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Changing Places / Espacios Revelados

CHANGING PLACES / ESPACIOS REVELADOS ist eine internationale Projektreihe, die in verschiedenen Städten in Lateinamerika stattfindet. Sie begann 2014 in Buenos Aires / Argentinien. 2016 wird sie in Santiago de Chile fortgesetzt.

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CHANGING PLACES / ESPACIOS REVELADOS von 27. März bis 6. April 2014 in Buenos Aires, Argentinien

  • Mariano Pensotti und Mariana Tirantte
    Mariano Pensotti und Mariana Tirantte verwandeln die Halle der Tornquist Bank mit über hundert Modellhäusern in eine "Stadt in Träumen".
    © Sebastián Arpesella
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  • "Garden State" von MAMAZA
    "Garden State" von MAMAZA ruft die Bewohner auf, mit ihren Pflanzen ein verlassenes Gebäude in La Boca in eine grüne Oase zu verwandeln…
    © Siemens Stiftung
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  • Einen sozialen Raum der Begegnung zu schaffen
    … und einen sozialen Raum der Begegnung zu schaffen.
    © Sujata Chitlangia
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  • In einem der zahlreichen Kinos
    In einem der zahlreichen Kinos, die zu Parkhäusern umfunktioniert wurden, siedelt Federico León sein Projekt "La última película" (Der letzte Film) an.
    © Marcos Martínez
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  • Die Dauerperformance "Some Imperatives" von Tim Etchells
    Die Dauerperformance "Some Imperatives" von Tim Etchells kennzeichnet die Stadt mit einer Serie poetischer Botschaften.
    © Sebastián Arpesella
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2014 tauschte CHANGING PLACES / ESPACIOS REVELADOS in Buenos Aires den Theaterraum gegen die weitläufige Kulisse der Stadt. Verlassene Wohn- und Handelshäuser, imposante leer stehende Banken, eine Eisenbahnbrücke über den Riachuelo, Terrassen hoch über der Stadt, sowie Wände und Fassaden im öffentlichen Raum wurden von herausragenden Theater- und Performancekünstlern zur Bühne gemacht.

Als im März 2014 die Türen lange Zeit leer stehender Gebäude geöffnet wurden und ihre Räume sich mit mehr als 25.000 Besuchern aller Altersgruppen und Schichten bevölkerten, war das ein Ortswechsel in vielerlei Hinsicht: Er mobilisierte die Menschen in der Stadt, sich neue Räume in den zwei Stadtteilen Microcentro und La Boca zu erschließen, die durch Pendelbusse verbunden wurden. Die Orte selbst und ihre Architektur veränderten sich durch die Interventionen. Dies eröffnete neue Perspektiven auf den urbanen Raum und erlaubte, eine andere Karte der Stadt zu zeichnen.

Für ihre Arbeiten nahmen Künstler aus Argentinien, anderen lateinamerikanischen Ländern und Europa  sichtbare und unsichtbare Spuren wieder auf, die die Stadt im Laufe ihrer Wandlung hinterlassen hat, verrückten Raum und Zeit, evozierten Imaginationen, Zweifel und Hoffnungen, die sie den Menschen und der Stadt, in die ihre Arbeit eingebettet ist, abgelauscht hatten. Sie besetzten Räume mit Worten, sendeten Botschaften in den öffentlichen Raum und brachten ihn als zentrales Element eines identitätsstiftenden Gemeinwesens neu ins Spiel.

Bewohner, Künstler und Vertreter von Behörden kamen so ins Gespräch, woraus für manche Gebäude neue Nutzungskonzepte entstanden.

Die künstlerischen Interventionen

Mariana Tirantte und Mariano Pensotti verwandeln die Halle der Tornquist Bank mit über hundert Modellhäusern in eine „Stadt in Träumen". Angelehnt an den populären Volksglauben der Difunta Corea, zu der argentinische Pilger ihre Opfergaben in Form von Miniaturen bringen, werden Zweifel und Hoffnungen von Menschen aus der Stadt auf Schildern an den Modellen angebracht. Die Texte folgen der Grammatik der Werbesprache, wie sie auf Plakatwänden, in Schaufenstern und selbst auf Protestschildern im Stadtbild allgegenwärtig ist. Die Intervention setzt der Ortslosigkeit der Utopie den Traum entgegen, der immer Orte hat und auf konkrete Situationen reagiert.

In einem der zahlreichen Kinos, die zu Parkhäusern umfunktioniert wurden, siedelt Federico León sein Projekt „La última película" (Der letzte Film) an. Wo Menschen früher zusammenkamen, um Filme zu sehen, stehen heute Autos. León kehrt das um und zeigt den letzten Film vor Schließung des Kinos. Die junge argentinische Regisseurin Magdalena Arau verfolgt den Weg einer spanischen Galeone durch die Stadt, die am Rio de la Plata gestrandet war und bei Arbeiten für ein Immobilienprojekt entdeckt wurde und verlegt werden musste. Alejandro Tantanian führt auf die Terrassen im Zentrum der Stadt und folgt einem Architekten auf seinen Wunschbildern zwischen Lateinamerika und Europa. An der Puente Fuerroviario, wo früher der Zug von Puerto Madero nach La Boca fuhr, führt Beatriz Catani mit 40 Darstellern Texte aus Dantes „Inferno" auf. Narben kommen zum Vorschein, indem Catani der Spur eines Personenzugs folgt, der 1930 auf der sich öffnenden Brücke mitten in den Fluss fuhr. In seiner Videoarbeit „Old House" thematisiert der libanesische Regisseur Rabih Mroué anhand eines zerfallenden Gebäudes Erinnern und Vergessen in einer traumatisierten Gesellschaft.

Auf die Spuren eines Lebens oder gar ungelebten Lebens in einem leeren Haus begibt sich der brasilianische Regisseur und Autor Leonardo Moreira in seiner performativen Installation "From where I was I've already left". Er verlegt das Haus seiner Kindheit in eines der ältesten Wohnhäuser von Buenos Aires und lässt die Zuschauer fünf „Lebenszeiten" rekonstruieren, die sich zu einer Art sozialem Bild zusammenfügen.

Auch wenn soziale Fragen im öffentlichen Raum alltäglich präsent sind, rücken sie uns vielleicht erst durch den Ortswechsel richtig nahe. Julian Hetzel ermöglicht in seiner Installation „I'M HERE" die Begegnung mit einem Obdachlosen, den er von der Straße in ein leeres Haus holt.

Die Künstler finden ihre Themen auch in der Leere selbst, die darauf verweist, was fehlt und nach Präsenz fragt. In „Empty Stages" versammeln Hugo Glendinning und Tim Etchells über 50 Bilder von leeren Bühnen aus er ganzen Welt, von Amateurtheatern, Clubs, Konferenzbühnen oder Stadttheatern. In einem verlassenen Theater in Buenos Aires sprechen die Bilder nicht nur über einen Raum der Erwartung, sondern auch vom Interesse an einer anderen Welt. Einen leeren Raum besetzt auch La Ribot in einer fünfstündigen Performance und transformiert ihn mit zahllosen Wörtern zum Ausstellungsraum. Den Tauben der Stadt, die leere Gebäude und Plätze gleichermaßen bevölkern, widmet Vivi Tellas ein Museum. Mit Brieftauben lässt sie Bewohner ihre Botschaften in die Stadt tragen. Das einzige, was Brieftauben wissen, ist wie sie nach Hause kommen.

Die Dauerperformance „Some Imperatives" von Tim Etchells kennzeichnet die Stadt mit einer Serie poetischer Botschaften. An der Fassade des Rathauses von Buenos Aires bringt der britische Regisseur zudem einen Neonschriftzug an. Die Interventionen fordern dazu auf, die Stadt, ihre widersrüchlichen Träume und Möglichkeiten zu reflektieren. Sie bringen den öffentlichen Raum als zentrales Element eines identitätsstiftenden Gemeinwesens ins Spiel.

Räume brauchen Menschen, die sie wahrnehmen und benutzen. Zwei choreographische Installationen laden die Menschen der Stadt ein, selbst zur Gestaltung beizutragen: In William Forsythes Installation „Scattered Crowd" können die Besucher anhand von Ballons gemeinsam eine Bankhalle zum Schweben bringen. „Garden State" von MAMAZA ruft die Bewohner auf, mit ihren Pflanzen ein verlassenes Gebäude in La Boca in eine grüne Oase zu verwandeln und damit einen sozialen Raum der Begegnung zu schaffen.

Mariana Tirantte und Mariano Pensotti verwandeln die Halle der Tornquist Bank mit über hundert Modellhäusern in eine „Stadt in Träumen". Angelehnt an den populären Volksglauben der Difunta Corea, zu der argentinische Pilger ihre Opfergaben in Form von Miniaturen bringen, werden Zweifel und Hoffnungen von Menschen aus der Stadt auf Schildern an den Modellen angebracht. Die Texte folgen der Grammatik der Werbesprache, wie sie auf Plakatwänden, in Schaufenstern und selbst auf Protestschildern im Stadtbild allgegenwärtig ist. Die Intervention setzt der Ortslosigkeit der Utopie den Traum entgegen, der immer Orte hat und auf konkrete Situationen reagiert.

In einem der zahlreichen Kinos, die zu Parkhäusern umfunktioniert wurden, siedelt Federico León sein Projekt „La última película" (Der letzte Film) an. Wo Menschen früher zusammenkamen, um Filme zu sehen, stehen heute Autos. León kehrt das um und zeigt den letzten Film vor Schließung des Kinos. Die junge argentinische Regisseurin Magdalena Arau verfolgt den Weg einer spanischen Galeone durch die Stadt, die am Rio de la Plata gestrandet war und bei Arbeiten für ein Immobilienprojekt entdeckt wurde und verlegt werden musste. Alejandro Tantanian führt auf die Terrassen im Zentrum der Stadt und folgt einem Architekten auf seinen Wunschbildern zwischen Lateinamerika und Europa. An der Puente Fuerroviario, wo früher der Zug von Puerto Madero nach La Boca fuhr, führt Beatriz Catani mit 40 Darstellern Texte aus Dantes „Inferno" auf. Narben kommen zum Vorschein, indem Catani der Spur eines Personenzugs folgt, der 1930 auf der sich öffnenden Brücke mitten in den Fluss fuhr. In seiner Videoarbeit „Old House" thematisiert der libanesische Regisseur Rabih Mroué anhand eines zerfallenden Gebäudes Erinnern und Vergessen in einer traumatisierten Gesellschaft.

Auf die Spuren eines Lebens oder gar ungelebten Lebens in einem leeren Haus begibt sich der brasilianische Regisseur und Autor Leonardo Moreira in seiner performativen Installation "From where I was I've already left". Er verlegt das Haus seiner Kindheit in eines der ältesten Wohnhäuser von Buenos Aires und lässt die Zuschauer fünf „Lebenszeiten" rekonstruieren, die sich zu einer Art sozialem Bild zusammenfügen.

Auch wenn soziale Fragen im öffentlichen Raum alltäglich präsent sind, rücken sie uns vielleicht erst durch den Ortswechsel richtig nahe. Julian Hetzel ermöglicht in seiner Installation „I'M HERE" die Begegnung mit einem Obdachlosen, den er von der Straße in ein leeres Haus holt.

Die Künstler finden ihre Themen auch in der Leere selbst, die darauf verweist, was fehlt und nach Präsenz fragt. In „Empty Stages" versammeln Hugo Glendinning und Tim Etchells über 50 Bilder von leeren Bühnen aus er ganzen Welt, von Amateurtheatern, Clubs, Konferenzbühnen oder Stadttheatern. In einem verlassenen Theater in Buenos Aires sprechen die Bilder nicht nur über einen Raum der Erwartung, sondern auch vom Interesse an einer anderen Welt. Einen leeren Raum besetzt auch La Ribot in einer fünfstündigen Performance und transformiert ihn mit zahllosen Wörtern zum Ausstellungsraum. Den Tauben der Stadt, die leere Gebäude und Plätze gleichermaßen bevölkern, widmet Vivi Tellas ein Museum. Mit Brieftauben lässt sie Bewohner ihre Botschaften in die Stadt tragen. Das einzige, was Brieftauben wissen, ist wie sie nach Hause kommen.

Die Dauerperformance „Some Imperatives" von Tim Etchells kennzeichnet die Stadt mit einer Serie poetischer Botschaften. An der Fassade des Rathauses von Buenos Aires bringt der britische Regisseur zudem einen Neonschriftzug an. Die Interventionen fordern dazu auf, die Stadt, ihre widersrüchlichen Träume und Möglichkeiten zu reflektieren. Sie bringen den öffentlichen Raum als zentrales Element eines identitätsstiftenden Gemeinwesens ins Spiel.

Räume brauchen Menschen, die sie wahrnehmen und benutzen. Zwei choreographische Installationen laden die Menschen der Stadt ein, selbst zur Gestaltung beizutragen: In William Forsythes Installation „Scattered Crowd" können die Besucher anhand von Ballons gemeinsam eine Bankhalle zum Schweben bringen. „Garden State" von MAMAZA ruft die Bewohner auf, mit ihren Pflanzen ein verlassenes Gebäude in La Boca in eine grüne Oase zu verwandeln und damit einen sozialen Raum der Begegnung zu schaffen.

Kooperationspartner 2014

Siemens Stiftung, Gobierno de la Ciudad Autónoma de Buenos Aires, Ministerio de Cultura, El Cultural San Martín, Subsecretaría de Desarrollo Urbano y Vivienda

In Zusammenarbeit mit: Fundación M.I.R.A., Acumar, Edificio Tornquist, Palacio Reconquista, Galería Güemes, Edificio Bencich, Edificio Lanusse, Banco Hipotecario, Secretaría Legal y Técnica de la Nación, Estacionamiento Cuadras, Cine Teatro Dante, Museo de la Ciudad, Casa del Sur, Barraca Peña, IUNA, Centro Rural de Arte.

Siemens Stiftung, Gobierno de la Ciudad Autónoma de Buenos Aires, Ministerio de Cultura, El Cultural San Martín, Subsecretaría de Desarrollo Urbano y Vivienda

In Zusammenarbeit mit: Fundación M.I.R.A., Acumar, Edificio Tornquist, Palacio Reconquista, Galería Güemes, Edificio Bencich, Edificio Lanusse, Banco Hipotecario, Secretaría Legal y Técnica de la Nación, Estacionamiento Cuadras, Cine Teatro Dante, Museo de la Ciudad, Casa del Sur, Barraca Peña, IUNA, Centro Rural de Arte.