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Pressemitteilung | Bildung | 14. Juni 2018

Flickenteppich MINT-Bildung: Verschenken wir Chancen?

Nathalie von Siemens (Sprecherin Nationales MINT Forum und operativer Vorstand Siemens Stiftung), Johannes Büchs (Moderator) und Andreas Rickert (Vorstandsvorsitzender Phineo gAG) beim Grußwort der Veranstaltung "MINT Voraus, Mit MINT-Bildung Gesellschaft gestalten".
© PHINEO gAG

Seit über 20 Jahren ist man sich darüber einig, dass MINT-Bildung wichtig ist und es gibt eine Vielzahl von Initiativen und Ansätze, die diese fördern. Trotzdem herrscht bei Kindern und Jugendlichen geringes Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern und in den MINT-Berufen fehlen so viele Arbeitskräfte wie noch nie. Das Problem ist aber viel weitreichender.

Jede und jeder Einzelne ist auf MINT-Bildung angewiesen, um die moderne Welt zu verstehen, in ihr zu bestehen und sie zu gestalten. Alle Kinder und Jugendlichen sollten unabhängig von ihrer Herkunft die Möglichkeit bekommen, ihre Talente zu entfalten und berufliche Chancen im MINT-Bereich ergreifen zu können. Denn ihre Ideen und Kompetenzen werden gebraucht, um Lösungen für drängende Probleme wie Klimaschutz, Ressourcenschwund oder die Grundversorgung in besonders infrastrukturarmen Regionen zu finden.

Wie das gemeinnützige Beratungs- und Analysehaus PHINEO im neuen Themenreport „MINT-Bildung neu entdecken“ feststellt, gibt es eine Bandbreite an Engagement in der MINT-Bildung. Die Schwerpunkte reichen von der Kompetenzförderung von Kindern und Jugendlichen und der gezielten Nachwuchsförderung über die Förderung von Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit hin zu einer ökologisch nachhaltigen Gesellschaft. Förderprogramme finden sich jedoch hauptsächlich in Regionen mit besonders hohem Fachkräftebedarf und längst nicht alle haben Zugang zu MINT-Bildung. Noch immer entscheidet die soziale Herkunft darüber, in welchem Umfang junge Menschen MINT-Kompetenzen erwerben. Veraltete Rollenklischees versperren Mädchen und jungen Frauen die Auseinandersetzung mit MINT-Themen.

Die Folge: Eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen verpasst so ihre Chance, durch MINT-Kompetenzen besser an der Gesellschaft teilzuhaben und berufliche Perspektiven für sich zu entwickeln.

Die Forderung von PHINEO ist die einer grundlegenden und ganzheitlichen MINT-Bildung. D.h. MINT-Bildung sollte nicht nur für alle zugänglich sein und möglichst früh beginnen, sondern auf dem gesamten Bildungsweg ins Berufsleben hinein und im Sinne des lebenslangen Lernens auch darüber hinaus stattfinden. Über solche Bildungsketten werden Übergänge erleichtert und die Wirkung kann sich schließlich auf gesellschaftlicher Ebene entfalten.
Das Nationale MINT Forum, das die Schirmherrschaft für den Themenreport trägt, betont die Notwendigkeit der Qualität und Wirkungsorientierung von Bildungsprogrammen: „Es muss jetzt unser Ziel sein, die Wirkung von MINT-Initiativen weiter zu steigern. Dazu gehört, dass sich eine Einrichtung ernsthaft fragt, welche Wirkung sie entfalten möchte, und ihre Aktivitäten konsequent danach ausrichtet.“ sagt Dr. Nathalie von Siemens, Sprecherin des Nationalen MINT Forums.

PHINEO hat mit Unterstützung der Siemens Stiftung, Fritz Henkel Stiftung und Vector Stiftung sowie dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und acatech das Themenfeld der außerschulischen MINT-Bildung beleuchtet und 76 außerschulische MINT-Projekte hinsichtlich ihrer Wirkung analysiert.

19 Projekte haben mit ihrem hohen Wirkungspotenzial überzeugt und wurden am 12. Juni 2018 in Berlin mit dem Spendensiegel von PHINEO ausgezeichnet. Auf einer Experimentiermeile begeisterten die Projekte auch das Publikum mit MINT-Themen und luden zum Probieren und Forschen ein.

Drei der Wirkt-Siegel-Projekte erhielten zudem eine Sonderauszeichnung der drei Förderpartnerinnen, die jeweils mit 6.000 Euro dotiert ist:

  • Christa Mühlbauer, Projektleiterin des Arbeitsbereichs Bildung der Siemens Stiftung, übergab den Preis der Siemens Stiftung an das Projekt „Science on Stage Festival“ des Science on Stage Deutschland e.V.
  • Heiko Held überreichte den Preis der Fritz Henkel Stiftung an das Projekt „Holly Wood“ des Handwerkerinnenhauses Köln e.V.
  • Edith Wolf, Vorständin der Vector Stiftung übergab ihren Preis an das Projekt „Lernmotivation durch Robotik“ des Ausbildungsverbunds Reutlingen der BruderhausDiakonie.

Der Themenreport „MINT-Bildung neu entdecken“ stellt alle 19 Projekte vor und gibt einen Überblick darüber, was zentrale Wirkungsvoraussetzungen sind und wie wirkungsorientierte Förderung gelingen kann. Der Themenreport steht seit dem 12.06.2018 kostenfrei unter www.phineo.org/publikationen als Download zur Verfügung. Printexemplare können bei jacqueline.weigt@phineo.org bestellt werden.

Über PHINEO

PHINEO ist ein gemeinnütziges Analyse- und Beratungshaus für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement. Ziel ist es, die Zivilgesellschaft zu stärken. Mit Wirkungsanalysen, einem kostenfreien Spendensiegel, Publikationen, Workshops und Beratung unterstützt PHINEO gemeinnützige Organisationen und InvestorInnen wie Stiftungen oder Unternehmen dabei, sich noch erfolgreicher zu engagieren. www.phineo.org

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