• Die Wissensvermittlung erfolgt direkt vor Ort und lokal - so ergibt sich die richtige Mischung aus kulturellen und sozioökonomischen Gemeinsamkeiten. (Hier in Panaruban, Indonesien, 2016.)
    © Siemens Stiftung
  • Kommunikation ist ein zentrales Thema der Trainings, die Präsentation der eigenen Geschäftsidee vor laufender Kamera eine wichtige Übung. (Hier in Jinja, Uganda, 2014.)
    © Siemens Stiftung
  • Der persönliche Kontakt und Austausch zwischen den Mitgliedern untereinander und mit dem epNetwork-Team spielen bei den Trainings eine wichtige Rolle. (Hier in Panaruban, Indonesien, 2016.)
    © Siemens Stiftung
  • Mithilfe des Teams erarbeiten die Teilnehmer eigene Lösungen – Eindrücke und Ideen aufschreiben und sammeln hilft dabei.
    © Siemens Stiftung
Arbeitsbereich:
Social Entrepreneurship
Land/Region:
International
Sabine Baumeister, Projektleiterin im epNetwork

Sabine Baumeister ist innerhalb des „empowering people. Network” unter anderem für Offline Workshops und Trainings verantwortlich und trägt dazu bei, das virtuelle Netzwerk im „echten Leben“ sichtbar zu machen.

Die studierte Germanistin und Skandinavistin arbeitet seit Gründung der Stiftung 2009 mit Sozialunternehmern. Davor war sie über zehn Jahre bei der Siemens AG im Bereich Kommunikation tätig. Ein Thema, das auch die epOnsites-Trainings behandeln.

Was zeichnet das „empowering people. Network“ aus?

Das „empowering people. Network“ verbindet Erfinder und Sozialunternehmer aus aller Welt, die Techniklösungen für die Grundversorgung in Entwicklungsregionen sowohl entwickeln als auch einsetzen. Das Netzwerk will diese Lösungen international weiteren potenziellen Anwendern bekannt machen, Partnerschaften für ihre verstärkte Umsetzung initiieren und fördern und so eine bessere Versorgung für mehr Menschen bewirken.

Seit 2014 bietet das empowering people. Network unter dem Namen „empowering people. Onsite” regionale Trainings für Entwickler und Sozialunternehmer an. Was ist der Hintergrund?

Ein Netzwerk ist nur so gut wie seine Mitglieder. Nichts kann den persönlichen Kontakt ersetzen, wenn es darum geht, wirklich nachhaltige Verbindungen aufzubauen. Die Trainings sind jeweils auf bestimmte Regionen, zum Beispiel verschiedene Länder Ostafrikas, beschränkt. Dieser regionale Bezug bietet die richtige Mischung aus kulturellen und sozioökonomischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden: Die Teilnehmer können voneinander lernen, aber auch im Anschluss in Kontakt bleiben. Durch das intensive Zusammensein über die drei Tage hinweg entsteht zudem auch mit uns, dem epNetwork-Team selbst, eine Vertrautheit, die es zulässt, dass man auch nach den Trainings eng miteinander im Austausch steht.

Wie wählen Sie die Themen für die Trainings aus und wie vermitteln Sie diese?

Das epNetwork hat Teilnehmer aus der ganzen Welt und so haben wir einen ziemlich guten Überblick über die Themen, die die Unternehmer und Erfinder bewegen. Zum Beispiel das Thema Kommunikation. Gerade in der Gründungsphase ist der Dialog mit Kunden, Geschäftspartnern und potenziellen Investoren ein wichtiger Erfolgsfaktor. Unsere Teilnehmer treibt die Frage um: Wie kann ich in wenigen prägnanten Sätzen mein Produkt oder Geschäftsmodell erklären? Wie stelle ich mit geringen Mitteln Kommunikationsmaterial her, das die Sehgewohnheiten der oft westlich geprägten Welt der Investoren trifft? Wer ist mein Kunde und gibt es vielleicht irgendwo Zielgruppen, an die ich noch nicht gedacht habe?

Ein wesentliches Kennzeichen der epOnsites ist dabei ein partizipativer Lernansatz. Wir, bzw. Experten, vermitteln zwar eine Grundlage an theoretischem Wissen, aber eigentlich geht es uns darum, die Teilnehmer mithilfe von Frage- und Aufgabenstellungen in die Lage zu versetzen, die entsprechenden Antworten für ihr Unternehmen selbst zu erarbeiten.
Nicht wir sind die Experten, sondern die Sozialunternehmer selbst. Es ist besonders schön, solche „Aha-Erlebnisse“ in der Gruppe und bei einzelnen Teilnehmern mitzuerleben.

Wie können Sie denn von München aus wissen, was die Sozialunternehmer vor Ort wirklich benötigen?

Wir entwickeln unsere Inhalte und auch den Ablauf des epOnsites in der Regel immer in einem gemischten Team aus der Stiftung, mit Partnerorganisationen und mit Experten aus der Region. Für das letzte epOnsite haben wir z. B. mit der deutschen Organisation „adelphi“ und Romy Cahyadi aus Jakarta zusammengearbeitet, der unter anderem den Inkubator UnLtd Indonesia leitet und dadurch sowohl fachliche als auch lokale, regionale Kenntnisse eingebracht hat.

Außerdem bieten auch Netzwerkmitglieder sehr häufig Impulse und Anknüpfungspunkte. Im März 2016 fand unser epOnsite in Panaruban, Indonesien, statt, wo Tri Mumpuni, die mit ihrem Sozialunternehmen IBEKA auch Mitglied in unserem Netzwerk ist, ihren Sitz hat. Wir haben die Gelegenheit genutzt, eines ihrer MicroHydro Wasserkraftwerke zu besuchen und gleich am konkreten Beispiel den Workshop ins Feld versetzt. Bei unserem nächsten epOnsite in Uruguay, Ende Mai 2016 werden wir unser Netzwerkmitglied Ana Luisa Arocena und ihre Organisation TRIEX besuchen. TRIEX hat sich der Entsorgung von giftigem Müll, wie er z.B. in Krankenhäusern anfällt, verschrieben.

Lässt sich nachvollziehen, wie die Teilnehmer das, was sie auf dem epOnsite gelernt haben, im Alltag einsetzen?

Wir sind mit den meisten Teilnehmern in engem Kontakt auf unterschiedlichen Kanälen. Bei manchen wissen wir, dass sich aufgrund des Kennenlernens auf dem epOnsite Ideen zur Zusammenarbeit entwickelt haben. Die Ideen zu verwirklichen, dauert manchmal etwas länger, aber wir versuchen, das kommunikativ zu begleiten.
Auch toll ist es, wenn wir hören, dass Sozialunternehmer anhand des Gelernten beim epOnsite zum Thema „Kommunikation“ erfolgreich einen Investoren-Pitch absolviert haben oder, wieder eine ganz andere Story, sich diesmal bei einem Interview mit der Presse viel selbstsicherer und kompetenter gefühlt haben. Außerdem hören wir oft, dass die epOnsite-Teilnehmer den kompletten Workshop mit dem eigenen Team im Ganzen noch einmal „nachspielen“.

Was für Weiterbildungsangebote gibt es noch im epNetwork?

Das epNetwork bietet sehr vielfältige Angebote zur Weiterbildung, die man alle über unsere Plattform www.empowering-people-network.org finden kann. So kooperieren wir zum Beispiel mit dem Inclusive Business Accelerator und bieten gemeinsam mit ihm ein Online-Bootcamp für Social Entrepreneurs an. Diese können derzeit in einem Online-Training lernen, mit welchen Marketing- und Distributionsstrategien sie ihre Kunden mit geringerem Einkommen besser erreichen können.

Seit April 2016 steht außerdem für alle das Self-Assessment Tool for Social Entrepreneurs, zur Verfügung unter: www.samforse.org. Anhand eines leicht auszufüllenden Online-Fragebogens können Social Entrepreneurs dort ihr Unternehmen auf Stärken und Schwächen prüfen und erhalten wertvolle Tipps zur Weiterentwicklung.

Außerdem arbeiten wir gerade daran, einige Trainingsinhalte in Erklärvideos umzusetzen. Die findet man dann ebenfalls unter www.empowering-people-network.org

Was ist Ihrer Erfahrung nach das Wichtigste bei den epOnsite Trainings?


Ganz klar, der persönliche Kontakt zu den Netzwerkmitgliedern. Das ist so banal und doch so wichtig: Ein echtes Begegnen im Leben ist durch nichts zu ersetzen. Das meine ich in Bezug auf mich, das Team und die Netzwerkmitglieder - aber auch und insbesondere für die Netzwerkmitglieder untereinander. Nur so kann eine Basis für echte Zusammenarbeit entstehen, nur so begegnen wir alle einander auf Augenhöhe, nur so lernen wir voneinander.

Überhaupt sind persönliche Verbindungen in die Region sehr wichtig, denn die Bedingungen vor Ort stellen das Team immer wieder vor ziemliche Herausforderungen. Manchmal spielt das Wetter entgegen aller Vorhersagen sehr verrückt, Terroranschläge in unmittelbarer zeitlicher und räumlicher Nähe, Unruhen, das alles gab es schon. Für uns ist das eine Herausforderung, für unsere Teilnehmer aus der Region ist es einfach ein Teil der täglichen Realität.


Technik von den Philippinen nach Mexiko
  • Learning-by-Doing: Damit auch in Mexiko durch den Einsatz der Ram Pump die Wasserversorgung verbessert werden kann, reiste Ivan Gomez Romero auf die Philippinen und lernte dort alles über die hydraulische Wasserpumpe.
    © Siemens Stiftung, Fotograf: Auke Idzeng
  • Die Arbeiter bereiten das Zementieren der Abdeckung des Wasserreservoirs vor.
    © Siemens Stiftung, Fotograf: Auke Idzeng
Arbeitsbereich:
Grundversorgung
Land/Region:
Mexiko
Gregor Schäpers (rechts) auf dem epN Workshop

Gregor Schäpers ist Experte für Solarenergie. Für seine sich nach der Sonne ausrichtenden Reflektoren wurden er und sein Unternehmen Trinysol mit dem »Community Prize« des empowering people. Award der Siemens Stiftung ausgezeichnet.

2014 lernt er auf dem internationalen Workshop des empowering people. Network den Niederländer Auke Idzenga kennen, der auf den Philippinen im Bereich Wasserversorgung tätig ist. Mit Hilfe von Schäpers bestem Techniker Ivan Gomez Romero beginnt ein ungewöhnlicher Technologietransfer – von dem einmal zahlreiche Menschen profitieren sollen.

Auke Idzenga hat mit seiner Organisation AIDFI auf den Philippinen die fast vergessene Technologie  der hydraulischen Wasserpumpe wiederbelebt, mit der er Menschen in Entwicklungsregionen eine stabile Wasserversorgung ermöglicht. Gregor Schäpers ist begeistert von der sogenannten Ram Pump, und überzeugt davon, dass man mit ihrer Hilfe auch in Mexiko die Wasserversorgung in abgelegenen Orten verbessern kann. Mit Unterstützung der Siemens Stiftung schickt er seinen besten Techniker, Ivan Gomez Romero, zu einem mehrwöchigen Training auf die Philippinen, wo dieser den Einsatz der Ram Pump kennenlernt. Wir sprachen mit Ivan Gomez Romero über das Projekt.

Herr Romero, was haben Sie gedacht, als Sie das erste Mal von der Ram Pump hörten?

Ich fand das toll! Ich hatte schon von der Technologie gehört, wusste aber nicht genau, wie die Ram Pump funktioniert. Die Idee, große Wassermengen allein durch die Fließkraft des Wassers über ein schmales Rohr in die Höhe zu pressen, ist so einfach wie brillant. Vor allem ist sie sehr relevant für Mexiko, da bei uns Dörfer häufig am Rand von Canyons gebaut sind und das benötigte Wasser bisher sehr aufwendig mit Stromgeneratoren in die Höhe gepumpt werden muss.

Und was hielten Sie von der Idee Ihres Chefs, Sie ans andere Ende der Welt reisen zu lassen, um zu lernen, wie man eine solche Wasserpumpe baut und installiert?

Aufregend! Zuerst gab es darüber nur Andeutungen. Aber als die Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnte ich es kaum fassen, dass ich derjenige sein sollte, der diese Reise machen sollte. Vor  allem, weil ich bis dahin mein Land noch nie verlassen hatte!

Was waren Ihre ersten Eindrücke, als Sie dann auf den Philippinen ankamen?

Ich habe mich sofort wohlgefühlt: Die Filipinos waren unglaublich herzlich – ich wurde sehr freundlich aufgenommen! Wir waren hauptsächlich in eher abgelegenen Regionen unterwegs, um Orte zu besichtigen, an denen es bereits installierte Ram Pumps gibt. Unterwegs haben wir Kinder gesehen, die kilometerweit ihre mit Wasser beladenen Karren zogen. Da versteht man, wieso Wasserverfügbarkeit auf den Philippinen so wichtig ist. In Mexiko ist vieles anders – aber die Grundprobleme sind dieselben.

Trinysol konzentriert sich eigentlich auf Solarenergie. War es schwer für Sie, sich in eine andere Branche – Wasser – einzufinden?

Nicht unbedingt. In der Werkstatt gab es sehr ähnliche Maschinen und Arbeitsabläufe. Der Unterschied liegt vor allem in der Herangehensweise bei der Installation des Endprodukts, aber auch das war schnell erlernbar. In dem philippinischen Gebiet spricht man Ilonggo, das sogar einige spanische Lehnwörter hat. Einige Mitarbeiter sprachen außerdem Englisch.

Glauben Sie, dass die Ram Pump in Mexiko ähnlich gut angenommen wird wie auf den Philippinen?

Davon sind wir überzeugt. Wir sehen in Mexiko Bedarf und gute Anwendungsmöglichkeiten für diese Technologie. Da Menschen Wasser immer nah bei sich zu Hause brauchen, rechnen wir mit einer großen Nachfrage, sobald die ersten Pumpen laufen. Derzeit prüfen wir mögliche Projektstandorte und planen gemeinsam mit AIDFI erste Pilotinstallationen in Mexiko.


"Da Menschen Wasser immer nah bei sich zu Hause brauchen, rechnen wir mit einer großen Nachfrage."

  • Learning-by-Doing: Damit auch in Mexiko durch den Einsatz der Ram Pump die Wasserversorgung verbessert werden kann, reiste Ivan Gomez Romero auf die Philippinen und lernte dort alles über die hydraulische Wasserpumpe.
    © Siemens Stiftung, Fotograf: Auke Idzeng
  • Die Arbeiter bereiten das Zementieren der Abdeckung des Wasserreservoirs vor.
    © Siemens Stiftung, Fotograf: Auke Idzeng
Arbeitsbereich:
Grundversorgung
Land/Region:
Mexiko
Gregor Schäpers (rechts) auf dem epN Workshop

Gregor Schäpers ist Experte für Solarenergie. Für seine sich nach der Sonne ausrichtenden Reflektoren wurden er und sein Unternehmen Trinysol mit dem »Community Prize« des empowering people. Award der Siemens Stiftung ausgezeichnet.

2014 lernt er auf dem internationalen Workshop des empowering people. Network den Niederländer Auke Idzenga kennen, der auf den Philippinen im Bereich Wasserversorgung tätig ist. Mit Hilfe von Schäpers bestem Techniker Ivan Gomez Romero beginnt ein ungewöhnlicher Technologietransfer – von dem einmal zahlreiche Menschen profitieren sollen.

Auke Idzenga hat mit seiner Organisation AIDFI auf den Philippinen die fast vergessene Technologie  der hydraulischen Wasserpumpe wiederbelebt, mit der er Menschen in Entwicklungsregionen eine stabile Wasserversorgung ermöglicht. Gregor Schäpers ist begeistert von der sogenannten Ram Pump, und überzeugt davon, dass man mit ihrer Hilfe auch in Mexiko die Wasserversorgung in abgelegenen Orten verbessern kann. Mit Unterstützung der Siemens Stiftung schickt er seinen besten Techniker, Ivan Gomez Romero, zu einem mehrwöchigen Training auf die Philippinen, wo dieser den Einsatz der Ram Pump kennenlernt. Wir sprachen mit Ivan Gomez Romero über das Projekt.

Herr Romero, was haben Sie gedacht, als Sie das erste Mal von der Ram Pump hörten?

Ich fand das toll! Ich hatte schon von der Technologie gehört, wusste aber nicht genau, wie die Ram Pump funktioniert. Die Idee, große Wassermengen allein durch die Fließkraft des Wassers über ein schmales Rohr in die Höhe zu pressen, ist so einfach wie brillant. Vor allem ist sie sehr relevant für Mexiko, da bei uns Dörfer häufig am Rand von Canyons gebaut sind und das benötigte Wasser bisher sehr aufwendig mit Stromgeneratoren in die Höhe gepumpt werden muss.

Und was hielten Sie von der Idee Ihres Chefs, Sie ans andere Ende der Welt reisen zu lassen, um zu lernen, wie man eine solche Wasserpumpe baut und installiert?

Aufregend! Zuerst gab es darüber nur Andeutungen. Aber als die Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnte ich es kaum fassen, dass ich derjenige sein sollte, der diese Reise machen sollte. Vor  allem, weil ich bis dahin mein Land noch nie verlassen hatte!

Was waren Ihre ersten Eindrücke, als Sie dann auf den Philippinen ankamen?

Ich habe mich sofort wohlgefühlt: Die Filipinos waren unglaublich herzlich – ich wurde sehr freundlich aufgenommen! Wir waren hauptsächlich in eher abgelegenen Regionen unterwegs, um Orte zu besichtigen, an denen es bereits installierte Ram Pumps gibt. Unterwegs haben wir Kinder gesehen, die kilometerweit ihre mit Wasser beladenen Karren zogen. Da versteht man, wieso Wasserverfügbarkeit auf den Philippinen so wichtig ist. In Mexiko ist vieles anders – aber die Grundprobleme sind dieselben.

Trinysol konzentriert sich eigentlich auf Solarenergie. War es schwer für Sie, sich in eine andere Branche – Wasser – einzufinden?

Nicht unbedingt. In der Werkstatt gab es sehr ähnliche Maschinen und Arbeitsabläufe. Der Unterschied liegt vor allem in der Herangehensweise bei der Installation des Endprodukts, aber auch das war schnell erlernbar. In dem philippinischen Gebiet spricht man Ilonggo, das sogar einige spanische Lehnwörter hat. Einige Mitarbeiter sprachen außerdem Englisch.

Glauben Sie, dass die Ram Pump in Mexiko ähnlich gut angenommen wird wie auf den Philippinen?

Davon sind wir überzeugt. Wir sehen in Mexiko Bedarf und gute Anwendungsmöglichkeiten für diese Technologie. Da Menschen Wasser immer nah bei sich zu Hause brauchen, rechnen wir mit einer großen Nachfrage, sobald die ersten Pumpen laufen. Derzeit prüfen wir mögliche Projektstandorte und planen gemeinsam mit AIDFI erste Pilotinstallationen in Mexiko.


"Da Menschen Wasser immer nah bei sich zu Hause brauchen, rechnen wir mit einer großen Nachfrage."

Biogas als Geschäftsmodell
  • Der BioGas Backpack ist ein kissenförmiger Ballon aus flexiblem, gas-dichten Material Plastikfolien und Stoffen.
Arbeitsbereich:
Grundversorgung & Social Entrepreneurship
Land/Region:
Afrika
Katrin Pütz ist Gründerin und Geschäftsführerin des Sozialunternehmens (B)energy.

Der BioGas Backpack als Geschäftsmodell eröffnet Möglichkeiten eigenes Geld zu verdienen und macht damit unabhängig von Entwicklungsprogrammen

Vor einem Jahr habe ich in meinem Haus in Addis Abeba meine eigene Biogasanlage aufgebaut. Am Anfang war das mehr zu Testzwecken, denn wir hatten gerade eine Ziege zum Melken gekauft. Mittlerweile habe ich drei Ziegen im Garten, mit deren Dung ich die Biogasanlage betreibe. Es ist eine Art Plastiksack mit einem Einlass für organische Reste und je einem Auslass für Biodünger und Gas. Pro Tag kommen aus Küchenresten und mit Hilfe von Mutterziege „Goatie“ 200 bis 500 Liter Biogas zusammen; das reicht zum Kochen.

Auf das Thema Biogas bin ich erstmals im Studium aufmerksam geworden. Ich habe in Hohenheim Agrartechnik studiert und in dieser Zeit den BioGas Backpack entwickelt. Das ist ein riesiger Rucksack, in dem sich Biogas sicher transportieren und lagern lässt. Damit können nun auch abgelegene Haushalte Feuerholz durch Biogas ersetzen, ohne selbst an eine Biogasanlage angeschlossen zu sein. Mit dem Rucksack war ich unter den Preisträgern beim empowering people. Award der Siemens Stiftung. Inzwischen habe ich ein Sozialunternehmen gegründet, das sich mit dieser Technik beschäftigt: (B)energy heißt die Firma, die bisher drei Produkte im Angebot hat – den (B)pack, die mobilen Biogasanlagen (B)plant und verschiedene Biogaskocher namens (B)flame. Die Kunden leben in ärmeren Ländern, haben Unternehmergeist und wollen ihr überschüssiges Gas im Rucksack verkaufen. Um möglichst viele dieser potenziellen Kunden schnell zu erreichen, arbeite ich mit lokalen Franchisenehmern. In Äthiopien habe ich eine erste Franchisenehmerin, die sich vor Ort um die Herstellung und den Aufbau eines Vertriebsnetzes kümmert. Gerade arbeite ich eine weitere Partnerin in Chile ein, die (B)energy in der Region Lateinamerika vertreten soll.

Mich hat gewundert, dass das Thema Biogas in Entwicklungsländern nicht früher als Geschäftsmodell aufgegriffen wurde. Allerdings rechnet sich die Installation einer Biogasanlage erst dann, wenn sie nicht nur für den eigenen Haushalt Biogas produziert, sondern das dringend benötigte Gas auch als Kochenergie verkauft werden kann. Das lässt sich durch den (B)pack und unser Social-Business-Konzept erreichen, davon bin ich überzeugt. In westlichen Ländern baut ja auch kein Mensch Biogasanlagen, um damit das Gas für sein Mittagessen zu sparen, sondern weil sich damit richtig Geld verdienen lässt. So ähnlich funktioniert das auch in Entwicklungsländern: Wenn man den Menschen die Möglichkeit gibt, eigenes Geld zu verdienen, werden sie damit unabhängig von Entwicklungshilfeprogrammen, und man kann gleichzeitig ein soziales Problem lösen. Die Siemens Stiftung unterstützt mich dabei, dieses Ziel zu erreichen. Sie hat eine Strategie, die mir sehr entgegenkommt: Sie unterstützt mich nicht mit Geld – das würde ich nicht wollen, weil sich auch ein Sozialunternehmen selbst tragen soll –, sondern bietet Workshops, Weiterbildungsmöglichkeiten und internationale Konferenzen an, auf denen ich dazulernen und mich mit Menschen aus den Zielregionen vernetzen kann. Das ist eine große Hilfe.

"Mit unserem BioGas Backpack wird saubere Energie zum Geschäft auch für ärmere Menschen."

  • Der BioGas Backpack ist ein kissenförmiger Ballon aus flexiblem, gas-dichten Material Plastikfolien und Stoffen.
Arbeitsbereich:
Grundversorgung & Social Entrepreneurship
Land/Region:
Afrika
Katrin Pütz ist Gründerin und Geschäftsführerin des Sozialunternehmens (B)energy.

Der BioGas Backpack als Geschäftsmodell eröffnet Möglichkeiten eigenes Geld zu verdienen und macht damit unabhängig von Entwicklungsprogrammen

Vor einem Jahr habe ich in meinem Haus in Addis Abeba meine eigene Biogasanlage aufgebaut. Am Anfang war das mehr zu Testzwecken, denn wir hatten gerade eine Ziege zum Melken gekauft. Mittlerweile habe ich drei Ziegen im Garten, mit deren Dung ich die Biogasanlage betreibe. Es ist eine Art Plastiksack mit einem Einlass für organische Reste und je einem Auslass für Biodünger und Gas. Pro Tag kommen aus Küchenresten und mit Hilfe von Mutterziege „Goatie“ 200 bis 500 Liter Biogas zusammen; das reicht zum Kochen.

Auf das Thema Biogas bin ich erstmals im Studium aufmerksam geworden. Ich habe in Hohenheim Agrartechnik studiert und in dieser Zeit den BioGas Backpack entwickelt. Das ist ein riesiger Rucksack, in dem sich Biogas sicher transportieren und lagern lässt. Damit können nun auch abgelegene Haushalte Feuerholz durch Biogas ersetzen, ohne selbst an eine Biogasanlage angeschlossen zu sein. Mit dem Rucksack war ich unter den Preisträgern beim empowering people. Award der Siemens Stiftung. Inzwischen habe ich ein Sozialunternehmen gegründet, das sich mit dieser Technik beschäftigt: (B)energy heißt die Firma, die bisher drei Produkte im Angebot hat – den (B)pack, die mobilen Biogasanlagen (B)plant und verschiedene Biogaskocher namens (B)flame. Die Kunden leben in ärmeren Ländern, haben Unternehmergeist und wollen ihr überschüssiges Gas im Rucksack verkaufen. Um möglichst viele dieser potenziellen Kunden schnell zu erreichen, arbeite ich mit lokalen Franchisenehmern. In Äthiopien habe ich eine erste Franchisenehmerin, die sich vor Ort um die Herstellung und den Aufbau eines Vertriebsnetzes kümmert. Gerade arbeite ich eine weitere Partnerin in Chile ein, die (B)energy in der Region Lateinamerika vertreten soll.

Mich hat gewundert, dass das Thema Biogas in Entwicklungsländern nicht früher als Geschäftsmodell aufgegriffen wurde. Allerdings rechnet sich die Installation einer Biogasanlage erst dann, wenn sie nicht nur für den eigenen Haushalt Biogas produziert, sondern das dringend benötigte Gas auch als Kochenergie verkauft werden kann. Das lässt sich durch den (B)pack und unser Social-Business-Konzept erreichen, davon bin ich überzeugt. In westlichen Ländern baut ja auch kein Mensch Biogasanlagen, um damit das Gas für sein Mittagessen zu sparen, sondern weil sich damit richtig Geld verdienen lässt. So ähnlich funktioniert das auch in Entwicklungsländern: Wenn man den Menschen die Möglichkeit gibt, eigenes Geld zu verdienen, werden sie damit unabhängig von Entwicklungshilfeprogrammen, und man kann gleichzeitig ein soziales Problem lösen. Die Siemens Stiftung unterstützt mich dabei, dieses Ziel zu erreichen. Sie hat eine Strategie, die mir sehr entgegenkommt: Sie unterstützt mich nicht mit Geld – das würde ich nicht wollen, weil sich auch ein Sozialunternehmen selbst tragen soll –, sondern bietet Workshops, Weiterbildungsmöglichkeiten und internationale Konferenzen an, auf denen ich dazulernen und mich mit Menschen aus den Zielregionen vernetzen kann. Das ist eine große Hilfe.

"Mit unserem BioGas Backpack wird saubere Energie zum Geschäft auch für ärmere Menschen."

Die EinDollar Brille gewinnt den empowering people. Award

Die EinDollarBrille gewinnt den empowering people. Award

Laut Statistiken der World Health Organisation leiden rund 150 Millionen Menschen weltweit an Sehschwäche, mit der es sich jedoch dank Brillen und Kontaktlinsen heutzutage gut leben lässt. Problematisch wird es, wenn man – wie der Großteil der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern, die an Sehschwäche leiden – keine Möglichkeit hat, an eine Brille zu kommen. In Ländern wie Uganda sind die meisten Menschen zu arm, um sich eine Sehhilfe kaufen zu können. Die Folge: Sie können ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen und haben Schwierigkeiten, sich und ihre Familie zu ernähren.
Ein Lehrer aus Deutschland hat einen Weg gefunden, dies zu ändern. Martin Aufmuth aus Erlangen hat eine Biegemaschine entwickelt, die es ermöglicht, leichte Gläser mit biegbarem Rahmen ohne Strom herzustellen. Das erste Mal getestet wurde die Brille im April 2012 in Uganda, wo auch das erste Team von lokalen Arbeitern in der Brillenherstellung ausgebildet wurde. Gleichzeitig konnten mehrere tausend Menschen in verschiedenen afrikanischen Ländern mit Brillen versorgt werden.
Mit seiner Erfindung schaffte es Martin Aufmuth unter die 23 Gewinner des „empowering people. Award“, die Mitte September bekannt gegeben wurden. Als er erfuhr, dass ihn eine unabhängige Expertenjury zum Gewinner des ersten Preises gekürt hatte, war er überglücklich: „Der Gewinn des „empowering people. Award“ ist sehr wichtig für die weitere Verbreitung der EinDollarBrille. Wir werden das Preisgeld dafür nutzen, so vielen Menschen wie nur möglich zu helfen.“
Wenige Wochen vor der Preisverleihung hatte ein Filmteam ein Dorf in Ruanda besucht und dokumentiert, wie positiv die Erfindung das tägliche Leben der Menschen beeinflusst, die dank der EinDollarBrille nun in der Lage sind, am Dorfleben teilzunehmen.

"Wir werden das Preisgeld dafür nutzen, so vielen Menschen wie nur möglich zu helfen."

Die EinDollarBrille gewinnt den empowering people. Award

Laut Statistiken der World Health Organisation leiden rund 150 Millionen Menschen weltweit an Sehschwäche, mit der es sich jedoch dank Brillen und Kontaktlinsen heutzutage gut leben lässt. Problematisch wird es, wenn man – wie der Großteil der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern, die an Sehschwäche leiden – keine Möglichkeit hat, an eine Brille zu kommen. In Ländern wie Uganda sind die meisten Menschen zu arm, um sich eine Sehhilfe kaufen zu können. Die Folge: Sie können ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen und haben Schwierigkeiten, sich und ihre Familie zu ernähren.
Ein Lehrer aus Deutschland hat einen Weg gefunden, dies zu ändern. Martin Aufmuth aus Erlangen hat eine Biegemaschine entwickelt, die es ermöglicht, leichte Gläser mit biegbarem Rahmen ohne Strom herzustellen. Das erste Mal getestet wurde die Brille im April 2012 in Uganda, wo auch das erste Team von lokalen Arbeitern in der Brillenherstellung ausgebildet wurde. Gleichzeitig konnten mehrere tausend Menschen in verschiedenen afrikanischen Ländern mit Brillen versorgt werden.
Mit seiner Erfindung schaffte es Martin Aufmuth unter die 23 Gewinner des „empowering people. Award“, die Mitte September bekannt gegeben wurden. Als er erfuhr, dass ihn eine unabhängige Expertenjury zum Gewinner des ersten Preises gekürt hatte, war er überglücklich: „Der Gewinn des „empowering people. Award“ ist sehr wichtig für die weitere Verbreitung der EinDollarBrille. Wir werden das Preisgeld dafür nutzen, so vielen Menschen wie nur möglich zu helfen.“
Wenige Wochen vor der Preisverleihung hatte ein Filmteam ein Dorf in Ruanda besucht und dokumentiert, wie positiv die Erfindung das tägliche Leben der Menschen beeinflusst, die dank der EinDollarBrille nun in der Lage sind, am Dorfleben teilzunehmen.

"Wir werden das Preisgeld dafür nutzen, so vielen Menschen wie nur möglich zu helfen."