Wissen zur Gestaltung der Zukunft basiert auf Information, die wiederum die Grundlage jedes Dialogs bildet. Hier setzt das Projekt mit dem Ziel an, allen Interessierten den Zugriff auf Informationen zu afrikanischer Musik und den Musiksektor zu ermöglichen. Dies umfasst sowohl Informationen über die aktuellen Musikszenen, als auch Ressourcen für Musikschaffende, um die lokalen Strukturen zu stärken. Denn der vielfach beklagte Mangel an innerafrikanischer Kommunikation schlägt sich auch in Bereichen nieder, die wichtig sind für die Gestaltung zivilgesellschaftlicher Prozesse: Dazu gehört die Musik als ein wichtiger Baustein der kulturellen Begegnung und der kulturellen Bildung. Das Anliegen der Siemens Stiftung, Menschen in die Lage zu versetzen, sich aktiv gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen, wird aufgegriffen. Denn die Möglichkeiten zur Reflexion kultureller Identitäten und die Förderung von Dialogformen und ästhetischer Bildung spielen eine maßgebliche Rolle für die Zukunftsgestaltung.
Eindrücke von der Startkonferenz in Johannesburg; Fotos: Emeka Ogboh, Lagos
Die zukünftige Onlineplattform musicinafrica.net wird als ein Wegweiser für alle Interessierte fungieren und Informationen über Institutionen und Verbände, Aus- und Weiterbildung, Archive, Medien und Musikportale, Förderungen, Kulturpolitiken und rechtliche Belange sowie Events anbieten und somit den Zugriff auf Basisinformationen zum Musikschaffen auf dem Kontinent ermöglichen. Aus- und Fortbildungsangebote für Musiker und Musikvermittler werden einen wichtigen Fokus bilden und damit das Portal auch als pädagogische Ressource etablieren. Aktuelle Strömungen der zeitgenössischen afrikanischen Musik in Subsahara-Afrika bilden den Schwerpunkt, wobei die vielfältigen regionalen Szenen klar zum Ausdruck kommen werden. Zudem leistet die Plattform einen Beitrag zur Verbesserung der Zusammenarbeit von Künstlerinnen und Künstlern auf internationalem Niveau und zur öffentlichen weltweiten Wahrnehmung der afrikanischen Musikszene.
musicinafrica.net entspricht damit den in zahlreichen Ländern existierenden Musikinformationszentren als internetbasierte Informationsbörsen. Diese lassen sich in zwei Kategorien einteilen: in reine Dokumentations- und Informationszentren und in solche, die einen zusätzlichen Schwerpunkt auf „aktive Hilfe“ und Netzwerke legen, d.h. sie bieten Beratung und Support etwa bei Vertragserstellung, Urheberrecht, Sozialleistungen, Tantiemen, Öffentlichkeitsarbeit etc., für Lehre und Ausbildung und/oder bei der Produktion. Will man sich über die aktuelle Musikszene eines Landes informieren, ist das Anklicken dieser Seiten der erste Schritt. Profis wie Laien informieren sich darüber.
Der semantische Aufbau der geplanten Website stellt im Hinblick auf bereits existierende internettbasierte Musikplattformen eine Besonderheit dar.
Das auf 5 Jahre angelegte Projekt reagiert auf den Bedarf nach zuverlässigen, aussagekräftigen und praktikablen Informationen sowie nach Interaktion und Vernetzung in einer Region mit strukturell sehr unterschiedlichen Kulturszenen und kulturellen Infrastrukturen. Um eine genre- und länderübergreifende Kommunikation zu gewährleisten, ist die gemeinsame Entwicklung der Plattform mit lokalen Partnern und Fachkräften grundlegender Bestandteil des Prozesses.
Eine Auftaktkonferenz in Johannesburg im August 2011 mit Vertretern aus verschiedenen Bereichen des Musiksektors in Afrika diente der Diskussion und Klärung von Interessen und Bedürfnissen, der Fokussierung und der Erarbeitung praxisorientierter Schritte. Trotz der unterschiedlichen Beschäftigungsfelder und der daraus resultierenden Vorstellungen und Wünsche herrschte Einigkeit bei den 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 12 afrikanischen Ländern darüber, wie sinnvoll und notwendig eine solche Plattform ist.
Auf einem zweiten Treffen mit Experten der Region, das parallel zum Musikfestival Sauti za Busara auf Zanzibar im Februar 2012 stattfand, wurden die inhaltlichen, strukturellen und technischen Fragen der zukünftigen Plattform konkretisiert. Auf der Musikmesse Moshito, Music Conference & Exhibition, in Johannesburg im September 2012 wurde musicinafrica.net einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt. Zeitgleich fand vom 3. bis 7. September ein Workshop für Musikjournalisten der Region mit dem Fokus auf Onlinejournalismus statt, der dazu diente, aktuelle Webentwicklungen zu vermitteln und ein Netz von Journalistinnen und Journalisten für die zukünftige Plattform aufzubauen.
Parallel zur inhaltlichen Diskussion und Ausformulierung ist der Ausbau einer tragfähigen technischen Infrastruktur besonders wichtig, um dem Wunsch nach einer lebendigen, vernetzten Kulturszene entgegen zukommen. Alle Schritte zur Umsetzung liegen in den Händen lokaler Fachkräfte.
musicinafrica.net wird ab September 2013 online gehen und einen gemeinsamen Auftritt der Musikschaffenden in Subsahara-Afrika präsentieren.
Music in Africa ist ein von der Siemens Stiftung und dem Goethe-Institut mit lokalen Partnern initiiertes Projekt, das auf die Notwendigkeiten in Afrika und die Bedürfnisse afrikanischer Musikschaffenden eingeht und als langfristiges und nachhaltiges Projekt angelegt ist. Das Portal musicinafrica.net wird, dem Verständnis der Siemens Stiftung entsprechend, den Schwerpunkt Bildung interdisziplinär und multimedial umsetzen.
Der Zielsetzung der Siemens Stiftung, Eigenverantwortung in der Gestaltung des Lebensweges und Selbständigkeit auch im wirtschaftlichen Sinne zu fördern, entspricht das Projekt in besonderer Weise. Um die Plattform langfristig betreiben zu können, wird sie auch Servicemodule anbieten, aus denen laufende Kosten soweit wie möglich gedeckt werden sollen.
Die Siemens Stiftung und das regionale Goethe-Institut in Subsahara-Afrika mit Sitz in Südafrika beabsichtigen, das in enger Kooperation mit lokalen Kräften initiierte und entwickelte Projekt bis 2015 zu begleiten.
Die Siemens Stiftung will Menschen in die Lage versetzen, sich aktiv gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen und bezieht sich dabei ideell auf die Werte von Werner von Siemens. Die Stärkung engagierter, selbstbewusster Kulturszenen ist für die Siemens Stiftung daher eine wesentliche Ergänzung zur entwicklungsorientierten Arbeit in den Bereichen von Grundversorgung und Bildung. Kulturschaffende sind Mitgestalter gesellschaftlicher Entwicklung. Ihren Sichtweisen Raum zu geben und Experimentierfelder für die Auseinandersetzung mit der Gegenwart zu eröffnen, ist das Ziel der kultureller Projekte der Siemens Stiftung.
Das Goethe-Institut, Deutschlands weltweit tätige Kulturinstitut fördert die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein umfassendes Bild von Deutschland. In Zeiten neuer globaler Herausforderungen zielt die Arbeit des Goethe-Instituts auf ein tieferes Verständnis zwischen den Kulturen. Die Unterstützung der kulturellen Szenen und die Förderung des pan-afrikanischen Dialogs durch Kunst sind Schwerpunkte der regionalen Geschäftsstelle des Goethe-Instituts Subsahara-Afrika in Johannesburg.
Weitere Kooperationen werden mit der Global Music Academy, Berlin, die Unterrichtseinheiten für die Ausbildung von Musiklehrende in Afrika entwickelt sowie dem Arterial Network als bedeutendstem Kulturnetzwerk Afrikas umgesetzt; Partnerschaften auf der Ebene der 49 Länder Subsahara-Afrikas werden ebenfalls angestrebt.
Goethe-Institut und Siemens Stiftung werden die Einrichtung und den Aufbau des Portals unterstützen und begleiten. Um eine genre- und länderübergreifende Kommunikation und die Etablierung einer nachhaltigen Struktur zu gewährleisten, wird die Plattform mit lokalen Fachpartnern entwickelt und soll perspektivisch durch eine pan-afrikanische Struktur getragen werden. Das Goethe-Institut und die Siemens Stiftung verbindet eine langjährige Partnerschaft in der Realisierung komplexer Kulturkonzepte auf nationaler und internationaler Ebene.
Konzeptionelle Mitarbeit
Katrin Beck
Tel. +49 / 89 / 68 80 03 04
kb@beckmanagement.de
Projektmanagement
Goethe-Institut
Henrike Grohs
Tel. +27 / 11 / 4 42 32 32
ke@johannesburg.goethe.org
www.goethe.de
Projektmanagement
Eddie Hatitye
Project Manager – Music in Africa
Goethe-Institut Johannesburg
Tel. +27 / 11 / 4 42 32 32
mia@johannesburg.goethe.org
www.goethe.de
Presseinformationen
Leonore Leonardy
Tel. +49 / 175 / 5 69 65 69
leonardy@bueroleonardy.de