Die Kunst besitzt seit je ein Sensorium für das Brüchige, Poröse und Fragile des Menschen. Die Bruchlinien des Menschlichen werden in dieser Gruppenausstellung jedoch nicht direkt am Körper verhandelt, sondern an stellvertretenden Architekturen. Die Frakturen und Nahtstellen von Gebäuden bilden Metaphern für die Risse im menschlichen Dasein. Der titelgebende Begriff „Displaced Fractures“ entstammt der Medizin und bezeichnet das Phänomen, dass sich Bruchstellen von Knochen an anderer Stelle als an derjenigen der Hauptbelastung zeigen. Auch in der Psychologie gibt es den Begriff des „displacement“. In den neuen Räumen des migros museum für gegenwartskunst sind vor allem Installationen, Rauminterventionen und Skulpturen zu sehen, die mit dieser Verschiebung der Symptome arbeiten. Es dominiert dabei ein Spannungsfeld zwischen formverweigernden und monumentalen Gestaltungen, zwischen subjektiven und rational-formalen Gesten.
Die Siemens Stiftung hat im migros museum für gegenwartskunst einen herausragenden Partner für dieses gemeinsame Projekt gewinnen können.
Kuratiert von Heike Munder (migros museum für gegenwartskunst) und Thomas D. Trummer (Siemens Stiftung) präsentiert sich die Ausstellung in den neuen Räumen der „Hubertus Exhibitions“ im Zürcher Stadtteil Albisrieden.
Phyllida Barlow, Tacita Dean, Emilie Ding, Klara Lidén, Ulrich Rückriem, Kilian Rüthemann, Oscar Tuazon, Klaus Winichner
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
migros museum für gegenwartskunst und Siemens Stiftung
Heike Munder (migros museum für gegenwartskunst), Thomas D. Trummer (Siemens Stiftung)
migros museum für gegenwartskunst / Hubertus Exhibitions
Albisriederstraße 199a
CH-8047 Zürich