Pressemitteilung | Bildung 02.03.2015

Service-Learning in den MINT-Fächern: Lernen im Unterricht mit gesellschaftlichem Engagement verbinden

Franziska Nagy (Freudenberg Stiftung) erläutert die nächsten Schritte bei „Service-Learning in den MINT-Fächern“, ein gemeinsames Modellprojekt der Siemens Stiftung und Freudenberg Stiftung.
© Siemens Stiftung, Fotograf: Torsten Roman

Unter dem Titel „Service-Learning in den MINT-Fächern“ starten die Siemens Stiftung und die Freudenberg Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt und der landesweiten Netzwerkstelle „Lernen durch Engagement“ der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. ein Modellprojekt in Sachsen-Anhalt. Die Partner möchten zeigen, wie sich fachliches Lernen im MINT-Unterricht mit gesellschaftlichem Engagement verbinden lässt. In der inhaltlichen Ausführung ist das Modellprojekt eines der ersten seiner Art. Am 27. Februar 2015 fand in Magdeburg die Auftaktveranstaltung mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Schule statt, auf der die Partner auch ihre Zusammenarbeit vertraglich niederlegten.

Die Siemens Stiftung und die Freudenberg Stiftung setzen sich für einen forschenden, handlungsorientierten und wertebildenden Unterricht in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ein. Sie möchten Schülerinnen und Schüler dazu motivieren, Verantwortung zu übernehmen, verstärkt Umweltbewusstsein zu entwickeln sowie Nachhaltigkeit, Solidarität und soziale Gerechtigkeit zu einem wichtigen Aspekt ihres Handelns zu machen. Vor diesem Hintergrund haben beide Stiftungen ihre Programme – das naturwissenschaftlich-technische Bildungsprogramm „Experimento“ der Siemens Stiftung und „Service-Learning – Lernen durch Engagement (LdE)“ der Freudenberg Stiftung – verknüpft und das Modellprojekt „Service-Learning in den MINT-Fächern“ entwickelt.

Ein Modellprojekt macht Schule

Schülerinnen und Schüler wenden ihr Wissen und Können aus den naturwissenschaftlichen Fächern praktisch an und bringen sich damit aktiv in ihre Gemeinde ein. Zum Beispiel setzen sich Fünftklässler im Biologieunterricht mit Nährstoffen und der Zusammensetzung von Lebensmitteln auseinander und entwickeln ein kindgerechtes Lernspiel mit Tipps für eine gesunde Ernährung. Anschließend werben sie hiermit in Grundschulen ihrer Stadt für ein gesundes Schulfrühstück. Das im Unterricht erlernte fachliche Wissen der Schülerinnen und Schüler wird durch die konkrete Anwendung besser verständlich. Das gesellschaftliche Engagement ermöglicht ihnen zudem sich mit ihrem Wissen und ihren Kompetenzen für andere Menschen einzusetzen.

Durchgeführt wird das Modellprojekt von Lehrkräften aus Grund- und weiterführenden Schulen in Sachsen-Anhalt, die zunächst in den Bildungsprogrammen der beiden Stiftungen geschult werden. Mit „Experimento“ erhalten sie neben einer alltagsgerechten, abwechslungsreichen und lehrplanorientierten Auswahl an Experimenten zu den Themen Energie, Umwelt und Gesundheit auch das notwendige Wissen und Anleitungen, wie sich die Versuche in den Unterricht erfolgreich einbetten lassen. Ebenso werden die Lehrkräfte in das Programm der Freudenberg Stiftung „Service-Learning – Lernen durch Engagement“ eingeführt: Service-Learning verbindet schulisches Lernen im Unterricht mit gesellschaftlichem Engagement. Schülerinnen und Schüler setzen sich für das Gemeinwohl ein, allerdings nicht losgelöst von und zusätzlich zur Schule, sondern als Teil des Unterrichts und eng verbunden mit fachlichem Lernen.

Qualifiziert in diesen beiden Bildungsprogrammen erproben die Lehrkräfte dann den Einsatz von Service-Learning beispielsweise im Sach-, Mathematik-, Physik-, Chemie- oder Biologieunterricht. Die Praxiserfahrungen der Lehrkräfte, die mit der Umsetzung der Lehr- und Lernformen gemacht wurden, fließen anschließend in die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien ein. So können auch andere Lehrkräfte von den Ergebnissen des Projektes profitieren.