Pressemitteilung | Grundversorgung & Social Entrepreneurship 16.09.2010

„Urban Perspectives“: Siemens Stiftung startet internationale Initiative zur Stärkung mittelgroßer Städte im südlichen Afrika

Die Siemens Stiftung ruft in enger Zusammenarbeit mit der FAU und der University of Botswana die neue Initiative „Urban Perspectives“ ins Leben. Die Partner möchten damit einen Beitrag leisten, die Lebensbedingungen der Menschen in mittelgroßen Städten im südlichen Afrika zu verbessern. Die Initiative beginnt mit einer öffentlichen Vorlesung an der Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg am 27.09.2010. Professorin Susan Parnell von der Universität Kapstadt spricht über die Herausforderungen und Chancen von mittelgroßen Städten in Afrika in Hinblick auf Entwicklung und Nachhaltigkeit.

Die Siemens Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch die Stärkung von Sozialstrukturen und die Förderung vorhandener Potenziale gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern dazu beizutragen, die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zu verbessern. „Auch in den armen Regionen dieser Welt ist Unternehmergeist und Eigeninitiative vorhanden. Die Siemens Stiftung verfolgt den Ansatz, die Eigenverantwortung und das Zutun der Bevölkerung vor Ort zu fördern“, so Ulrike Wahl, Vorstand der Siemens Stiftung.


Die neue Initiative möchte die Situation der sogenannten mid-sized Cities in den Mittelpunkt rücken, denn die Zahl der Stadtbewohner in Subsahara-Afrika wird sich bis zum Jahr 2030 verdoppeln – auf über 620 Millionen Menschen. Die meisten dieser Städter leben in den kleinen und mittleren Städten, die damit den Großteil des demographischen Wachstums und die damit verbundenen Herausforderungen bewältigen müssen. „Urban Perspectives“ unterstützt sowohl die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Thematik als auch konkrete zivilgesellschaftliche Projekte vor Ort. Die Initiative startet in Botswana und soll sich sukzessive auf weitere Länder im südlichen Afrika ausweiten.


Den Auftakt für Urban Perspectives bildet eine öffentliche Vorlesung an der FAU. Professorin Susan Parnell vom African Centre for Cities der Universität Kapstadt, Südafrika, spricht zum Thema „Mid-sized Cities in Afrika – Herausforderungen und Chancen für Entwicklung und Nachhaltigkeit“. Susan Parnell ist Stadtgeographin am Department of Environmental and Geographical Sciences und Direktorin des „City Lab“, das Formen urbaner Entwicklung interdisziplinär untersucht. In ihrem Vortrag zeigt Parnell die Prozesse afrikanischen Stadtwachstums und hebt dabei Bedeutung und Dynamik mittelgroßer Städte hervor. Denn diese Zentren müssen sich – vor dem Hintergrund schwacher institutioneller Rahmenbedingungen – besonderen Herausforderungen stellen, um eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.


Der öffentliche Vortrag findet am Montag, den 27. September 2010, um 19:00 Uhr in der Aula des Erlanger Schlosses (Schlossplatz 4) statt. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.


Der Vortrag von Susan Parnell wird außerdem als Live-Stream übertragen und steht anschließend als Aufzeichnung zur Verfügung:
www.siemens-stiftung.org/urbanperspectives

Partner
Die Siemens Stiftung ruft die Initiative gemeinsam mit der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sowie der University of Botswana ins Leben. Die FAU ist eine der forschungsstärksten Universitäten in Deutschland. Federführend für das Projekt ist das Institut für Geographie der Universität. Inhaltliche Schwerpunkte des Institutes liegen u.a. in der Angewandten Stadtforschung sowie Entwicklungsforschung mit dem Schwerpunkt Südliches
Afrika. Die University of Botswana ist ein akademisches Zentrum in der Region und Anziehungspunkt für ambitionierte Wissenschaftler. Das Institute for Environmental Sciences besitzt eine einzigartige interdisziplinäre Ausrichtung und arbeitet u.a. mit der EU und der UNEP zusammen.


Ansatz der „Urban Perspectives“ Initiative


Wissenschaftliche Basis
Ein von der Siemens Stiftung initiierter Think Tank befördert die wissenschaftliche Erforschung der Entwicklungsprozesse in mid-sized Cities im südlichen Afrika. Hierbei soll die fundierte Expertise zu dieser Thematik gestärkt und die universitären Partner unterstützt werden, sich langfristig zu Kompetenzzentren zu entwickeln.
Zivilgesellschaft vor Ort fördern
Im Zentrum von „Urban Perspectives“ steht die Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort. Durch die Auslobung eines Awards sollen vielversprechende, lokale Projekte identifiziert und in ihrer Entwicklung gefördert werden. Die Projektleiter werden zum Botschafter der Initiative und können ihre Erfahrungen an Andere weitergeben – in der örtlichen Gemeinschaft, aber auch in anderen Städten und Ländern. Inhaltliche Schwerpunkte liegen in den Bereichen Einkommenssicherung, Bildung und Kultur.
Lernen durch Vernetzung
Wissenschaftliche Experten sowie lokale Projektleiter sind Teil eines Netzwerkes, in dem sich Teilnehmer austauschen und ihr Wissen teilen können. Erfolgreiche Projektansätze der Menschen vor Ort werden hier vorgestellt und können so positive Impulse für Projekte in anderen Städten geben.

Weitere Informationen zu der „Urban Perspectives“ Initiative sowie der öffentlichen
Vorlesung finden Sie auch unter www.siemens-stiftung.org/urbanperspectives.

Die Siemens Stiftung wurde im September 2008 als gemeinnützige Stiftung b.R. mit Sitz in München gegründet und von der Siemens AG mit einem Stiftungskapital von 390 Millionen Euro ausgestattet. Die Stiftung setzt damit die mehr als 160- jährige Tradition des gesellschaftlichen Engagements des Unternehmens fort. Die Aufgabe der Siemens Stiftung ist es, Antworten auf weltweite gesellschaftliche Herausforderungen zu erarbeiten, Chancen aufzuzeigen und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Nach dem Stiftungsauftrag stehen im Fokus der Tätigkeit soziales Engagement, Bildung, Technik sowie Kunst und Kultur. Die Siemens Stiftung ist überwiegend operativ tätig, d. h., sie initiiert vor allem eigene Projekte und führt diese durch. Weitere Informationen unter www.siemens-stiftung.org.


Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), gegründet
1743, ist mit 27.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2.000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel „familiengerechte Hochschule“.