Pressemitteilung | Kultur 27.02.2014

CHANGING PLACES / ESPACIOS REVELADOS: Umnutzung leer stehender Gebäude durch künstlerische Interventionen im urbanen Raum

© Magdalena Arau

27. März - 6. April 2014, Buenos Aires, Argentinien

Das Projekt CHANGING PLACES / ESPACIOS REVELADOS nutzt leer stehende Gebäude in Buenos Aires durch künstlerische Interventionen und wirft Schlaglichter auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Megacity. Künstler aus Argentinien, Lateinamerika und Europa fragen mit ihren Arbeiten danach, was für eine Art von Gemeinwesen sich aus den "blind spots" einer Stadt bauen lässt. Die Ortswechsel eröffnen der Kunst neue Räume und den Bewohnern der Stadt neue Möglichkeiten der Raumerfahrung.

Verlassene Wohn- und Handelshäuser, imposante leer stehende Banken, eine Eisenbahnbrücke über den Riachuelo, Terrassen hoch über der Stadt, sowie Wände und Fassaden im öffentlichen Raum werden von herausragenden Theater- und Performancekünstlern zur Bühne gemacht. CHANG thematisiert Ortswechsel im doppelten Sinn: Zum einen verändert das Projekt ungenutzte Orte in der Stadt durch künstlerische Ideen. Zum anderen mobilisiert es Bewohner und Künstler, ihre gewohnten Orte zu verlassen und die Stadt mit neuen Augen zu sehen. Dabei werden das Bankenviertel im Zentrum der Stadt und der Stadtteil La Boca mit Pendelbussen für die Besucher verbunden. Das Projekt zeichnet eine andere Karte der Stadt mit neuen Ein- und Zugängen zur Idee des Öffentlichen, die vielen Bewohnern längst aufgegeben scheint.

Die öffentliche Präsentation der künstlerischen Interventionen ist Teil eines umfassenden Arbeitsprozesses, der auf Initiative der Siemens Stiftung in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerio de Cultura, El Cultural San Martín, Subsecretaría de Desarollo Urbano und einer Vielzahl weiterer Institutionen, Gebäudebesitzern und Künstlergruppen entstand. Die Künstler waren auf-gefordert, auf konkrete Orte und urbane Kontexte mit eigenen Entwürfen zu reagieren. Sie nehmen dabei sichtbare und unsichtbare Spuren wieder auf, die eine Stadt im Laufe ihrer Wandlung hinterlässt, verrücken Raum und Zeit, evozieren Imaginationen, Zweifel und Hoffnungen, die sie den Menschen und der Stadt, in die ihre Arbeit eingebettet ist, abgelauscht haben. Sie besetzen Räume mit Worten, senden Botschaften in den öffentlichen Raum, die wider-sprüchliche Träume und Möglichkeiten der Stadt reflektieren oder finden ihre Themen in der Leere, die auf das verweist, was fehlt und nach Präsenz fragt. Räume brauchen Menschen, die sie wahrnehmen und benutzen. Einige künstlerische Arbeiten laden daher die Menschen in Buenos Aires ein, selbst zur Gestaltung beizutragen, eine Bankhalle zum Schweben zu bringen oder mit ihren Pflanzen ein verlassenes Gebäude in eine grüne Oase zu verwandeln und damit einen sozialen Raum der Begegnung zu schaffen.

Gesellschaften brauchen Orte, an denen sich ihr Zusammenhalt manifestiert, wo Ängste und Sehnsüchte zum Ausdruck kommen können. Die Siemens Stiftung initiiert in ihrem Arbeitsgebiet Kultur Projekte von internationalem Zuschnitt, da sich durch Ortswechsel Perspektiven ändern, die neue Impulse in die Gesellschaft geben können. Das Projekt in Buenos Aires markiert zugleich den Beginn einer internationalen Serie, die durch die Entfaltung des künstlerischen Eigensinns in den Städten Gestaltungskräfte und Verantwortungsgefühl freisetzen möchte.

Programm

Zona Microcentro

Mariana Tirantte / Mariano Pensotti (AR) „Hoy es el día“
Installation
La Ribot (ES) „Laughing Hole“

Performance und Installation
Rabih Mroué (LB) „Pixelated Revolution“

Video work
Magdalena Arau (AR) „La invención del barco es la invención del naufragio.
Museo del Presente“
Installation
Edificio Tornquist, Bartolomé Mitre 523

William Forsythe (USA/DE) „Scattered Crowd“
Installation
William Forsythe (USA/DE) „Solo“ & „Lectures from Improvisation Technologies“

Video works
Palacio Reconquista, Reconquista 46

SIMA (AR) „Resonador Blindado“
Sound Installation und Konzert
Palacio Reconquista, Reconquista 46

Leonardo Moreira (BR) „Do Lugar Onde Estou Já Fui Embora (From where I was I‘ve already left)
Performative Installation
Museo de la Ciudad, Alsina 421

Alejandro Tantanian (AR) „Bencich“
City Walk
Edificio Bencich (Terraza),
Av. Roque Saenz Peña 615
Magdalena Arau (AR) „La invención del barco es la invención del naufragio. Museo del Pasado. Museo del Paisaje“
Installation
Galería Güemes (Mirador), Florida 165

Julian Hetzel (NL / DE) „I‘M HERE“
Installation
Edificio Lanusse, San Martín 236

Tim Etchells (UK) „Some Imperatives“
Intervention im öffentlichen Raum
Pared 1: San Martín 280
Pared 2: Bartolomé Mitre 357

Pared 3: Av. Almirante Brown 1330

Tim Etchells (UK) „Neon Work“
Intervention im öffentlichen Raum
Palacio Municipal del Gobierno de la Ciudad, Bolivar 1

Zona Sur

MAMAZA (CH/GR/IL/DE) „Garden State“
Choreographischer Gemeinschaftsgarten
Marialena Marouda (GR): Walking in the City: on the Poetics of Space

City walk im Rahmen von “Garden State”
Rabih Mroué (LB) „Old House“

Video work
Casa del Sur, Av. Pedro de Mendoza 1621

Vivi Tellas (AR) „Museo de la Paloma“
Installation
Magdalena Arau (AR) „La invención del barco es la invención del naufragio. Museo Invisible"
Installation
Barraca Peña, Av. Pedro de Mendoza 3003

Beatriz Catani (AR) „Infierno“
Performance
Puente Ferroviario, (frente a Barraca Peña)

Tim Etchells / Hugo Glendinning (UK / BE) „Empty Stages“
Ausstellung
Cine Teatro Dante, Almirante Brown 1239

Tim Etchells „Some Imperatives“ (UK)
Intervention im öffentlichen Raum
¿Tienes una idea para mejorar tu ciudad?

Workshop
La Usina del Arte
Agustín Caffarena 1, Actividad especial

extra location:
Federico León (AR) „La última película“

Installation
Estacionamiento Cuadra (ex cine 9 de julio),
Bauness 2533

Bus shuttle: Abfahrt Casa de la Cultura, Av. de Mayo 575
Transfer alle 30 Minuten zwischen Microcentro und La Boca-Barracas

Der Eintritt ist frei.