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Eine Ebene höher

Musikinformationszentrum

Ein Musikinformationszentrum in Subsahara-Afrika

Die Siemens Stiftung und das Goethe-Institut in Subsahara-Afrika markierten mit einer Konferenz im August 2011 in Johannesburg den Start zu einem mehrjährigen Projekt, das den Aufbau einer internetbasierten Plattform für Musikinformationen zum Ziel hat.

Wissen zur Gestaltung der Zukunft basiert auf Information, die wiederum die Grundlage jedes Dialogs bildet. Hier setzt das Projekt mit dem Ziel an, allen Interessierten den Zugriff auf Informationen zu afrikanischer Musik zu ermöglichen. Denn der vielfach beklagte Mangel an innerafrikanischer Kommunikation schlägt sich auch in Bereichen nieder, die wichtig sind für die Gestaltung zivilgesellschaftlicher Prozesse: Dazu gehört die Musik als ein wichtiger Baustein der kulturellen Begegnung und des Austauschs.

Das von der Siemens Stiftung und dem Goethe-Institut initiierte Projekt sieht den Aufbau einer internetbasierten Plattform für Musikinformationen vor. Abrufbar sollen Basisinformationen sein zum Musikschaffen auf dem Kontinent. Die Plattform soll sowohl Zugang zu wichtigen Komponisten und Interpreten geben als auch Einblicke in die Musiklandschaften Afrikas. Zugleich soll sie als eine Art Wegweiser für Musikschaffende und Interessierte fungieren, in der man sich über Institutionen und Verbände, Aus- und Weiterbildung, Archive, Medien  und Musikportale, Förderungen und rechtliche Belange sowie Events informieren kann.

Aktuelle Strömungen der zeitgenössischen afrikanischen Musik in Subsahara-Afrika bilden den Schwerpunkt, wobei die vielfältigen länderspezifischen Eigenheiten eines jeden Landes klar zum Ausdruck kommen sollen. Dazu sind umfangreiche Recherchen notwendig, die fachkundig, umfassend und individuell angepasst durchgeführt werden müssen. Die inhaltliche Ausrichtung sowie die Umsetzung liegen in den Händen lokaler Fachkräfte. Eine besondere Herausforderung sind die sehr heterogenen technischen Gegebenheiten und Entwicklungen zur ungehinderten Nutzung der in Afrika verfügbaren Medien.

 

Eindrücke von der Startkonferenz in Johannesburg; Fotos: Emeka Ogboh, Lagos

Auftaktkonferenz in Südafrika

Die Konferenz in Johannesburg vom 24.08. bis 27.08.2011 mit Persönlichkeiten des afrikanischen Musiklebens diente der Diskussion und Klärung von Interessen und Bedürfnissen, der Fokussierung und der Erarbeitung weiterer praxisorientierter Schritte. Anwesend waren Musiker und Komponisten, Wissenschaftler, Vertreter von privaten wie öffentlichen Musikinstitutionen, Musikjournalisten wie Radiomoderatoren, Verleger musikalischer Literatur und Instrumentenhersteller, Lehrer, Besitzer von Musiklabels und Festivalleiter. Trotz der unterschiedlichen Beschäftigungsfelder und der daraus resultierenden Vorstellungen und Wünsche herrschte Einigkeit darüber, wie sinnvoll und notwendig eine solche Plattform ist. Der innerafrikanische Austausch und der Zugang zu verlässlicher Information war für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Ländern Äthiopien, Burkina Faso, Demokratische Republik Kongo, Ghana, Kenia, Madagaskar, Mosambik, Nigeria, Sansibar, Senegal, Südafrika, Tansania und Uganda von besonderer Wichtigkeit. Es wurde vereinbart gemeinsam mit lokalen Partnern eine nachhaltige Struktur aufzubauen, die eine genre- und länderübergreifende wie zuverlässige Kommunikation ermöglicht und so die Musik Afrikas weltweit präsentiert.

Der erste Schritt zur Realisierung eines Musikinformationszentrums in Subsahara-Afrika konnte erfolgreich und gemeinsam gegangen werden. Ihm folgen nun umfangreiche Recherchen in den einzelnen Ländern. Das Goethe-Institut mit seinem weltweiten Netzwerk und sehr guten Kenntnissen der Kulturszenen in Subsahara-Afrika und die Siemens Stiftung mit ihrem internationalen Know-how in der Musik ergänzen sich dabei hervorragend.

Mein Volk geht zugrunde, weil ihm die Erkenntnis fehlt.“ (Hosea 4:6)

Bitte stellen Sie sich auf die beabsichtigte Unbequemlichkeit eines Bibelzitats ein. Denn dieses Zitat gibt den ‚Zustand Afrikas‘ angemessen wieder: Fehlende Erkenntnis, vergangene und gegenwärtige, ist der größte Feind des afrikanischen Volkes. Auch die Musikszene ist von dieser Misere nicht verschont geblieben. Es gibt keine bessere Methode, diese Themen anzugehen, als eine breite Basis und eine Plattform für den freien Informationsfluss zu schaffen. Der Kontinent ist zum Opfer gravierender Desinformation geworden. Dies hat zu vereinzelten Bemühungen geführt, entscheidende Entwicklungsfragen in Angriff zu nehmen. Das Musikinformationszentrum ist einer von mehreren Versuchen, etwas zur Umkehrung des künstlerischen Schicksals des Kontinents beizutragen. Es wird einen Raum schaffen, in dem Musiker des Kontinents sich gegenseitig beeinflussen und kooperieren können. Es handelt sich um einen hoffentlich rechtzeitigen Schritt, ein positives Bild des Kontinents zu vermitteln und Musiker miteinander in Verbindung zu bringen. Der Kontinent benötigt dies mehr denn je zuvor. (Mokale Koapeng, Komponist)

Kooperationspartner

Goethe-Institut

Projektleitung

Jens Cording
Tel. +49 / 89 / 54 04 87-3 17

Projektmanagement
Katrin Beck
Siemens Stiftung 

Regionalleitung
Dr. Katharina von Ruckteschell-Katte
Goethe-Institut Südafrika

Projektmanagement
Henrike Grohs
Goethe-Institut Südafrika