Das Central Conservatory of Music, Beijing, und die Siemens Stiftung starteten in Beijing 2010 ein Ausbildungsprogramm für zeitgenössisches Ensemblespiel unter dem Titel contempo primo. Ausgangsgedanke war, mit der Aus- und Weiterbildung von jungen chinesischen Musikern ein professionelles Ensemble für zeitgenössische Musik in China aufzubauen, in dem asiatische und europäische Musiktraditionen korrespondierend in einem Ensemble vereint sind.
„contempo primo“ Musiker
Foto: Sascha Rheker, Frankfurt am Main
© Hessischer Rundfunk/Sascha Rheker, Frankfurt am Main
Projekt „contempo primo“
Frühjahr 2010 – Frühjahr 2011
Central Conservatory of Music, Beijing
Hochbegabte Musikerinnen und Musiker mit Wohnsitz in China wurden aufgerufen, sich für die Teilnahme an contempo primo zu bewerben. Unter der Leitung der weltweit renommierten Internationalen Ensemble Modern Akademie aus Frankfurt am Main und des Dirigenten Kasper de Roo erarbeiteten sich die ausgewählten Instrumentalisten in intensiven Arbeitsphasen von Frühjahr 2010 bis Frühjahr 2011 ein umfangreiches Repertoire von Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.
Mit der Gründung des jungen und dynamischen Ensembles ConTempo Beijing, das sich am 14. Mai 2011 in der Beijing Concert Hall einem breiten Publikum vorstellen wird, konnte das Ausbildungsprogramm erfolgreich abgeschlossen werden. Die Gründung des Ensembles bereitet damit einen Weg für die Entstehung und Festigung von zeitgenössischem Ensemblespiel, wie er bis dato in China ohne Vorbild ist. Die Möglichkeit des Zusammenspiels chinesischer Originalinstrumente mit westlichem Instrumentarium in einem Ensemble ist neu und besonders.
Highlights im Gründungskonzert werden die beiden Uraufführungen der Komponisten GUO Wenjing und JIA Guoping sein. GUO, einer der international bekanntesten Komponisten des heutigen Chinas, wird von der traditionellen Musik seines Landes beeinflusst. Gleichwohl will er mit seinen Arbeiten Grenzen und Barrieren zwischen Ost und West, aber auch zwischen Geschichte und Moderne sprengen. Er schrieb das Werk im Auftrag der Siemens Stiftung. Ein weiteres Auftragswerk der Siemens Stiftung an den in China lebenden Komponisten JIA Guoping für chinesische Originalinstrumente wird ebenfalls im Gründungskonzert präsentiert. JIA lehrt als Professor für Komposition am Central Conservatory of Music in Beijing und hat sich um die chinesisch-deutsche Zusammenarbeit sehr verdient gemacht. Zahlreiche Einladungen ausländischer Musikfestivals und Musikhochschulen für Auftritte und Vorträge weisen ihn als international anerkannten Komponisten und Vermittler aus.
