Pressemitteilung | Bildung 04.03.2011

Die Chemie stimmt bei den Aachner Finalisten des Schülerwettbewerbs 2011

Wie kann man Ressourcen sinnvoller einsetzen? Indem man hochwertigen Biodiesel aus Leindotter gewinnt, Zucker bei der Kunststoffproduktion einsetzt oder Bioethanol mithilfe von Hefe herstellt! Für diese drei chemischen Forschungsarbeiten entschieden sich die Juroren der RWTH Aachen beim gestrigen Vorentscheid des Schülerwettbewerbs der Siemens Stiftung. Die insgesamt sieben Teilnehmer aus Recklinghausen, Ludwigshafen und Wels (Österreich) haben sich damit für das Finale vom 02. bis 04. April 2011 in München qualifiziert. Dort treten sie gegen die Gewinner der Vorentscheide an der TU Berlin und der TU München an.

„Besonders beeindruckt hat mich die Idee, Kunststoffe aus Zucker statt aus Öl herzustellen“, sagte Prof. Dr. Rolf Rossaint, der als Prorektor für Forschung und Struktur der RWTH Aachen gemeinsam mit Christa Mühlbauer von der Siemens Stiftung die Preisverleihung übernommen hatte. „Dahinter steckt viel chemisches Know-how – das geht doch deutlich über schulisches Niveau heraus. Das gilt übrigens für alle vorgestellten Beiträge.“

Martina Ziefle, Professorin für Communication Science an der RWTH Aachen, würdigte, auch im Namen ihrer beiden Jurykollegen Prof. Dr. Dieter Georg Senk und Prof. Dr. Armin Schnettler, die Leistung der Teilnehmer: „Wir haben in den letzten Jahren viele richtig gute Arbeiten bekommen. Natürlich muss man hier auch den Lehrkräften Respekt zollen, die zum Teil schon über zwei, drei Wettbewerbsrunden hinweg Teams anmelden und auch wissen, wie die Anforderungen der Juroren aussehen.“


Im diesjährigen Finale vertreten sind Nina Neser, Claudia Fischer und Victor Brosius vom Theodor-Heuss-Gymnasium Ludwigshafen (Thema: Leindotter im Tank?), Sabrina Schönberger, Andreas Bartl und Michael Schobesberger von der HTL für Lebensmitteltechnologie, Getreidewirtschaft und Biotechnologie im österreichischen Wels (Thema: Herstellung von Bioethanol mit immobilisierten Hefezellen und immobilisierten Hefeenzymen) sowie Tobias Pickert vom Gymnasium Petrinum in Recklinghausen (Thema: Furan-2,5-dicarbonsäure basierend auf Zuckern – Zukünftiger Erdölersatz für die Chemieindustrie?).
Der 16-jährige Schüler fühlt sich vom Finaleinzug auch in seinem Berufswunsch
bestärkt: „Ich möchte später auf jeden Fall in die Forschung gehen. Da motiviert so ein Erfolg natürlich unglaublich.“

Die drei Gewinnerteams werden für ihre Arbeiten mit jeweils 2.500 EUR honoriert. Zusätzlich erhält jede betreuende Lehrkraft 1.500 EUR für ihren Fachbereich.

Insgesamt hatten sich 400 Jugendliche mit 200 Projekten zum Wettbewerb angemeldet. Erstmals stand der Wettbewerb auch Teilnehmern aus Österreich, der Schweiz und von Deutschen Auslandsschulen in Europa offen. 116 Arbeiten aus sechs Ländern wurden eingereicht und an den Partner-Universitäten bewertet.


Weitere Informationen unter: www.siemens-stiftung.org/schuelerwettbewerb


In der Anlage finden Sie Informationen zu den Forschungsarbeiten der Gewinnerteams.

Die gemeinnützige Siemens Stiftung wurde im Herbst 2008 von der Siemens AG gegründet. Sie ist mit Projekten zur Stärkung der Zivilgesellschaft insbesondere in Afrika, Lateinamerika und Deutschland/Europa tätig. Ziel ist es, einen langfristigen Beitrag zur Minderung von Armut und zu besserer Bildung zu leisten. Die Stiftung arbeitet auf drei Gebieten: Sie unterstützt den Ausbau der Grundversorgung sowie die Verbesserung von Sozialstrukturen, initiiert Bildungsprojekte und trägt zur Reflexion über kulturelle Identitäten und Kunst bei. Maßgeblich ist für die Stiftungsarbeit, Hilfe zur Selbsthilfe zu fördern. Die Projektentwicklung der Siemens Stiftung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Kooperationspartnern sowie in Allianz mit den anderen vom Unternehmen gegründeten Siemens Stiftungen in Argentinien, Brasilien, Frankreich, Kolumbien und den USA. Weitere Informationen unter
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