installation von Biogeneratoren. Zum Einsatz kommen einfache technische Lösungen, die richtig eingesetzt aber große Wirkung zeigen.

  • Entwicklung ökologischer Distrikte

    Die unterschiedlichen landschaftlichen Gegebenheiten werden jeweils beachtet. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung sogenannter „ökologischer Distrikte“, in denen auf einen umweltschonenden Ressourceneinsatz Wert gelegt wird.

  • Eigenleistung und Mitverantwortung

    Besonders wichtig ist die Einbindung der Familien. Die Weitergabe von Wissen ist von besonderer Bedeutung. Die „Yachachiq“ (Quechua für „Wissende, die lehren“) spielen als einheimische Multiplikatoren eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der technischen Innovationen.

    Die Replikation des Ansatzes von Sierra Productiva in anderen entlegenen Gemeinden außerhalb der peruanischen Hochanden zeigt, dass das Prinzip des „Von-und-miteinander-Lernens“ unter Berücksichtigung des kulturellen Umfeldes ein Weg in die Inklusion, die soziale und wirtschaftliche Entwicklung sein kann.