Pressemitteilung | Kultur 13.11.2014

MOVIMIENTO SUR – Internationale Plattform für darstellende Kunst in Chile bringt Choreographen und Architekten zusammen

Die diesjährige Ausgabe von MOVIMIENTO SUR thematisiert den Zusammenhang von Bewegung und Architektur in Feldforschung und kollektiven Aktionen im Stadtraum.
© Miguel Braceli, Fotograf: Julio Mesa

1. – 14.12.2014, Santiago de Chile und Valparaíso / Chile

MOVIMIENTO SUR bietet Nachwuchskünstlern in Lateinamerika eine Plattform für interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit. Mit der dritten Ausgabe wird diese zum ersten Mal in zwei chilenischen Städten stattfinden: in der Hafenstadt Valparaíso und der Metropole Santiago de Chile. Das zweiwöchige Intensivprogramm legt den Schwerpunkt auf die Schnittstellen von Tanz und Architektur und nimmt beide Städte mit ihrer unterschiedlichen urbanen und sozialen Situation zum Ausgangspunkt einer Feldforschung.

Wie nie zuvor ist unser Leben heute von Bewegung und Dynamik geprägt. Choreographen und Architekten beschäftigen sich bei MOVIMIENTO SUR gemeinsam mit dieser Entwicklung und arbeiten in vierzehntägigen Laboratorien zusammen. Mit öffentlichen Vorträgen und Präsentationen aus beiden Metiers werden sie in Arbeitszusammenhänge eingebunden, die neue Perspektiven auf Fragen der Urbanität werfen. Welche Räume teilen wir und wo manifestiert sich in einer auseinanderdriftenden Gesellschaft neuer Zusammenhalt? Szenische Forschungen im öffentlichen Raum wecken Bewusstsein für solche Fragen und schaffen Raum für interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Aufführungen, Interventionen und Neuproduktionen von Künstlern aus Europa und Lateinamerika bringen Raumkonzepte in diesen Arbeitsprozess ein, aus dem neue Synergien und Projekte entstehen können. Damit unterstreicht MOVIMIENTO SUR seine Bemühungen, über die reine Veranstaltung hinaus länderübergreifenden Austausch und Zusammenarbeit in den Kulturszenen Lateinamerikas zu intensivieren.

Die venezuelanische Gruppe Proyecto Colectivo untersucht in kollektiven Aktionen im Stadtraum das Zusammenwirken von Bewegung und Architektur. Miguel Braceli, Gründer und Leiter der Gruppe und Professor an der Fakultät für Architektur und Stadtplanung der Universidad Central de Venezuela, wird in Santiago ein partizipatorisches Projekt im öffentlichen Raum entwickeln. Ergänzend baut er mit Architekturstudenten in der Architekturgalerie Mil M2 auf dem Dachboden eines italienischen Theaters einen sinnlichen Erfahrungsraum.

Die in Berlin lebende spanische Choreographin Cuqui Jerez wird für MOVIMIENTO SUR eine Neuproduktion entwickeln, die in Valparaíso uraufgeführt wird. Das Stück, das Teil ihrer Projektreihe „The Dream Project“ ist, wird sich ebenfalls der Verbindung von Tanz und Architektur widmen. Vom brasilianischen Choreographen Eduardo Fukushima werden verschiedene Soloarbeiten zu sehen sein, auch im Außenraum. Die Spannung zwischen innerem Körperzustand und äußerer Architektur in seinen Tanzsoli stellt eindrucksvoll die Frage, was uns halten kann in dieser Gesellschaft. Philipp Gehmacher beschäftigt sich mit Fragen der Identität und Sprache und wird sich in seinem Solo „walk + talk“ damit auseinandersetzen, wie das Individuum seinen Raum bestimmt.

Eine Linie, die alle verbinden, aber auch teilen kann, hat das internationale Kollektiv MAMAZA mit einem roten Band durch verschiedene Städte Europas und Afrikas gezogen. Die daraus entstandene Videoinstallation wird nun erstmals in Südamerika gezeigt.

MOVIMIENTO SUR wurde von der Siemens Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Chile, dem Consejo de la Cultura y las Artes (CNCA) und dem Parque Cultural de Valparaíso (PCdV) initiiert und wird in diesem Jahr gemeinsam mit Escenalborde, Biblioteca de Santiago, Centro Cultural Matucana 100, GAM / Centro Gabriela Mistral, der Architekturgalerie Mil M2, Museo de Arte Contemporáneo MAC Quinta Normal und Museo de la Solidaridad Salvador Allende ausgerichtet.

Zusammen mit PANORAMA SUR in Argentinien und EXPERIMENTA SUR in Kolumbien bildet MOVIMIENTO SUR ein Netzwerk von Arbeitsplattformen für darstellende Kunst in Lateinamerika. Die drei Projekte wurden von der Siemens Stiftung jeweils in enger Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und lokalen Institutionen und Akteuren in unterschiedlicher Ausrichtung aufgebaut und finden jährlich statt.

Mehr Informationen zu den Kooperationspartnern und zum öffentlichen Programm finden Sie im beigefügten PDF unter "Download".

Siemens Stiftung

Die Siemens Stiftung arbeitet in den Bereichen Grundversorgung, Bildung und Kultur. Als operative Stiftung entwickeln wir unsere Projekte selbst, stoßen sie an und gestalten sie längerfristig mit. Zusammen mit unseren Partnern möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen ihre Lebensbedingungen verbessern können. Wir helfen dadurch mit, funktionierende Gemeinschaften zu ermöglichen, in denen ein gutes Leben gelingen kann. Dabei stehen wir für internationale, wirkungsorientierte und transparente Projektarbeit. Den geografischen Fokus unserer Arbeit legen wir auf Regionen in Afrika und Lateinamerika sowie auf Deutschland und andere europäische Länder.