Pressemitteilung | Kultur 30.08.2010

Die Siemens Stiftung startet internationale Literaturreihe „Luftpost“ – die ersten beiden Lesungen widmen sich dem Land Argentinien

In der Lesereihe „Luftpost“ der Siemens Stiftung kommen ab September 2010 Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu Wort, die in ihren Romanen und Erzählungen einen literarischen Blick auf die soziale, kulturelle und politische Lage ihres jeweiligen Landes werfen. Angesichts einer zusammenwachsenden Welt zeigen sie ungewohnte oder neue Perspektiven auf und lassen die seismografischen Qualitäten der Kunst wirksam werden. „Die Siemens Stiftung möchte Themen und Diskussionen aus den Ländern, in denen sie tätig ist, auch am Sitz der Stiftung vermitteln und damit eine breitere Öffentlichkeit für die Kultur dieser Länder begeistern“, so Ulrike Wahl, Vorstand der Siemens Stiftung, zur Intention der langfristig angelegten Literaturreihe.

Anlässlich des diesjährigen Buchmesseschwerpunkts widmet sich „Luftpost“ in den ersten beiden Lesungen zunächst dem Land Argentinien. Die argentinische Literaturszene gilt momentan als die lebendigste Lateinamerikas. Im Zentrum stehen zwei Neuerscheinungen, die auf je eigene Weise die argentinische Wirklichkeit ins Auge fassen.

Am 9. September stellen zunächst die beiden Herausgeber Timo Berger und Rike Bolte ihre Anthologie „Asado verbal – Junge argentinische Literatur“ (Verlag Klaus Wagenbach) im Auditorium des Münchner SiemensForum vor. Sie haben Geschichten über eine Gesellschaft zusammengestellt, die ihre Wirtschaftskrise schon lange vor uns zu bewältigen hatte. Timo Berger, geboren 1974 in Stuttgart, und Rike Bolte, geboren 1971 in Kassel, leiten seit 2006 gemeinsam das mobile Poesiefestival „latinale“ in Deutschland. Beide Herausgeber unterrichten lateinamerikanische Literatur an der Freien Universität Berlin. Ihre Buchvorstellung wird moderiert von Knut Cordsen vom Bayerischen Rundfunk.

Am 29. September folgt mit Samanta Schweblins „Die Wahrheit über die Zukunft“ (Suhrkamp Verlag) die Lesung einer Autorin, die von der argentinischen Literaturkritik bereits als die beste Erzählerin ihrer Generation gefeiert und mit Julio Cortázar und Adolfo Bioy Casares verglichen wird. In ihrem wundersamen Erzählkosmos verschwinden die Grenzen zwischen Realem und Phantastischem, und der Leser taucht ein in eine aberwitzige Welt, die traumartig überscharf die unsere spiegelt. Auch die hiesige Kritik zeigt sich begeistert: „Der schmale Band liegt leicht in der Hand, sein literarisches Gewicht ist jedoch beträchtlich“ (Eberhard Falcke, Die Zeit). Samanta Schweblin, 1978 in Buenos Aires geboren, hat Filmwissenschaften studiert und war Inhaberin einer Agentur für Webdesign, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Lesung wird moderiert von Volker Isfort von der Münchner Abendzeitung. Vortrag der deutschen Übersetzung: Hans Jürgen Stockerl.

Die Lesungen finden jeweils um 19:00 Uhr im Auditorium des SiemensForum München (Oskar-von-Miller-Ring 20) statt. Der Eintritt ist frei.


Die Siemens Stiftung wurde im September 2008 als gemeinnützige Stiftung b.R. mit Sitz in München gegründet und von der Siemens AG mit einem Stiftungskapital von 390 Millionen Euro ausgestattet. Die Stiftung setzt damit die mehr als 160-jährige Tradition des gesellschaftlichen Engagements des Unternehmens fort. Die Aufgabe der Siemens Stiftung ist es, Antworten auf weltweite gesellschaftliche Herausforderungen zu erarbeiten, Chancen aufzuzeigen und in Notfällen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Nach dem Stiftungsauftrag stehen im Fokus der Tätigkeit soziales Engagement, Bildung, Technik sowie Kunst und Kultur. Die Siemens Stiftung ist überwiegend operativ tätig, d. h., sie initiiert vor allem eigene Projekte und führt diese durch.