Warum sich die Siemens Stiftung für OER engagiert

Offene Bildungsressourcen (OER) sind im Kommen, deutschlandweit und international. Laut der Pariser Erklärung der UNESCO von 2012 handelt es sich dabei um Material, das kostenlos frei zugänglich ist und sowohl verändert als auch wiederverbreitet werden darf. OER schaffen damit auch in ärmeren Regionen der Welt Zugänge zu Bildungsressourcen. Besondere Potenziale liegen im kooperativen Erstellen und Weiterentwickeln sowie in ihrer einfachen Anpassung und Weiterverbreitung.

Lehrkräfte sehen sich beim Thema OER mit neuen Fragen bezüglich Urheberrecht, Qualität und praktischer Handhabung konfrontiert. Daher werden die didaktisch-methodischen Möglichkeiten von OER oft nur in Teilen genutzt. Offene Bildungsressourcen lassen sich rechtssicher anpassen und individualisieren und erfüllen damit wichtige Voraussetzungen für einen binnendifferenzierenden, inklusiven Unterricht in zunehmend heterogenen Schulklassen. Auf Schülerseite fördert der aktive Umgang mit freien Bildungsressourcen das selbstbestimmte Lernen und einen kompetenten Umgang mit Internet und Medien. Insgesamt unterstützen OER die kreative Zusammenarbeit von Lehrkräften und Schülern und ermöglichen neue kooperative Lehr- und Lernformen.

Diese Potenziale von OER will die Siemens Stiftung gezielt fördern und in die Bildungssysteme tragen. Ihr Engagement zeigt sich dabei auf verschiedene Art und Weise: Operativ durch Bereitstellung qualitativ hochwertiger OER mit inhaltlichem Schwerpunkt im naturwissenschaftlich-technischen Bereich; international, indem sie freie Materialien in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stellt und diese somit weltweit genutzt werden können. Kooperativ durch Vernetzung mit anderen Medienanbietern und strategisch, indem sie das Thema OER gemeinsam mit Experten und Entscheidungsträgern aus Politik und Bildung vorantreibt.

Die Siemens Stiftung sieht die Zukunft der modernen Wissensvermittlung unserer digital geprägten Welt in einer Bildung, die für alle zugänglich ist, auf individuelle Lernbedürfnisse angepasst werden kann und durch soziale Kreativität entsteht.


Neuigkeiten aus der OER-Welt

OER
Foto unter CC BY 4.0

Neue Informationsstelle für offene Bildungsmaterialien

Am 2. November startete in Deutschland das vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt einer Informationsstelle für OER.  Ziel ist es  – durch Aufklärung und Beratung aus einem Guss – OER nachhaltig in der Bildungslandschaft zu verankern.

 Die Informationsstelle mit dem Namen OERinfo soll sich laut Plan ab Februar 2017 mit einem aktualisierten Webauftritt präsentieren, in dem umfassende Informationen zum Thema offene Bildungsmaterialien bereitgestellt werden.

Weitere Informationen zum Aufbau der OERinfo

14.11.2016

Die digitale OER World Map

Die OER World Map visualisiert als interaktive, digitale Landkarte die weltweit wachsende Bewegung der OER-Community. Einzelne Akteure, Organisationen, Projekte und Events mit OER-Bezug können mit wenigen Mausklicks recherchiert werden. Auch das Medienportal der Siemens Stiftung ist dort mit einem Profil präsent. Die OER World Map möchte vor allem zum gegenseitigen Austausch, zur Vernetzung und zur Kooperationsbildung anregen. Das Projekt wurde mit einer Open Data Technologie vom Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein Westfalen (hbz) und der graphthinking GmbH in Zusammenarbeit mit der Open University (UK) entwickelt und wird von der William und Flora Hewlett Foundation unterstützt.

Zur OER World Map

01.09.2016

temoa – OER aus Lateinamerika

OER in spanischer und englischer Sprache bietet temoa, ein Projekt des Center for Innovation in Technology and Education an der mexikanischen Universität Tecnológico de Monterrey. Das Portal richtet sich primär an Lehrkräfte und weist ein breites Themenangebot auf, unter anderem eine Vielzahl an naturwissenschaftlichen Medien. Die Nutzer können sich zudem ein eigenes Profil anlegen oder die Ressourcen bewerten.

Zur Plattform temoa

14.04.2016

Der erste deutschsprachige OER-Award

Berlin, 1. März auf dem OER-Festival 2016 #OERde16: In neun unterschiedlichen Kategorien wurden herausragende Konzepte für freie Lehr- und Lernmaterialien prämiert. Als Partner des Festivals übernahm die Siemens Stiftung die Patenschaft für die Kategorie 7 „OER für MINT – Unterrichtsmaterialien für MINT-Fächer in der Schule“.

Unter den Einreichungen beeindruckte die Stiftung besonders der Beitrag „Unterrichten mit dem Raspberry PI“ von Tobias Hübner, der mit großem Engagement seine Schülerinnen und Schüler für das Programmieren begeistert und darüber hinaus seine Projekterfahrungen mit Lehrkräften anderer Schulen teilt. Hübners Ansatz ist es, die Digitalisierung der Gesellschaft in der Schule fächerübergreifend zu thematisieren. Er erstellt hierfür Themenhefte als OER unter einer offenen Lizenz, die somit von allen Interessierten genutzt, angepasst oder wiederveröffentlicht werden dürfen.

Weitere Informationen zum OER Award 2016

2.3.2016

OECD-Studie setzt Qualitätssicherung von OER auf die Agenda

Die im Dezember 2015 veröffentlichte OECD-Studie „Open Educational Resources – A Catalyst for Innovation, Educational Research and Innovation“ gibt einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen von OER und zeigt auf, wie diese schon heute genutzt werden. So verfügt laut Studie bereits die Mehrheit der Industrienationen über klare politische Strategien, um den Einsatz von OER in ihren jeweiligen Bildungssystemen zu fördern.  Aufgezeigt werden die großen Potenziale von OER wie die vielfältigen Möglichkeiten bei der Nutzung digitaler Medien, die Erweiterung der Interaktion zwischen Lehrkraft und Schüler oder der Zugang von mehr Menschen zu hochwertiger Bildung. Sehr interessant ist die Untersuchung der Autoren, welche Herausforderungen sich durch die Erlaubnis ergeben, offen zugängliche Medien zu verändern. In diesem Zusammenhang gehen sie auf Wege zur Qualitätssicherung ein und erläutern Prozesse, um die Entwicklungsstufen von offenen Medien zu einem bestimmten Zeitpunkt festzuhalten und diese gemäß standardisierter Kriterien bezüglich ihrer Qualität zu bewerten.

Zur Studie

15.2.2016