Vor dem Hintergrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums und der rasch voranschreitenden Urbanisierung in Entwicklungs- und Schwellenländern stellt eine funktionierende Abfallentsorgung für die Großstädte und die wuchernden urbanen Konglomerate in diesen Ländern eine der größten Herausforderungen dar. Während das Müllaufkommen vor allem in den Städten Afrikas und Lateinamerikas kontinuierlich steigt, sind in der Regel keine finanziellen Mittel vorhanden für den Aufbau einer angemessenen Infrastruktur zur sachgerechten Entsorgung der wachsenden Abfallmengen. Für Mülltrennung und Recycling fehlen das (Umwelt-)Bewusstsein und das dafür notwendige Verhalten in der Bevölkerung. Die Folge: organische, wiederverwertbare und giftige Abfälle zusammen häufen sich massenweise in offenen Halden, „wilden“ Deponien oder werden im nahen Umfeld der Städte entlang der Straßen einfach abgelegt. Sie belasten die Umwelt, vergiften mit der Zeit Oberflächen- und Grundwasser und gefährden damit die Gesundheit der Menschen.
Die Siemens Stiftung zielt in ihren Projekten darauf, die Situation vieler armer Menschen zu verbessern, die als Abfallsammler auf Mülldeponien unter erheblichen gesundheitlichen Risiken geringe Einkünfte zum Überleben erzielen müssen. Ebenso werden Businessmodelle gefördert, die vor allem arbeitslosen Jugendlichen Arbeitsplätze bieten und gleichzeitig durch Recyclingmaßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen leisten.
Modellprojekte in Kenia, Bolivien, Peru und ab 2012 auch in Ecuador zeigen, dass sich die Probleme unter verschiedenen Rahmenbedingungen spürbar verringern lassen und die Lebenssituation von Menschen in extremer Armut nachhaltig verbessert werden kann. Besonderer Stellenwert kommt gezielten Trainingsmaßnahmen und der Sensibilisierung der Bevölkerung für Umwelt,- Abfall- und Gesundheitsthemen als wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Durchführung zu.