Meldung | Bildung 18.11.2016

Forschendes Lernen im inklusiven Unterricht – ein Angebot für die Praxis

medienportal inklusion
Die Materialien können als frei verfügbare Open Educational Resources (OER) auf dem Medienportal der Siemens Stiftung heruntergeladen werden.
© Siemens Stiftung

Wie können Lehrkräfte in inklusiven Unterrichtsumgebungen naturwissenschaftlich-technische Themen lebensnah und spannend aufbereiten? Eine Antwort bieten die Siemens Stiftung und ihre Kooperationspartner mit der Entwicklung und Bereitstellung von exemplarischen inklusiven Experimentiereinheiten für die Jahrgangsstufen 5 bis 10. Zu finden sind die Materialien als frei verfügbare Open Educational Resources (OER) auf dem Medienportal der Siemens Stiftung sowie auf den Bildungsservern der Länder Berlin-Brandenburg bzw. Sachsen-Anhalt.

Die zusammen mit der iMINT-Akademie der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin und dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) erstellten digitalen Lehr- und Lernmaterialien ermöglichen ein differenziertes und dennoch gemeinsames Erarbeiten naturwissenschaftlich-technischer Fragestellungen in heterogenen Gruppen. Sie basieren unter anderem auf dem internationalen Bildungsprogramm Experimento der Siemens Stiftung sowie auf den Standards für das Experimentieren im inklusiven Unterricht der iMINT-Akademie. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt von Prof. Dr. Joachim Kahlert von der Fakultät für Psychologie und Pädagogik und Prof. Dr. Ulrich Heimlich von der Fakultät für Psychologie und Didaktik der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Vielfältige Themenfelder
    
Eine Reise auf dem Forschungsschiff Beagle bildet den Rahmen für die Fragen zum Thema „Stoffe im Alltag“. Die Materialien wurden ebenso wie die zum Themenfeld „Von den Sinnen zum Messen“ von der iMINT-Akademie für die Jahrgangsstufen 5 und 6 entwickelt. Die für die Jahrgangsstufen 7 bis 10 vom LISA erstellten Experimentiereinheiten fokussieren die Bereiche Energie, Umwelt und Gesundheit.

Kontextorientierte Aufgabenstellungen, Versuchsanleitungen, Lösungsbögen und Medienbausteine schaffen die Grundlage für eine individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern im inklusiven MINT-Unterricht, ohne die Klassengemeinschaft aufzugeben. Jede Schülerin und jeder Schüler bringt sich nach ihrer bzw. seiner Möglichkeit ein und leistet einen Beitrag zur Aufgabenstellung. Durch diese Arbeitsweise bilden sich auch lernprozessbezogene Werte wie Teamorientierung, Toleranz und Verantwortungsgefühl, die im Unterricht praktisch gelebt werden.

Die im Unterricht an Schulen getesteten Einheiten kommen in der Lehrerfortbildung in Berlin-Brandenburg bzw. Sachsen-Anhalt zum Einsatz. Und die Entwicklung geht weiter – die inklusiven Lernumgebungen für die Jahrgangsstufen 5 und 6 werden für spezielle Förderbedarfe, wie zum Beispiel Schülerinnen und Schüler mit sprachlichen Defiziten, weiter ausgebaut.